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VIJAY STAMBH

Zentral in der Anlage befindet sich das faszinierendste Gebäude in der Festung von Chittorgarh. Der Herrscher Rana Kumbha befahl den Bau des imposanten, 37,19 Meter hohen und 9 Stockwerke großen Siegesturmes zum Gedenken an seinen Sieg über Mahmud Khilji von Malwa im Jahre 1440. Der Turm heißt Vijay Stambha und wurde im Jahr 1448 fertiggestellt. Er ist auch bekannt unter den Beinamen Vishnu Stambha, "Turm des Vishnu". Entfernt erinnert er an eine chinesische Pagode.

Rundum sind große Rasenflächen und eine bedeutende Stelle befindet sich direkt an seiner Basis. Der Platz heißt Mahasati. Hier wurden die Ranis, in der Zeit als Chittorgarh noch Hauptstadt war, auf Scheiterhaufen verbrannt. Heute toben hier freche Affen herum und werden von den Besuchern gefüttert.

Wir näherten uns dem Turm zu Fuß, denn nur so kann man die Ausmaße erahnen. Als Besonderheit ist der Turm in der Mitte schlanker als weiter oben. Unten am Eingang wird das Ticket kontrolliert und man kann über enge und verwinkelte Treppen die Turmspitze erklimmen. Exquisite Skulpturen von Hindu-Göttern und Göttinnen, von Jain-Heiligen, Waffen und Musikimstrumente und Episoden aus dem Ramayana und Mahabharata schmücken den gesamten Turm von außen. Aber wenn man dann innen hochklettert staunt man auch hier über die Ausstattung. Denn nicht nur außen, auch im Innenraum finden sich Statuten und Verzierungen. Der Turm wurde im Laufe seiner Geschichte einmal durch einen Blitzschlag beschädigt, aber im letzten Jahrhundert hat man den Schaden wieder repariert.

Im fünften Stock haben sich die Baumeister, Jaita und seine drei Söhne Napa, Puja und Pona, als Figuren verewigt. Aber bis hierhin oder gar ganz nach oben zu gelangen ist etwas schwierig. Das erste Stockwerk ist noch einfach, es führt eine Art Wendeltreppe zwischen der Turmwand und dem inneren Kern des Turms nach oben. Dann wird es etwas gruselig. Der Turm ist quadratisch aufgebaut, doch der innere Kern ist nicht massiv, sondern ebenfalls ein Treppenhaus. Jedes Stockwerk abwechselnd führt die Treppe entlang der Aussenwand oder im inneren Kern nach oben. Und dort ist es eng und dunkel. Nichts für schwache Nerven, vor allem, wenn man im ersten Stock glaubt, es ginge jetzt im Inneren bis ganz nach oben...

Dor empfängt einen nach der letzten steilen Treppe mit großen, ausgetretenen Stufen eine überdachte Plattform mit vier grob vergitterten Fenstern und vier kleinen Balkonen davor und wunderschönen Steinmetzarbeiten in den Wänden rundherum. Es ist noch ein Stockwerk darüber, aber die dorthin fürhrende Holzleiter wurde entfernt, nachdem es einige Selbstmorde gegeben hatte. Aber auch vom vorletzten Stockwerk aus hat man einen tollen Ausblick über Chittogarh.


Kirti Stambh

Chittors zweiter Turm ist der Kirti Stambh, der Ruhmesturm. Er ist älter als der Vijay Stambha und wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Außerdem ist er mit seinen 22 Metern Höhe kleiner als der Siegesturm. Vom Palast des Rana Kumbha aus kann man den gedrungenen Bau mit deutlich abgesetzten sieben Stockwerken auch gut sehen.

Dieser Turm wurde aber nicht vom Herrscher Rana Kumbha, sondern von einem reichen Jain-Kaufmann erbaut. Er wurde Adinatha Rishabdeva, dem ersten Erleuchteten und Jain-Fürsten, geweiht.

Ausgeschmückt wurde das Bauwerk mit den Figuren vieler unbekleideter Tirthankars. Das sind im Glauben der Jain die Weltenlehrer, die ihren unsterblichen Ruhm als Seelen verlassen. Dadurch soll angedeutet werden, dass der Turm ein "Digambara" ist, das bedeutet es ist ein nur vom Himmel bekleidetes Monument. Digambara heißt "Luftgekleideter" und so nennt sich auch eine Gruppe von Religiösen, welche die Gebote des Jainismus extrem streng auslegen. Sie sind Asketen, praktizieren die Gewaltlosigkeit sehr konsequent und achten das Existenzrechtes eines jeden Lebewesens. So vermeiden sie zum Beispiel durch das Tragen eines Mundschutzes ein versehentliches Einatmen und somit Töten von Insekten. Digambaras lehnen materiellen Besitz ab und sind meist nur mit einem Lendentuch bekleidet oder gar vollständig nackt.

Eine enge Treppe führt auch den Kirti Stambha die sieben Stockwerke hinauf bis zur Spitze, wir sind aber hier aus Zeitmangel nicht auch noch hinaufgestiegen.


Gaumukh Reservoir

Unterhalb des Siegesturms liegen einige von Tempeln begrenzte Staubecken, die eine Wasserversorgung der Festung auch bei längeren Belagerungen gewährleisteten. Etwas unterhalb der Ebene des Felsplateaus liegt am Ende der Klippe ein sehr tiefes Auffangbecken für Wasser, das man über einige Treppen erreicht. Dort sitzen Frauen mit ausgestreckter Hand und unserer Führer gab ihnen etwas. Wir vermuteten eine Art Eintritt, fanden aber wenig später heraus das er Fischfutter gekauft hatte.

Das großen Becken wird von einer heiligen Quelle gespeist, deren Wasser durch das abstrakte Maul einer in den Felsen gehauenen Kuh fließt. Die Figur verlieh dem Reservoir auch den Namen und uns gelang trotz Dunkelheit im Inneren des Raumes ein Foto. Der Legende nach soll dieses Wasser nie versiegen und niemand kennt den Ursprung der Quelle. Uns kam es eher so vor, als wenn einige weiter oberhalb gelegene Felsbecken als Reservoir dienen und über Spalten diese Quelle speisen. Eine Öffnung in der Klippe führt zu der Höhle und die Pilger kommen hierher, um im heiligen Wasser zu baden.

Nun erkannten wir auch den Sinn des Fischfutters, denn im Becken leben zahlreiche Welse. Ein wenig Futter auf die Wasseroberfläche geworfen und die das Wasser fängt an zu brodeln vor zuckenden Fischleibern, die sich um die Beute streiten. Vom Gaumukh Reservoir und den hierher führenden Treppen aus hat man einen schönen Blick über den unterhalb liegenden, teilweise blau gestrichenen Ort. Die Ruinen in der Nähe bieten interessante Fotomotive.



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