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BESONDERHEITEN

Es gibt einige Besonderheiten in den indischen Hotels, die wir mal mehr und mal weniger ausgeprägt vorgefunden haben und die wir aus anderen Ländern so noch nicht kennen. Das fängt schon bei der Ankunft an. In Indien herrscht eine schreckliche Bürokratie, jeder der hier in Dutschland darüber schimpft sollte sich dort vor Ort mal mit Behörden herumschlagen. Die wollen natürlich genau wissen, wer wann wo übernachtet, woher er kommt und wohin er geht. So wird beim Check-In schon eine Menge Information abgefragt, meist ist es eine ganze Din A4 Liste die auszufüllen ist. Passnummer, Woher, Wohin, Name, Anschrift, Flugnummer, wann angekommen, wieviele Tage in Indien etc. Jeden Tag, in jedem Hotel.

Die Unterkünfte mit dem guten Service (das waren bei uns eigentlich die meisten) füllen dieses Formular im Empfangsbuch für ihre Gäste aus. Man sitzt am Empfang, gibt seinen Pass ab, unterhält sich nett mit den Angestellten, dazu wird ein Welcome-Drink gereicht. Beim unverbindlichen Geplauder entlocken einem die Empfangsprofis alle Informationen, die nicht im Pass stehen. Verlangt wird manchmal nur noch die Heimadresse, viele schreiben einfach "Germany", dann muß man nur noch unterschreiben. Den Rest mit dem zusätzlichen Meldeformular pro Person erledigen die Angestellten an der Rezeption etwas später und bringen die Pässe danach im Zimmer vorbei.

Hotels, die diese Aufgabe nicht übernahmen waren selten, dafür war der Frust bei uns Kunden dann aber besonders groß. Nach Stunden anstrengender Fahrt hat man keine Lust auf solchen Bürokram, vor allem wenn man weiss, dass es auch anders geht, und wenn das Hotel dazu auch noch teuer war, dann ist dieser fehlende Service einfach unverständlich.

In den teuren und internationalen Hotels kann man das "echte Indien" eigentlich vollständig schwänzen, wesentlich mehr indisches Ambiente bieten die Heritage Hotels. Aber auch hier bucht man Ayurveda-Massagen, kann im Restaurant wahlweise indisch, chinesisch oder europäisch essen gehen und sich im Bikini in der Sonne am Pool aalen. Letzteren bieten zwar die meisten guten Hotels an, allerdings kennt man als informierter Reisender ja die Landessitten. Und da sich immer ein paar Angestellte oder Handwerker in der Poolregion aufhalten und gaffen, kommt Frau sich schon ein wenig blöd vor, sich im knappen Bikini halbnackt in der Sonne zu aalen - in einem Land, in dem die Frauen eigentlich gar nicht oder nur vollständig bekleidet mit Sari ins Wasser gehen. Wo Ausländerinnen, die im Sonnentop nackte Schultern zeigen, schon für leichte Mädchen gehalten werden. Das muss jede für sich entscheiden, wie weit sie gehen will um braun zu werden. Meine Meinung: Zum Baden lieber nach Goa oder auf die Kanaren fliegen oder wenigstens einen Badeanzug und einen Sarong mitnehmen. Ach ja, mit Taubenschwärmen ist an fast allen Pools zu rechnen.

Was man in indischen Hotelzimmer oft vergeblich sucht sind Informationen. Über die Hoteleinrichtungen, über die Umgebung, über Öffnungszeiten, die Speisekarte des Restaurants - irgendetwas. Nur in Hotels, in denen oft Reisegruppen absteigen findet man Mappen, die mehr beinhalten als Schreibpapier. Leider sind solche Hotels aber auch laut und hektisch, viele Gruppenreisende verderben oft auf die Preise durch übertriebenes Trinkgeldgeben und am Buffet gibt es dort oft schlaffere Küche für europäische Gaumen. Je kleiner und familiärer ein Hotel, um so wohler haben wir uns meist gefühlt.


Betten

Es gibt in Indien sehr teure und sehr billige Hotels. Wir waren meist im mittleren bis oberen Preissegment unterwegs. Günstige Hotels sind nur sehr selten gemütlich, liegen oft inmitten einer heftigen Geräuschkulisse, Einrichtung und Aussstattung und manchmal auch die Sauberkeit lassen zu wünschen übrig. Natürlich gibt es auch bei den preiswerten Unterkünften rühmliche Ausnahmen, aber die muss man erst einmal finden. Dann kommt es ja auch immer noch auf die eigenen Ansprüche an, nur einfach ein Bett in einem schmucklosen Raum ist uns persönlich jedenfalls zu wenig.

Von den vielen Betten, in denen wir in Indien geschlafen haben, waren die wenigsten als bequem zu bezeichnen. Dafür waren sie meist prächtig ausgestattet, mit handgeschnitzten Balustraden, mit Himmel, Kissenbergen oder Säulen. Erstaunlicherweise sind sie meist für Menschen wie dem 1,93 Meter langen Michael nur ein klein wenig zu kurz. Die Breite ist hingegen meistens kein Problem.

Wer zu Hause weiche Matratzen bevorzugt, der wird sich nach den ersten Nächten mit argen Kreuzschmerzen erheben. Denn die allermeisten Betten in indischen Hotels sind knüppelhart. Ein durchgehendes Brett als Liegefläche mit dünner, einem Futon ähnelnden Matratze, das ist oft alles, Lattenroste sind eher unbekannt. Es gab bei den drei Reisen nur wenige Ausnahmen mit dicken und weichen, aber dennoch festen Matratzen. Saubere Bettwäsche hatten wir überall, auch ausreichend Decken für kühle Nächte und in Zelten fanden wir sogar Wärmeflaschen im so vorgewärmten Bett.


Badezimmer

Die Badezimmer sind in indischen Hotels auch immer recht spannend. Je ländlicher die Region, um so schlampiger oder laienhafter sind oft die Arbeiten ausgeführt. Da wird ein Siphon einfach falsch herum eingesetzt, weil es gerade mal so passt und weil der Handwerker damit gar nichts anfangen konnte. Oder die wunderschönen Kacheln wurden beim Bemalen der Wand darüber einfach am Rand überpinselt und danach nicht wieder sauber gemacht. Man findet verschiedene Arten von Toiletten in Indien, in unseren Hotels waren es aber immer europäische Formen. Nur einmal hatten wir eine originelle Mischung aus westlicher Toilette und indischem Hockklo, unten auf dem Foto zu sehen. Und entgegen aller Märchen gibt es auch überall ausreichend Toilettenpapier.

Ein Problem bei alten Gebäuden, vor allem bei Heritage Hotels, sind oft die alten Leitungen und Rohre. Sie reichen muffig oder stinken gar, denn üblicherweise gehen sie ohne Geruchsverschluß - funktioniert schlecht im Wüstnklima - senkrecht in die Kanalisation hinunter. Um diese Gerüche zu übertünchen, legt man in Indien einfach auf alle Öffnungen, in die Becken und auf die Abflusssiebe im Boden ein paar runde desinfizierende und Ungeziefer abschreckende Mottenkugeln. Die Dinger stinken noch mehr als die Abflüsse und so manches Mal stockte uns der Atem beim Betreten des ungelüfteten Badezimmers.

Ein besonders schmerzhaftes Problem ist in vielen alten Gebäuden auch der Eingang ins Badezimmer: Achtet man auf die meist vorhandene Stufe vom Holzfußboden zum Marmorboden des Bades, um sich die Zehen zu schonen, so macht zum Ausgleich der Kopf Bekanntschaft mit dem niedrigen Türrahmen. Geht es zum Badezimmer eine Stufe hinunter, dann ist der Tührrahmen um so niedriger. Nachts im Halbschlaf auf Toilette schlurfen - da heißt es aufpassen.

Ein Problem kann auch das heiße Wasser sein. In den meisten Hotels hängt im Badezimmer ein Warmwasser-Boiler, Geyser genannt, und beim Einzug sollte man sich zeigen lassen, wo man ihn an und ausschaltet. Sonst kann es passieren, dass man kein heißes Wasser hat, weil man aus Versehen statt Licht zu machen den falschen Schalter bedient hat. Ist der Boiler klein, dann kann nur einer duschen und der andere muss mindestens eine Viertelstunde warten, bis die nächste Ladung Wasser heiß ist. Das Ding knackt ab und zu und selbst in einem teuren Hotel hing es mal im Schlafzimmer, anstatt an der Aussenwand oder wenigstens im Bad.

Wenn im Duschbereich ein riesiger Plastikeimer mit einem kleinen Plastikschöpfer stet, dann deutet das auf viele indische Besucher in diesem Hotel hin. Denn Inder duschen nicht unter laufendem Wasser, was für eine Verschwendung, sondern sie waschen sich erst und übergießen den Körper dann literweise mit dem geschöpften Wasser aus dem großen Eimer.



Strom und Lärm

Indische Hotels haben alle einen Generator und eine Küche. Man sollte darauf achten, von beidem so weit entfernt wie möglich zu wohnen. Krach ist in Indien oft normal, Einheimische gehen gelassen mit jeder Art von Sound um. Beschwerden über Lautstärke stossen hier eher auf Unverständnis. Für Inder sind Geräusche ein deutliches Anzeichen von Leben. Da weiß man: ich bin nicht allein auf dieser Welt und hat ein Sicherheitsgefühl. Wer, wie die meisten Inder, in einer Großfamilie aufwächst, der kennt keinnen Rückzug ins eigene Zimmer und hat selten die Chance auf Privatsphäre.

In eigentlich allen Hotels und Geschäften gibt es Diesel-Generatoren, die bei den häufigen Stromausfällen auch gleich anspringen. Normalerweise sind sie weit vom Hotel entfernt oder stehen auf dem Dach und sind so modern und gedämmt wie die abgebildeten Musterexemplare. Man kann aber auch Pech haben und ein Zimmer in der Nähe einer Gartenlaube erwischen, in der ein unverkleideter LKW-Diesel lärmt. Auch in Küchennähe zu wohnen war meist ein Problem. Da wird bei der Arbeit laut gesungen udn geredet, gescheppert und getrampelt. Das kann richtig stören, da hatten wir in Jaipur und in Mussoorie das Vergnügen.

Manchmal wundert man sich über graue Kästen mit Knöpfen und Anzeigen, die hinter Sofas oder unter Stühlen an der Wand hängen. Dies sind Schutzschaltungen für teure elektronische Geräte wie Klimaanlagen. Die mögliche Überspannung beim Stromausfall oder beim wieder einschalten der Versorgung wird hier über automatische Sicherungen abgefangen, und wenn der Generator keine saubere Sinusspannung liefert dann wird sie hier in dem Kasten mit einer Pufferbatterie und einer Wandlerschaltung erzeugt.

Die Steckdosen stimmen fast mit unseren überein, die Löcher sind aber manchmal zu gross für unsere Euro-Stecker, die darin herumwackeln, und manchmal liegen sie 2 mm zu nah beieinander für einen dickeren Schuko-Stecker. Manchmal gibt es Stecker mit drei Löchern, das dritte ist die Erdung. Bei diesen Steckdosen sind die Löcher manchmal durch innenliegende Sperren geschützt: Erst der Erdkontakt schiebt diese beiseite und gibt die Löcher für den Stromanschluß frei. Mit etwas Fummelei kann man mit einem zweiten Eurostecker den Erdkontakt simulieren und die Sperren wegschieben, damit man die zwei Anschlußlöcher der Steckdose mit einen einfachen Euro-Stecker nutzen kann. Manchmal gibt es auch kombinierte Steckdosen mit mehreren Normen.



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