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GREEN PASTURES

Diese Unterkunft haben wir über die Webseite im Internet entdeckt. Sie liegt inmitten einer 27.000 Quadratkilometer großen Kaffee- und Pfefferplantage, mit bei unserem Besuch gerade intensiv duftenden Kaffeeblüten der Sorte Arabica. Es handelt sich hier um das einzige Resort der Region mit Umweltanspruch, also "eco-friendly".

Alle Zimmer und das kühle Atrium mit den Aufenthaltsräumen waren mit Möbeln aus Rajasthan ausgestattet. Wenn es besonders indisch und bunt sein soll, dann ist die Kultur aus Rajasthan überall ein Vorbild. Auch in Hampi verkaufte man Schirme und Spiegeldecken in Trachten aus dieser Region.

Drei junge Männer und ein Koch sowie der später dazu kommende Manager umsorgten ihre einzigen Gäste: uns! Das Essen hier war sehr gut und ich froh, dass ich nach kurzer Schwäche in Hampi hier wieder ohne Bedenken zulangen konnte.

Die Plantage bietet nicht sehr viel Auslauf, aber rund um das Haus hat man mit viel Liebe einen blühenden und ständig bewässerten Garten angelegt. Hier holen sich zahlreiche Schwalben am Morgen ihre Futterration. Es gibt einen großen Spielplatz mit allerlei Geräten für die kleinen Gäste.

Auch an die Großen wurde gedacht, rund um den schön angelegten Poolbereich. Leider war gerade kein Wasser im Schwimmbad, aber man zeigte uns stolz einen Whirlpool für zwei, eine Sauna und ein Dampfbad, alles im Nebengebäude am Pool untergebracht. Dieses ist rötlich gestrichen und mit hellen, naiv anmutenden und filigranen Malereien verziert. Bei Temperaturen über 30 Grad im Schatten hatten wir zu einem zusätzlichen Besuch in der Hitze aber keine Lust.

Unser Lieblingsplatz waren die beiden Schaukeln im Eingangsbereich. Hier konnte man die Beine baumeln lassen und es wehte immer ein kühles Lüftchen. Man bekam den Kaffee gebracht und hier hatten wir auch ein paar nette Diskussionen mit dem Manager, der sehr weltoffen und an vielen Dingen interessiert war. Die beiden jungen Männer standen stets dabei und hörten interessiert zu. Ihr Englisch war nicht ganz so gut, daher trauten sie sich nicht mitzureden.

Ein kleiner Rundgang über die Plantage gehört auch dazu, leider war nicht viel zu sehen. Der Kaffee blühte und wurde täglich bewässert, der Pfeffer war abgeerntet und es gab nur noch Reste der letzten Ernte am Boden zu bestaunen.

Im Hotel können sogar Konferenzen mit bis zu 30 Personen stattfinden, aber eine Internet-Anbindung sucht man hier leider vergebens.


Lage

Das Hotel gehört einer Gruppe von Investoren und liegt nur knapp 8 Kilometer außerhalb von Belur auf dem Weg nach Sakleshpura, nahe einem kleinen Dorf namens Karadugoodu. Bis nach Bengaluru sind es 235 Kilometer, nach Mysore fährt man 170 Kilometer auf oft schlechten Straßen.

Die Anfahrt von Hampi aus war für uns und den Fahrer ziemlich anstrengend, insgesamt waren wir 8 Stunden unterwegs und haben dabei nur 399 Kilometer zurückgelegt. Die Zufahrt zum Hotel ist sehr schmal, aber von der Hauptstraße aus gut ausgeschildert.

Zum Tempel von Halebidu sind es von hier aus nur 13 Kilometer.


Zimmer

Die neun Zimmer gruppieren sich rund um den Innenhof. Im Zentrum befindet sich ein schattiges Atrium mit offenem Dach in der Mitte und gekacheltem Becken unter der Öffnung. Wenn es regnet, dann sammelt sich darin das Wasser vom Dach.

Die Möbel und die Dekorelemente sind alle aus Rajasthan, die Bänke und bunten Kissen haben wir sogleich von unseren ersten beiden Urlauben wiedererkannt und fühlten uns auf Anhieb wohl. Es gibt sogar eine Fernsehecke mit zwei Schaukelstühlen. Dahinter führt ein kurzer überdachter Gang zu einem abgesetzten Trakt den beiden besten Zimmern, die am weitesten von den anderen und vom Atrium entfernt liegen und sich "Heritage Exotica" nennen. Eines davon bekamen wir.

Auch im Zimmer erkannten wir Dinge aus Rajasthan, inklusive dem uralten Holzschrank in der Ecke und dem Bett mit vier Pfosten und rundum laufender Borte. Die Fenster zum Garten hin hatten Fliegengitter, an denen sich am frühen Abend sämtliche vorhandenen Mücken ansammelten und sich leicht fangen ließen, weil sie dort an die frische Luft drängten. Bis auf eine einzige Nervensäge in der zweiten Nacht waren wir danach mückenfrei.

Das Bett war hart, wie immer, und direkte Leselampen gab es nicht. Die entfernteren Wandleuchten erzeugten eher ein schwaches Licht, dafür zog das Flutlicht über dem Bett Insekten an. Es gab einen Ventilator an der Wand, der für mückenfeindlichen Luftzug am Fußende sorgte und somit angenehm war.

Das Bad hatte eine typisch indische Ausstattung, es war voll gekachelt und schlicht eingerichtet mit Eimer zum duschen, Toilette und Waschbecken. Beim Duschen blickt man hinaus in den schönen Garten.


Frühstück

Zum Frühstück gab es Idli mit der typischen, scharfen Kokossauce und mit Sambar, einer scharfen Sauce aus Straucherbsen (Toor Dal), Tamarinde, verschiedenen Gewürzen und einer Gemüseeinlage. Bei Idli handelt es sich um gedämpfte, flache runde Linsen-Reiskuchen, die sehr sättigend sind. Eier auf Bestellung konnte man hier aber ebenfalls ordnen, dazu gab es Toast. Der hat uns jedoch nicht geschmeckt, weil er so komisch süßlich war. Noch viel süßer waren die fantastischen kleinen Bananen.

Kaffe wird hier typisch indisch mit heißer Milch aufgekocht.

Essen

Das Essen wurde wie das Frühstück in einem abgetrennten Teil des Innenhofs serviert. Gegenüber der Fernsehnische lag dieses kleine Restaurant, dahinter die Küche. Hier sorgten Ventilatoren an der Wand für Kühlung. Der Koch konnte ganz eindeutig etwas, alles, was serviert wurde war lecker und frisch zubereitet.

Am zweiten Tag waren wir über Mittag hier und bekamen ein umfangreiches Mittagessen serviert, für das am Ende 200 Rupien berechnet wurden. Frühstück und Dinner sind im Übernachtungspreis enthalten, dazu tranken wir Lemon Juice, leckeren Kaffee oder Coca Cola.

Die einzelnen Gerichte wurden in Schüsseln auf einer Anrichte neben der Küchentür aufgestellt und dann vom Personal auf unseren Tellern vorgelegt. Die Portionsgröße musste man durch Stopp-Rufe bestimmen, sonst wäre der Teller viel zu voll geworden.

Die Namen der einzelnen Gerichte haben wir natürlich längst vergessen, sie sind uns aber auch im Rest des Urlaubs noch in guter Erinnerung geblieben. So die Zwiebeln im scharfen Massala und auch das ausgefallene Reis-Roti war superlecker. So etwas haben wir nirgendwo anders mehr in dieser Art bekommen.

Das Restaurant ist bekannt für seine reionalen Malnadu Spezialitäten und die meisten hier verarbeiteten Gemüse, Gewürze und Kräuter werden auf der Farm selbst biologisch angebaut. Angeblich kann man auch internationale Küche hier bekommen, aber bei einer Belegung mit nur zwei Gästen hatten wir keine Lust auf Experimente und haben direkt indisches Essen bestellt. Bei mehr Besuchern hätte es sicher eine Auswahl gegeben.



Fazit

Gemütliche Unterkunft im Rajasthan-Style südlich von Belur, ruhig in einer Kaffee- und Teeplantage gelegen.

Im März 2012 waren wir für 2 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite vom Green Pastures

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