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KILLA BAHWAN

Der Empfang ist herzlich im Killa Bhawan, man nimmt an der Rezeption Platz und bekommt erst einmal etwas zu trinken bis die Anmeldeprozedur beendet ist. Das Personal ist sehr freundlich, hilfsbereit und flink, die Besitzerfamilie wohnt hier ebenfalls und die beiden Manager Banu and Manu sind warmherzige Persönlichkeiten mit einem guten Blick für die Bedürfnisse der Gäste. Man fühlt sich nicht wie in einem Hotel sondern zu Gast bei Freunden. Ein Gefühl, dass noch bis zur Abfahrt anhalten sollte und das Killa Bhawan definitiv zu unserem Lieblingshotel der diesjährigen Rundreise machte. Wir würden niemals mehr in einem anderen Hotel in Jaisalmer wohnen wollen.

Der Komplex besteht aus zwei Stadthäusern, die direkt ganz oben an den Festungsmauern liegen. Von den schönen Terrassen hat man einen weiten Blick über die unten liegende Neu-Stadt und blickt hinunter auf das quirlige Leben auf den Hof vor dem Haupttor, wo der Weg hinauf zur Festung führt. Unser Lieblingsplatz befand sich vor unserem Zimmer auf der Terrasse direkt an der Mauer, der beste Platz im ganzen Haus. Hier lagert man auf dicken Kissen und Rollen, stützt sich auf den Steinen ab und schaut bequem hinunter auf das Kommen und Gehen. Tauben kreisen über den Köpfen und im kleinen Tempel vor dem Tor weit unterhalb des Hotels erklingen Glocken und Gesänge. Besonders romantisch ist es hier am Morgen, bei Sonnenuntergang und am Abend, wenn im Tempel Musik erschallt und dort überall flackernde Kerzen aufgestellt werden. Dann trägt Jaisalmer den Beinamen "Die goldene Stadt" zu Recht.

Dem Ambiente im Killa Bhawan merkt man deutlich eine geschmackvoll ordnende Hand an. Hier ist alles sehr gut aufeinander abgestimmt und vom Feinsten dekoriert, meist in Pink und Orangetönen mit einigen Akzenten aus Stein und Holz. Es gibt einen gemütlichen Leseraum, zwei große Terrassen, einen Speiseraum und den Raum vor der Rezeption, die alle für alle Gäste nutzbar sind. Für Gehbehinderte ist das Hotel wegen einiger Treppen nicht so gut geeignet, der Name "Jewel of the Desert" ist aber mit Sicherheit nicht übertrieben.

Natürlich kann man hier auch Ausflüge, Kamelreiten in der Wüste, Guides oder die Weiterfahrt organisieren lassen. Kreditkarten werden akzeptiert, es gibt an der Rezeption auch eine zenrale Tipping Box. Ein Internetcafe befindet sich schräg gegenüber auf der anderen Seite der hierher führenden Gasse. Mineralwasser, Kaffee und einen wunderbaren Masala Chai - Tee mit Milch und Gewürzen - bekommt man den ganzen Tag auf Anfrage. Diese Getränke sind neben dem Frühstück im Übernachtungspreis enthalten. Wunderbar erfrischend war auch der Eiskaffee, die von uns abgegebene Wäsche kam sauber und ordentlich am nächsten Tag wieder zurück.


Lage

Die Lage des Killa Bhawan ist nicht zu übertreffen. Während die meisten Luxushotels weit draußen vor den Toren der Stadt liegen, wohnt man hier mitten im Herzen von Jaisalmer, oben in der Festung mit einem grandiosen Blick auf die Altstadt und auf das Treiben an der Auffahrt zur Festung aus dem Jahr 1156. Diese hat mit Umweltproblemen wie fehlenden Abwasserrohen etc. zu kämpfen, doch im Killa Bhawan wohnt man ökologisch korrekt mit eigener Abwasseranlage. Somit ist Killa Bhawan die einzige Anlage im alten Fort, die man mit gutem Gewissen bewohnen kann und die seit einigen Jahren als einzige in internationalen Reiseführern noch empfohlen wird.

Bei An- und Abreise parkt man außerhalb der Festungsmauern und wird dann mit einer Motorrad-Rikscha durch das Tor in die Festung und bis vor die Tür gefahren. Durch schmale Gassen geht es vorbei an kleinen Läden und Wohnhäusern. Die Fahrt (35 Rupien bergauf, 20 Rupien bergab) wird vom Hotel bezahlt.


Zimmer

Das Killa Bhawan hat 9 sehr schön eingerichtete Zimmer, die sich über mehrere Ebenen verteilen. 4 Zimmer teilen sich jeweils zu zweit ein Bad. Die anderen haben ein eigenes Badezimmer und vor der Tür jeweils einen Sitzplatz mit niedrigem Tisch und Stühlen. Wir hatten uns eine Suite gegönnt und wurden nicht enttäuscht, wir bekamen Raum Nummer 8. Er liegt direkt an der schönsten Terrasse, war erst im Mai neu eingerichtet worden und schon beim Eintritt ist man sofort beeindruckt. Hier stimmt wirklich alles, die Stoffe, Kissen und Wandbehänge sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Pink ist die beherrschende Farbe, die Tagesdecke auf dem Bett ist ein Highlight. Es gibt einen kleinen Ankleideraum mit Spiegel und Schrank, in dem man die Koffer wegsperren kann. Und ein sehr schönes Badezimmer mit gut funktionierende Dusche und heißem Wasser. Einzig eine Reling zum Aufhängen der nassen Handtücher fehlte noch, weil so was in ganz Jaisalmer nicht zu bekommen war und man im Hotel dringend auf eine Lieferung aus der Ferne wartete. Auf einen Fernseher kann man bei diesem Ambiente sehr gut verzichten.

Schöne Lampen im Raum sorgen am Abend für eine romantische Stimmung, die Verlängerung des Raumes ist die Terrasse. Zwei Bademäntel stehen zur Verfügung, die wir auch nutzten, als wir einmal nachts um 2 Uhr aufwachten und auf der Terrasse kurz die Ruhe, die kühle Luft und den Ausblick genossen. Hier kann man zwischen Ausflügen in die Wüste und Stadtrundgängen wunderbar entspannen. Wir hätten es bequem eine ganze Woche hier ausgehalten.

Frühstück

Das Frühstück im Killa Bhawan ist ein Knaller. Am Abend sagt man Bescheid, wann und wo man gerne essen möchte. Da die Tische auf unserer Terrasse niedrig waren und am Morgen dort die Sonne schien haben wir uns für ein Frühstück im Speiseraum entschieden. Hier sitzt man bei geöffneten Türen an einem großen Tisch aufrecht und schattig in nettem Ambiente. Draußen vor der Tür kann man die Tauben beobachten, die zu einer Tränke kommen.

Dann wird aufgetischt und alles schmeckt lecker. Ob Toast oder Marmelade, Eier oder Joghurt. Besonders hervorzuheben ist das große (!) Glas frisch gepresster Orangensaft, der beste, den wir in diesem Urlaub bekommen haben. Man kann alles solange ordern, bis man satt ist. Mehrmals kam jemand vorbei und fragt, ob wir noch etwas möchten. Gut gestärkt ging es in den kommenden Tag.


Essen

Oben im Fort gibt es eine ganze Menge preiswerter Restaurants, die in den Reiseführern sehr gelobt werden. Ob indisch, italienisch oder tibetisch gleich nebenan. Daher gehen die meisten Gäste am Abend auswärts essen. Wir plauderten mit dem Manager, der uns erzählte, sie würden ein vegetarisches Thali auf Bestellung machen und auf der Terrasse servieren. Ich erzählte ihm, dass ich im ganzen Urlaub noch nicht mein Lieblingsessen, Ker Sangri, bekommen hatte. Dies ist eine Spezialität aus Rajasthan, eine Art Wüstenbohne vom Baum, veredelt mit süßen Beeren, die wir im letzten Jahr auch nur zweimal genießen konnten. Er versprach uns, Ker Sangri zu kochen und damit war die Entscheidung gefallen, wo wir am Abend essen würden. Nach dem Preis für das Thali haben wir gar nicht gefragt.

Am Abend verließen dann alle anderen Gäste das Hotel und wir blieben alleine zurück. Was für ein Glück, denn die flinken Kellner deckten die Tische auf der Terrasse mit schönen Decken und Kerzen. Wir konnten es uns vor und nach dem Essen auf dem Sitzkissen an der Festungsmauer bequem machen und die Stimmung genießen. Im Hintergrund die Musik und das Glockenklingen aus dem Tempel, die Lichter der Stadt nach Sonnenuntergang, dazu die Kerzen: Romantik pur. Dann wurde das Thali serviert, 4 verschiedene Gerichte mit Reis und Brot. Alles vom Feinsten: gut abgeschmeckt, nicht zu fettig und sehr verträglich. Das leckerste Thali dieser Reise, da kam nur noch das Essen vom Chattra Sagar ran. Und das Ker Sangri war phänomenal. Nachschlag gab es, wie es bei einem Thali sein sollte, so oft, wie wir wollten.

Keine Frage, dass wir am nächsten Tag noch einmal dort bestellten. Diesmal durften wir uns alle 4 Gerichte auswählen, bekamen natürlich noch einmal Ker Sangri und drei weitere Lieblingsessen, dazu noch einen Nachtisch. Das Personal grinste uns an und meinte, das gleiche würden sie auch essen. Unsere Befürchtungen, nicht mehr den Traumplatz mit Sitzecke zu bekommen weil andere Gäste dort auch essen wollten, erwiesen sich als grundlos. Wir besetzten den Tisch rechtzeitig und alle anderen verließen das Hotel wieder. Einige saßen nur zwei Häuser weiter im Dunkeln ohne Kerzen im Restaurant Little Tibet, während wir das Hotel wieder für uns alleine hatten uns dem erneuten Genuss hingaben. Kingfisher Bier gehörte natürlich auch hier dazu.

Erst bei der Abreise erfuhren wir die Preise: 120 günstige Rupien für ein Bier, 350 Rupien für das Essen - für 2 Personen!

Fazit

Kleines Traumhotel in wunderbarer Lage, mit tollem Essen und sehr persönlichem Service. Sehr empfehlenswert!

Im November 2007 waren wir für 2 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite vom Killa Bhawan

Google Map zum Thema

Festung Jaisalmer


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