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ROYAL CAMP

Das Pushkar Royal Camp gehört zur Hotelgruppe WelcomHeritage und ist nicht zu verwechseln mit anderen, ähnlich klingenden Zeltcamps, die wesentlich größer sind. Dieses Camp gehört dem Maharaja von Jodhpur und zum Bal Samand Palace und alle Angestellten stammen ebenfalls aus der Stadt.

Diese Zelte alle werden nur für einen einzigen Zweck jedes Jahr von neuem aufgebaut: um den ständig wachsenden Besucherstrom zum größten Volksfest, Pilgerfest und Tiermarkt zu beherbergen, das stets zum Halbmond im Oktober/November stattfindet. Im Hindu-Kalender ist dies der Monat Kartik und das Fest nennt sich Pushkar Mela. Dann platzt der kleine Ort aus allen Nähten und die Preise vervielfachen sich.

Preiswert ist es also nicht, sich zu dieser Zeit nach Pushkar zu begeben und die Hotels sind alle lange vorher schon ausgebucht. Wir hatten Glück, denn da uns mehr der Viehmarkt als der Jahrmarkt interessierte kamen wir zwei Tage vor offiziellem Beginn der Mela - der Viehmarkt liegt zeitlich vor dem Pilgerfest. Das Royal Camp war gerade eröffnet, wir waren am Mittag die ersten Gäste. Da man hier Vollpension hat wollten wir den Lunch nicht verpassen. War ja schließlich teuer mitbezahlt.

Begrüßt wurden wir mit lauter Musik und mit einem dicken Blütenkranz um den Hals. Die Rezeption befindet sich im Freien, dann stapft man durch tiefen Sand zu den Zelten. Gegenüber ist ein Zelt mit Sitzgelegenheiten aufgebaut, dort lagen auch zwei Zeitschriften herum. Das sollte wohl so eine Art Lounge sein. In der Mitte der Anlage steht ein großes, halboffenes Speisezelt, in dem natürlich Buffets serviert werden. Davor befindet sind eine kleine Bühne für das sehr gute Abendprogramm und ein paar Kamelkarren warten auf zahlende Gäste.

An diesem ersten Abend waren nur 5 Zelte belegt und die 10 Gäste hatten reichlich Platz. Am nächsten Tag, so erfuhren wir, waren es dann 10 Zelte und ab übernächsten Tag war bis zum Ende der Mela alles "fully booked". Wir waren froh, das nicht zu erleben. Dafür ist das Speisezelt zu klein, die Zelte stehen zu eng und alles wird mit Sicherheit hektischer. Wir genossen die ruhige Zeit und die Stille der Nacht.

Für so ein teures Hotel bot man aber für die Fahrer extrem wenig Komfort. Unserer musste irgendwo im freien Feld übernachten und sich am Morgen erst einmal auf die Suche nach einem Brunnen begeben. Und das bei der Kälte, die nachts in diesem Teil Rajasthans herrscht. Da haben wir am Abend auch die Wärmflaschen wie in Chhatra Sagar oder Sher Bagh vermisst.


Lage

Das Royal Pushkar Camp wird, wie schon erwähnt, nur für die Tage der Mela aufgebaut. Laut Beschreibung liegt es in der Nähe der Mela Grounds, das ist aber ziemlich übertrieben. Laut Welcome Heritage Seite "overlooks the Mela Ground", das ist schlichtweg falsch, war aber für uns ein Grund hier zu buchen. So weit kann man gar nicht gucken.

Über eine schmale Straße fährt man vom Camp aus noch ca. drei Kilometer bis zu der großen Freifläche, auf der die Verkäufer mit ihren Tieren campen. Für einen Fußmarsch bei Hitze schon fast zu weit, ausserdem gibt es unterwegs auch nicht viel zu sehen. Für eine Fahrt mit dem Kamelkarren verlangt das Hotel 500 Rupien die Stunde. Mela-Preise eben.

Die Lage weit außerhalb hatte aber einen großen Vorteil, vor allem für unseren Aufenthalt mit niedriger Belegung: Es war nachts wunderbar ruhig.

Entfernungen sind von Pushkar nach New Delhi 410 km, nach Jaipur 150 km, zur Moslemhochburg Ajmer 14 km und nach Jodhpur 210 km.


Zimmer

Im Royal Camp gibt es 100 Zelte, damit gehört es noch zu den kleineren Zeltcamps. Das Royal Desert Camp stellt zur Pushkar Mela immerhin über 200 Zelte auf.

Jedes Zimmer ist hier ein Zelt, diese werden auf sandigem Ackerboden dicht an dicht aufgestellt. Darüber flattern bunte Fähnchen im Wind. Innen sind sie gemütlich eingerichtet, mit handbedruckten Decken, ausreichend Ablagefläche, praktischen Stofftaschen als Ablage an der Zeltwand, einem kleinen Schreibtisch und mit einigen Lichtquellen. Auf dem Boden liegen einfach dicke Jutematten, die jedoch nicht verhindern können, dass hier und dort mal eine Dorne oder Klette durchkommt. Barfuss laufen ist mit einiger Piekserei verbunden.

Vor jedem Zelt befinden sich ein kleiner Tisch, ein Stuhl und ein Liegestuhl. Wer den Service rufen möchte, der hisst einfach eine kleine rote Flagge an der Zeltwand.

Etwas Besonderes ist das Badezimmer, denn anders als bei fest installierten Zelten wie im Sher Bagh oder im Chattra Sagar gibt es hier keinen Wasseranschluss. Das hat man mit Eimern gelöst, die hinter jedem Zelt hängen. Einer für das Handwaschbecken, einer für die Mini Dusche, eigentlich nur ein Schlauch mit wenig Druck, an dem eine kleine Katzenwäsche möglich ist. Eimer stehen bereit, damit man nicht all zu sehr auf dem Juteboden herumplempert.

Am Morgen kommen die Angestellten und füllen den Duscheimer mit warmem Wasser. Nach einer sehr kalten Wüstennacht, die zwei Decken auf den Betten reichten gerade so aus, sollte man dann auch recht früh mit Sonnenaufgang aufstehen. Wir hatten Zeit und ließen es ein wenig gemütlicher angehen, dafür was das Wasser dann auch schon wieder lauwarm.

Gut funktionieren die Toiletten mit Holzsitzen, wohin das Abwasser geht haben wir nicht herausgefunden. Augenscheinlich werden dafür Rohre verlegt, ein großer Aufwand für eine gute Woche. Kein Wunder das hier zu wohnen ein teures Vergnügen ist.



Frühstück

Das Frühstück nahmen wir fast alleine ein in den riesigen Zelt, trotzdem hatte man hier das volle Buffetprogramm aufgefahren. Allerdings lagen die Omeletts schon vorgefertigt in den Warmhalte-Behältern, die nicht richtig warm hielten, für 10 Gäste hätte man die auch auf Bestellung machen können. Auf Nachfrage bekamen wir dann aber auch sofort frische. Auch die anderen warmen Speisen waren nicht der Gästeanzahl angepasst, vielleicht übte der Koch schon einmal für den großen Ansturm in 2 Tagen.

Für uns gab es verschiedene Brotsorten, Säfte, Joghurt und eine schöne Obstauswahl. Eigentlich vermissten wir nichts und die Kellner hatten genügend Zeit sich nur um uns zu kümmern, was manchmal schon ein wenig nervig sein kann. Kaum hebt man die Augen und schaut einen an kommt er schon herbeigeeilt.

Essen

Da wir mittags kamen, gingen wir nach einer kurzen Erholungspause im Zelt erst einmal zum Lunch. Der war inklusiv. Da wir die ersten Gäste von nur 10 waren, wunderten wir uns über ein voll aufgebautes Buffet. Die Auswahl war groß, das indische Essen aber ziemlich auf europäische Gaumen abgeschmeckt - also fade und recht fettfrei. Es gab aber auch Nudeln, Gemüse al dente ohne Soße und andere westliche Speisen. Lecker war die typisch rajasthanische Nachspeise namens Laabsi.

Am Abend wurde dann ebenfalls für 10 Gäste das volle Programm aufgefahren. Es begann mit einer sagenhaften Show, die insgesamt ca. eine Stunde dauerte. Die wenigen Gäste lagen auf Kissen am Boden, eine dicke Rolle im Rücken und genossen die Show. Diese fand auf einer kleinen Plattform statt. Neben Musikern und zwei sehr guten Tänzerinnen gab es noch eine Puppet-Show und ein weiteres Musiker-Ensemble. Langsam wurde es recht frisch und wir hatten Hunger. Das komplette Buffet wartete wieder, doch wie schon am Mittag bleiben die Speisen trotz Feuer unterm Kupferkessel eher lauwarm. Wir haben das später reklamiert und blickten in geschockte Gesichter. Das durfte nicht sein. Schwer vorstellbar, wie es hier aussieht wenn die recht eng gestellten Tische mit jeweils 6 Gedecken voll belegt sind. Das Aufstehen fällt manchmal schwer, da sich die Stühle nicht so leicht über den groben Bodenbelag schieben lassen, der den Ackerboden bedeckt. Ab und zu blieben wir an einer überlappenden Teppichecke hängen, doch bei geringer Gästezahl ist stets eine hilfreiche Kellnerhand zur Stelle.


Fazit

Für uns war es vor der Mela perfekt, da wir dort Ruhe fanden. Der Service musste sich noch einspielen, aber man bemühte sich sichtlich etwas zu bieten.

Im November 2007 waren wir für 1 Nacht hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite vom Royal Camp

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