| Weltreisen | Indien | Unterkunft | Site-Map | HOME |

| Lage | Zimmer | Frühstück | Essen | Fazit |

WINDSOR LODGE

Die historische Windsor Loge hatten wir auf Grund der Lage und der Webseite ausgesucht. Denn historische Gebäude haben in Indien meist einen ganz besonderen Charme, und dieses Hotel gehört zur rennomierten WelcomHeritage-Gruppe. Das Gebäude wurde im Jahr 1909 als Jagdlodge erbaut, damals noch inmitten von üppigen Wäldern mit reichem Wildbestand. Reiche Engländer und auch Inder verbrachten hier gerne ihre Sommerfrische, mit klarer Luft und viel Natur. Der Ausblick muss bei schönem Wetter fantastisch sein, fast 360°C Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Nanda Devi, Trishul und PanchChuli. Leider sahen wir während unseres Aufenthaltes wegen Dunst nicht einmal einen Schimmer dieser Pracht.

Unser Fahrer setzte uns nach dem Passieren des schmiedeeisernen Tores mit dem Hotelnamen vor dem markanten Gebäude ab und wir bewunderten die mächtige Eingangshalle mit alten Möbeln und viel Licht durch Glas. Rundum gab es eine schöne Veranda mit blühenden Pflanzen. Dann gab es einige Aufregung und wir mussten zurück ins Auto und wurden ein paar Meter zurück und hangabwärts gefahren. Was das sollte war uns nicht ganz klar, bis wir dann schließlich erfuhren, dass wir im falschen Gebäude waren. Um es kurz zu sagen: Alle Bilder, die man auf Webseiten und bei Hotelanbietern findet zeigen NICHT das Welcomheritage Hotel Windsor Lodge. Das imposante historische Gebäude ist heute ein Ferienheim oder Konferenzzentrum der indischen Tobacco Company. Der alte Hoteltrakt befindet sich weiter unten, direkt daneben im Gartentrakt. Offizielle Bilder davon habe ich nicht gefunden.

So kamen wir an der Rezeption an, wo man uns, ganz im Gegensatz zum zur gleichen Hotelgruppe gehörenden Kasmanda Palace in Mussoorie, sehr freundlich empfing. Dann führte man uns zum Zimmer nahe der Rezeption. Direkt daneben wurde gebaut, und zwar das versprochene Spa mit Massage und der Billardraum. Beides war gerade mal im Rohbau.

Innerhalb der Anlage gibt es hübsche, kleine Beete mit blühenden Blumen und viele Sitzgelegenheiten auf Terrassen. Vor dem Restaurant befindet sich sogar ein Springbrunnen. Beim Gang durch den Garten, auf der Suche nach der Bar, entdeckten wir um die Ecke noch eine weitere, größere Baustelle. Hier entstehen weitere ca. 20 Zimmer, eine neue Rezeption und eine eigene Zufahrt. Wir kamen uns an diesem Nachmittag schon ein wenig komisch vor. Die einzigen Gäste, inmitten einer Baustelle sitzend, und Räumlichkeiten, die so gar nichts mit den Bildern der Webseite zu tun haben. Und hier hatten wir 2 Nächte gebucht, wir konnten es nicht fassen und fühlten uns ein wenig veralbert.

Das sich der Aufenthalt trotzdem gelohnt hat und wir das Hotel am Ende sogar weiterempfehlen werden, lag alleine am sehr netten und professionellen Personal und am Restaurant. Doch mehr dazu weiter unten.


Lage

Die Windsor Lodge liegt recht zentral in einem Außenbezirk von Ranikhet, ganz in der Nähe des Golfplatzes am Ortseingang, von Almora kommend. Das Grundstück gehört zum Kalika Estate, das Dorf hier heisst Dadgallia. Von der Straße und vom nahen Golfplatz aus hat man einen schönen Blick über das grüne Tal bis hin zu den schneebedeckten Bergen des Himalaja - wenn man Glück mit dem Wetter hat, denn wir sahen im März leider nur Dunst und Wolken.

Eine beschilderte Abzweigung führt vom Ranikhet-Almora Highway kommend ca. 200 Meter hinunter zur Lodge, dann gabelt sich der Weg an einem Tor. Rechts geht es zum historischen Gebäude, welches man von der Webseite kennt. Links fährt man zum eigentlichen Hotel, dem Gartentrakt.

Ranikhet wurde 1869 als Militärstützpunkt gegründet und ist heute auch noch immer weitgehend vom Militär bewohnt. Nach Almora fährt man 44 Kilometer, nach Kausani 59 Kilometer und nach Nainital 60 Kilometer.


Zimmer

Wir bekamen ein Zimmer ganz in der Nähe der Rezeption am Ende eine langen Balkons gelegen. Mehr als 4 bis maximal 6 Zimmer gab es scheinbar gar nicht, der Rest wurde ja gerade erst gebaut. Zur Begrüßung wurde uns erst einmal ein Masala Chai gebracht, den wir auf der Terrasse tranken. Der erste Eindruck von unserem Raum war die enorme Größe. Sehr hohe Decken mit Dachschrägen und ein Fenster darin sorgten für viel Licht. Das Zimmer wirkte rustikal durch den Holzfußboden und die Holzdecke. Dazu sehr schön abgestimmt, die Wände und die Deko in Beige- und Orangetönen. Alles war recht geschmackvoll dekoriert mit Bildern und einer Vase mit Zweigen in einer Nische. Im Eingangsbereich befanden sich eine Sitzgruppe und ein Schreibtisch. Das Bett war hart wie immer, dafür aber riesig und sogar für Michael lang genug. Zu unserer Freude gab es einen offenen Kamin mit einem Gasfeuer, denn am Abend wurde es recht kühl.

Tagsüber wurde hinter dem Zimmer auf der Baustelle noch heftig geklopft und ab und zu rieselte Schutt auf unser Dach. Am Abend war es hier, weit ab von der Straße, aber sehr ruhig und wir verbrachten hier recht erholsame Nächte. Am Morgen wurden wir nicht von den Handwerkern geweckt, sondern von einer Affenhorde, die über unser Dach tobte.

Auch das Bad hatte gewaltige Dimensionen und wirkte sehr gepflegt, mit schönen Kacheln an den Wänden. Die Toilette hatte ihre Macken, die Dusche funktionierte hervorragend und das Wasser war heiß. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich aber, wie alt der Raum eigentlich war. Besonders der Holzfußboden hatte gelitten und ganze Dielen konnte man hochheben. Wir hatten definitiv schon bessere Zimmer, aber trotzdem haben wir uns hier ziemlich wohl gefühlt.

Frühstück

Das Frühstück haben wir im Restaurant eingenommen. Der gemütliche Raum mit einer prächtigen alten Holzdecke liegt inmitten der Anlage. Es gab zwar auch einige hübsche Tische im Garten, aber zum Sitzen an der frischen Luft war es leider am Morgen noch zu kühl. So sassen wir wieder mal ganz alleine am Tisch unserer Wahl und konnten von der Karte bestellen, was wir wollten. Am ersten Morgen haben wir uns an die Karte gehalten und Michael hat sich ein Omlett bestellt, welches sehr lecker war. Ich hatte "Cootage Cheese on Toast" entdeckt, ein Toastbrot, welches mit Massala-Käse überbacken war. Mal was anderes, statt der ewigen Eier. War auch sehr lecker, wenn auch ein wenig trocken. Am nächsten Tag guckten wir gar nicht mehr auf die Karte und wir zählten einfach auf, was wir essen wollten und es wurde gebracht. Anders als in anderen Hotels bekam man hier alles, auch Joghurt und Honig. Nur die klebrige Himbeermarmelade und der Kaffee hätten von Geschmack und Konsistenz her besser sein können.

Essen

Zum Restaurant konnten wir gehen, wann wir wollten. Schließlich waren wir ja die einzigen Gäste an beiden Abenden und man wartete nur auf uns. Doch zuerst besuchten wir die gemütliche Bar, in der man sich Wohlfühlen konnte. Einige Inder aus dem anderen Gebäude kamen auch mal vorbei auf einen Drink. Ein paar Reisführer lagen zum Lesen bereit und eine CD-Sammlung fütterte die Musikanlage. Da wir moderne indische Musik gerne hören, fanden wir es interessant, mal ein paar Titel vom Barkeeper anspielen zu lassen. So eine Art Privatdisko, dazu ein leckerer indischer "Old Monk" Rum mit Chips.

Im Restaurant präsentierte man uns eine ziemlich umfangreiche Karte mit indischen und europäischen Gerichten. Wir staunten, denn laut Kellner war alles vorrätig. Neben Spezialitäten aus der Region Kumaon gab es auch Pizza, Pasta und neuseeländische Lammsteaks. Was für eine Überraschung. Obwohl uns der Gedanke, eine Pizza zu probieren, doch sehr reizte blieben wir bei den indischen Leckereien und wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil. Hier gibt es nach einigen Zeitungsartikeln die beste indische Küche in der ganzen Provinz Kumaon und wer hier nur auf der Durchreise ist, dem können wir empfehlen, wenigstens zum Lunch in der Windsor Lodge Station zu machen.

Der Chef in der Küche hatte im Hotel "Le Meredien" in Delhi gearbeitet und verstand sein Handwerk. Die Gerichte waren raffiniert, schmackhaft und nicht zu fettig. Besonders gut sind uns das grüne Kumaoni Roti und der Kumaoni Palak (Spinat) in Erinnerung, denn wir wollten natürlich regionale Küche probieren. Auch die Fleischstücke aus dem Tandoori-Ofen (murg tikka) kamen knochenlos und saftig auf den Teller. Zum Essen gab es gut gekühltes Bier.

Eine weitere Überraschung war der absolut perfekte Kellner. Das Bier mit den Gläsern wurde nicht, wie sonst üblich, in der Hand getragen, sondern wurde auf der Anrichte eingegossen und kam dann auf einem Tablett an den Tisch. Das Hühnerfleisch mit erkennbarer Übung vorgelegt - Fleischgabel und Vorlegelöffel in Einhand-Bedienung zeugen von einer waren Kunstfertigkeit - und freundlich war er auch. Ein weiterer junger Mann guckte zu und durfte abräumen, der wurde wohl gerade angelernt.

Alles in allem haben wir uns rundum wohl gefühlt und als wir am ersten Abend satt und zufrieden das Restaurant verließen, freuten wir uns schon auf den nächsten. Denn die umfangreiche Karte hatte noch viel zu bieten. Man kann sagen, dass die Küche hier zu den besten zählte, die wir auf dieser Reise probiert hatten. Und das nicht nur, weil wir von den letzten drei Nächten im Hotel in Almora nicht gerade verwöhnt waren.

Für beide Abende mit sehr vielen, unterschiedlichen Gerichten und auch alkoholischen Getränken von der Bar haben wir am Ende inclusive Steuern 2.683 Rupien bezahlt.

Fazit

Ganz nett, zwar von der Lage und dem Raum nicht der Beschreibung auf der Webseite entsprechend, aber mit gutem Service und hervorragender Küche.

Im März 2008 waren wir für 2 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite der Windsor Lodge.

Google Map zum Thema

Windsor Lodge


Größere Kartenansicht

| Weltreisen | Indien | Unterkunft | Site-Map | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google