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JALORE WILDLIFE SANCTUARY

Das Jalore Wildlife Sanctuary, wie soll man anfangen es zu beschreiben? Es handelt sich hier um ein Gesamtpacket, kein preiswertes, aber dafür sicherlich in Indien ein ziemlich einmaliges. Wir haben diese Unterkunft über Recherchen im Internet gefunden und waren gleich interessiert. Die Beschreibungen sind recht mager, auch die eigene Seite gibt nicht viel preis. Doch zwei Videos auf Youtube (siehe Seite Jalore Wildlife Sanctuary) mit Sichtungen im 190 km² großen Schutzgebiet haben uns dann doch überzeugt.

Also buchten wir quasi ein Überraschungspacket und wir sollten es nicht bereuen. Es geht hier nicht um eine komfortable Unterkunft, die Buchung lohnt sich nur für Naturfreunde, Wanderer und Fotografen. Wer diese Seite liest, sollte sich auf jeden Fall das Gesamtpacket beachten und auch die Seiten Jalore Wildlife Sanctuary, Nachtsafaris, Nature Walk und Sunset Safari ansehen.

Die Unterkunft ist ein kleineres Camp, das ursprünglich von der Familie Kaniwara Chouhan als Ferien- und Freizeitcamp genutzt wurde. Das Land liegt zwischen zwei Gebirgszügen und wurde den Vorfahren vor sieben Generationen vom Maharaja von Jodhpur für treue Dienste geschenkt. Man hat in den letzten Jahren die Chancen für Ökotourismus erkannt, die Landwirtschaft eingestellt und das Land der Natur und den Tieren überlassen. Ab und zu wird das Camp jetzt für zahlende Gäste geöffnet, viele Ausländer kommen nicht hierher.

Es gibt zwei Rundhäuser mit Zimmer und Bad, eine Küche und eine Aussichtsterrasse. Als Fahrer und Ansprechpartner steht der Sohn des Hauses namens Ravindra Singh Chouhan zur Verfügung. Für die anwesenden Gäste kommen ferner extra ein Koch hinzu und ein Gehilfe, der zum Beispiel auf Rundfahrten die Lampe hält und die Gäste mit bedient. In unserem Fall war das ein Neffe von Ravindra.

Der Preis beinhaltet Vollpension und diverse Fahrten mit dem Jeep sowie geführte Wanderungen. Hinter dem Camp befindet sich ein Steinbruch, der einem Familienangehörigen gehört. Wenn Gäste im Camp sind, dann ruht dort die Arbeit, damit die Sprengungen und der Bagger nicht stören. Von benachbarten Steinbrüchen entlang der Gebirgskette bekommt man zum Glück wenig mit.

Zu beachten ist folgendes: Wenn man mit eigenem Fahrer anreist, dann steht für diesen keine Unterkunft zur Verfügung. Er schläft auf einem Feldbett vor einem der Bungalows auf der Terrasse innerhalb des Fliegengitters und langweilt sich den ganzen Tag auf dem Gelände. Somit ist er, ebenso wie das Personal vom Camp, ständig anwesend. Das könnte schwierig sein, wenn man mal keinen "guten Draht" zu seinem Fahrer hat. Eigentlich ist im Pauschalpreis auch die Abholung ab/bis Jodhpur inkludiert.

Ein Zwei-Tages Packet hat 30.000 Rupien gekostet, nur der Alkohol wurde extra berechnet. Dafür ist man dann laut Eigenwerbung zu Gast im "The first and only privately owned and operated wildlife sanctuary in India". Und ganz wichtig: 42% der Einnahmen durch den Aufenthalts werden für die lokalen Naturschutzinitiativen und Tierstudien verwendet.


Lage

Das Jalore Sanctuary befindet sich nahe dem Dorf Dhavla, ca. 140 Kilometer von Jodhpur entfernt. Es führt eine Abzweigung vom Highway 64 wenige Kilometer vor Jalore über staubige, holprige Feldstraßen zum Dorf mik Steinbruch und von dort teilweise durchs Flußbett weiter bis zum Camp. Vorbuchen ist hier Pflicht, sonst ist niemand vor Ort.

Am Eingang zum privaten Land warten zwei bunte Schutzgeister auf Pferden auf den Besucher und im Camp angekommen wird man dann herzlich mit einer gelben Blumengirlande begrüßt.


Zimmer

Es gibt hier im Camp zwei runde Bungalows und ein paar Nebengebäude. In dem größten Haus, das auch die meiste Privatsphäre bietet werden die Gäste untergebracht. Hier gibt es keinen überflüssigen Luxus, aber man hat alles Nötige für einen Aufenthalt in der Wildnis. Das runde Haus ist von einem ca. 1 Meter breiten Gang umgeben, an dessen Außenseite sich ein Fliegengitter befindet. So kann man im Freien auf den beiden Stühlen sitzen, wird aber nicht so sehr von Insekten belästigt.

Im Inneren steht ein Bett, das leider sehr hart ist wie so oft in Indien. Mir haben schon vom Liegen mein Knie und mein Rücken wehgetan. Für zwei Nächte war es auszuhalten, länger hätten wir nicht dort schlafen wollen.

Bis auf ein paar Fotos ist der runde Raum ziemlich schmucklos, war aber mit netter rosa Wandfarbe gestrichen. Sehr schön und gut verlegt war der glänzende und kühle geflieste Fußboden.

Es gibt hier einen Tisch mit Spiegel, einen Stuhl, Nachttische und eine Ablage für die Koffer. Also alles, was man braucht. Zu unserer Freude hatte sich auch ein fetter Gecko eingenistet, der an der Decke auf Insektenfang ging. Da das runde Dach oben in der Mitte einen kleinen runden Aufsatz hat, um dort von rundherum etwas Licht herein zu lassen, hatte man bei Sonnenschein immer den Eindruck, es würde dort oben eine Lampe eingeschaltet sein.

Das angrenzende Badezimmer ist ebenfalls sehr einfach, mit einem indischen Zwitter aus westlicher Toilette und Hockklo. Wenn man hier duscht sollte man beachten, das Wasser eingekauft und mühsam mit einem Tankwagen hier hin transportiert werden muss. Zu verschwenderisch sollte man also nicht damit umgehen, die indische Dusche mit dem bereitgestellten Eimer empfiehlt sich daher, obwohl es auch einen Duschkopf gibt. Das Wasser ist kalt, eher lauwarm wenn es länger in den Rohren gestanden hat.

Uns wurde zwar angeboten, das wir am Morgen erhitztes Wasser geliefert bekommen, aber angesichts der hohen Temperaturen war eine kühle Dusche durchaus willkommen.

Achtung: Das Camp hat nur ein Solarpanel für eine Autobatterie, um damit am Abend die Neonleuchten für die Zimmer, die Küche und den Hof zu betreiben. Haare fönen fällt also aus. Also vorher alle Akkus und Laptops voll aufladen und mal für zwei Tage auf das Rasieren verzichten - wir hatten vorgesorgt und brauchten wärend der zwei Tage keine Steckdose. Eventuell gibt es eine Steckdose im Küchenhaus für schwache Ladegeräte oder ein Radio, wie haben aber nicht danach gefragt.


Frühstück

Das Frühstück haben wir im Freien auf einer der vielen Terrassen zwischen den Büschen irgendwo im Camp im Schatten eingenommen. Dafür wird ein Tisch eingedeckt und dann serviert der Sohn des Hauses Toast und Eier. Er macht selbst sehr leckerere Masala Omeletts, dünn, locker und saftig, die wir nur empfehlen können.

Dann kommen noch die Einkäufe für die Gäste auf den Tisch. Ein ganzes Marmeladenglas, Butter und ein Tetrapack mit leckerem Saft. Am ersten Morgen hatten wir Granatapfelsaft und am nächsten dann Orangensaft. Und natürlich bekamen wir dazu auch den obligatorischen Masala Chai.

Bananen und Äpfel gab es auch dazu und so waren wir mit dem Frühstück rundum zufrieden. Nach dem servieren zog sich das Personal in die Küche zurück und wir konnten ganz in Ruhe frühstücken und dabei kleine Tiere in der Umgebung beobachten, vor allem die aktiven Streifenhörnchen, die natürlich versuchten, vom Essen ein wenig ab zu bekommen.

Essen

Lunch und Dinner werden ebenfalls unter freiem Himmel eingenommen, wobei man sich bemüht hat den Tisch immer an einem anderen Ort mit einer anderen Aussicht zu decken. Mittags im Schatten von einem Baum, am Abend mit schöner Aussicht in die beginnende Nacht.

Nach unserer Ankunft war schon für den ersten Lunch eingedeckt, es gab Tomaten und Gurkenscheiben, Wasser und Tee, Chapati, Reis, Joghurt, Okraschoten als frisches Bindi-Masala und Dhal. Serviert auf einer grün-weiß karierten Tischdecke.

Das Mittagessen am nächsten Tag bestand dann aus Reis, Chapati, einem sehr leckeren warmen Gurkengemüse und einer scharfen Buttermilchsuppe mit Mehl aus Kichererbsen angedickt, von der ich mir gleich das Rezept besorgt habe. Sie war sehr gut gewürzt und extrem lecker in der Hitze.

Erstaunlich, was ein alter Mann in seiner kleinen, mit Tüchern abgehängten Küchenhütte, zaubern kann. Das Essen am Abend war dann aufwendiger und ebenfalls sehr gut. Zuerst gab es natürlich das obligatorische Papadam zum knuspern. Zum Essen auch den üblichen Salat aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Wir tranken Kingfisher Bier, hätten hier aber sogar auch Wein haben können. Die Getränke sind das einzige, was man am Ende noch extra bezahlen muss. Eine große Flasche Bier kostet die üblichen 200 Rupien.

Dazu gab es dann lokale Spezialitäten aus Kohlgemüse, ein Curry aus Ziegenfleisch und aus einer sehr ungewöhnlichen Art Nudeln aus Maismehl, die hier überall in der Nähe in Heimarbeit oder in Manufakturen hergestellt werden. Am Abfahrtstag haben wir mit unserem Fahrer eine Familie besucht, die diese leckere Spezialität per Hand herstellt und in der Sonne trocknet. Bilder davon auf der Seite Nimbeshwar Mahadev Mandir. Nachspeise war Milchreis mit Kardamom.

Mit dem Essen waren wir rundum zufrieden und haben einige neue Dinge probieren können, die wir woanders nie wieder auf den Speisekarten gesehen haben.


Fazit

Naturnahe Unterkunft "off the beaten track" mit sehr persönlichem Service.

Im Oktober 2013 waren wir für 2 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite des Jalore Wildlife Sanctuary.

Google Map zum Thema

Jalore Wildlife Sanctuary Camp

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