| Weltreisen | Indien | Unterkunft | Site-Map | HOME |

| Lage | Zimmer | Frühstück | Essen | Fazit |

HOTEL AMBAR

Zwischen Maheshwar am schönen Fluss Narmada und dem Besuch der berühmten Höhlen von Ajanta und Ellora liegen viele Kilometer schlechte Strasse. Und weil wir uns Zeit lassen wollten haben wir bei der Planung nach einer Unterkunft auf dem Weg Ausschau gehalten. Das war gar nicht so einfach, denn viel Auswahl gibt es nicht. Bei der Recherche kam ich dann schnell auf den sehr interessanten Ort Burhanpur ,der eine Menge Sehenswertes zu bieten hat. Nachzulesen auf den Seiten Asirgarh Fort und Burhanpur. Das beste Hotel vor Ort ist das "Hotel Ambar and Holiday Resort", welches noch nicht einmal auf Google Maps eingezeichnet ist.

Über unseren Agent in Mumbai buchten wir dort eine Nacht, um von dort aus am nächsten Tag die Ajanta Caves zu besuchen und die nächste Nacht in Ellora zu verbringen. So kam es, dass wir vom teuersten Hotel der Reise, dem Ahilya Fort hoch über den Ghats von Maheshwar, zum preiswertesten mitten im Gewusel einer indischen Stadt wechselten. Das Fazit dieser Tatsache war ziemlich überraschend, denn hier bezahlten wir nur 5% des Preises vom Vortag plus Essen für die Übernachtung.

Ein Info bekamen wir schon am Tag vorher, als wir uns im Ahilya Fort mit Gästen aus Belgien unterhielten. Sie waren noch sichtlich geschockt von einem fürchterlichen Hotel, das nach ihren Angaben schmutzig war mit einem Pool voller Müll und grauenhaften Zimmern. Sie telefonierten mit ihrem Travel Agent, der sie im einzigen guten Hotel der Umgebung unterbrachte: dem Ahilya Fort. Dafür bezahlten sie dann gerne 200 Euro pro Nase und waren froh, dem Grauen entkommen zu sein. Der arme Fahrer musste noch 3,5 Stunden durch die Nacht fahren und sie kamen erst kurz vor dem Abendessen an. Auf den Bildern, die sie uns auf dem Handy zeigten, konnten nichts abgesehen von etwas gewagten Stoffmustern nichts wirklich Schlimmes erkennen, allerdings handelte es sich bei dem "Hotel des Grauens" um das von uns gebuchte Ambar Hotel in Burhanpur. Das war bei den Belgiern ein Fehler des Reisebüros, denn sie hatten ausdrücklich 5 Sterne Hotels gebucht. Wir waren jedenfalls schon mal auf das Schlimmste vorbereitet, wussten aber sowieso schon, dass uns höchstens mittlere Kategorie erwarten würde.

Die Strassen auf dem Weg dorthin waren ziemlich schlecht, wir bedauerten den armen Fahrer der Belgier im Nachhinein, der hier im Dunkeln mit den Lastwagen um die Wette fahren musste. Wir hatten viel Zeit, brachen nach dem Frühstück auf und besuchten unterwegs noch das Asirgarh Fort. Die Besichtigung war recht anstrengend in der Hitze und nach 171 Kilometern und insgesamt ca. 4 Stunden Fahrt erreichten wir das Hotel. Es liegt mitten in Burhanpur an einer verkehrsreichen Hauptstrasse, die Fassade ist typisch indisch und das Gewühl davor auch.

In der Lobby wurden wir mit halbwarmer Cola und einer frischen Rose begrüsst vom Besitzer Hoshang Sorabji Havaldar, der das Hotel seit Eröffnung im Jahr 1985 betreibt. Ein warmherziger Mann mit einer mitreissenden Begeisterung für seine Heimatstadt, in der er der einzige Parse ist - allerdinds ist seine Familie schon seid 7 Generationen hier heimisch. Traditionell spielen der Anbau von Baumwolle und deren Verarbeitung zu Stoffen und Textilien eine wichtige Rolle im gesamten Distrikt von Burhanpur, der Stadt des Garns. Dem entsprechend wurden wir hier mit einer Kette aus beigen Fäden begrüsst, die man uns zum Willkommen um den Hals hängte.

Zuerst riss uns hier aber gar nichts mit, denn während draussen der Verkehr tobte hielt uns Herr Havaldar an Hand von Fotos in der Lobby einen begeisterten Vortag über die Baudenkmäler seiner Stadt, von dem wir nur die Hälfte verstanden. Wir wollten auf unser Zimmer und uns frisch machen, denn wir waren recht erschöpft. Er bot uns an, einen Guide zu besorgen oder uns selbst die Stadt zu zeigen. Da konnten wir nicht nein sagen, einen bessern Führer würden wir nicht finden, also beeilten wir uns, denn es war schon Nachmittag und es gab viel zu sehen. Schnell wurde noch ein Kaffee und ein leckeres Masala Papad zur Stärkung aufs Zimmer serviert.

Kurz darauf fuhren wir mit unserem Fahrer und dem Hotelbesitzer durch den Ort und besichtigten ein paar der beeindruckenden historischen Gebäude. Alles haben wir leider nicht geschafft, man würde mindestens einen ganzen Tag brauchen, so viel gibt es zu sehen in und um die Stadt.

Das Hotel ist sehr einfach und etwas unübersichtlich, aber wir haben hier gut geschlafen, sehr gut gegessen und wurden mit herzlicher Gastfreundschaft wie besondere Gäste bewirtet. Unterm Strich hatten wir keine hohen Erwartungen und wurden eher positiv überrascht. An der Straße befindet sich die Rezeption mit Lobby, hier geht auch ein Gang zu einigen Zimmern im Hauptgebäude ab, diese liegen aber zum Highway vorn oder haben nach hinten keine Fenster. Ein langer überdachter Weg durch den Hof führt in den hinteren Teil des Hotels mit Gartenlokal und rundherum angelegten kleinen Bungalows. Der beschriebene Pool voller Müll lag neben diesem Gang und entpuppte sich als Baustelle, an der gerade gearbeitet wurde. Das zentral gelegene Becken war einfach nur vollgepackt mit Bauschutt und neuem Material.


Lage

Die Stadt Burhanpur mit ihren ca. 220.000 Einwohnern liegt am Fluss Tapti, etwa 340 Kilometer südwestlich der Stadt Bhopal in einer Höhe von etwa 250 Metern ü.d.M. Die Stadt Aurangabad im benachbarten Bundestaat Maharashtra liegt weitere 210 Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt.

Das Hotel Ambar ist das einzige Hotel der Stadt, das 30 Zimmer hat und es liegt direkt gegenüber dem Busbahnhof am State Highway. Da es auf halbem Weg zwischen dem 108 Kilometer entfernten Indore und Aurangabad liegt bietet es sich auch für Geschäftsreisende als Zwisschenübernachtung an.


Zimmer

Die Zimmer im Hotel Ambar and Holiday Resort sind einfach eingerichtet und die Einrichtung und der vorherrschende Mustermix im Stil der 70er Jahre ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Wir bekamen einen der kleinen Bungalows mit der Zimmer Nummer 4 hinten im Garten, was sich als gute Wahl erwies. Aussen mit Backsteinmauer und reich verziertem Dach. Hier hat man keine direkten Nachbarn, die Werkstatt auf der Rückseite nebenan, von der wir am Nachmittag einige Male ein lautes "Rumms!" hörten, stellt gegen Abend auch die Arbeit ein. Von der lauten Stadt hört man hier so gut wie nichts, wir haben prima geschlafen. Den recht alten Kühlschrank haben wir ausgemacht, der Flachfernseher mit Kabelanschluss obendrauf und die Klimaanlage waren ziemlich neu.

Die Möbel sind einfach und stilistisch ziemlich zusammengewürfelt, es gibt ein Sofa, einen kleinen Tisch, eine Ablage und einen Schrank und man servierte uns auch Kaffee und Tee ins Zimmer. Sehr kreativ ist die Verteilung der unterschiedlichen Lampen, die Ecken sind mit goldenen Verblendungen verziert. Man spürt, dass man sich hier Mühe gegeben hat beim Einrichten, es gibt auch einen Ventilator an der Decke, der sogar ziemlich leise läuft. Die Fenster sind verziert mit bunten Gittern und am Abend wird das Häuschen auch aussen beleuchtet.

Das angrenzende Bad war nagelneu bis an die Decke gekachelt, durch die Fenster könnten hier Schwirrtiere kommen, wenn da nicht noch ein Fliegengitter davor kommt. Wir hatten jedoch keine Probleme diesbezüglich. Es gibt eine Dusche und die typisch indischen Eimer, dazu ein modernes Waschbecken und einen Spiegel mit Rahmen. Alles war hier sehr sauber und das Wasser war heiss und kam mit ausreichend Druck aus der Leitung für eine schöne Dusche. Was will man mehr?

Auch der kühle Marmorboden im Zimmer war penibel sauber. Am Morgen hing sogar eine englischsprachige Zeitung an der Zimmertüre.


Frühstück

Für das Frühstück hatte man extra für uns einen Tisch in die Nähe des Bungalows auf den Rasen gestellt und wir frühstückten auf Plastikdecke im Freien. Am Morgen war es noch kühl, wir sind ziemlich früh aufgestanden, weil die Besichtigung der 110 Kilometer entfernten Höhlen von Ajanta auf dem Programm stand. Wir bekamen frischen Toast mit Marmelade und Butter, dazu warme frisch zubereitetet Uttapam, eine Art dicker gewürzter Pfannekuchen aus Kartoffeln und Joghurt. Sehr lecker und sättigend für den kommenden, anstrengenden Tag.

Dazu gab es auf Wunsch Bananen und klein geschnittene Papaya, Masala Chai und Kaffee.



Essen

Es gibt im Hotel einen grossen Garten im hinteren Bereich, der von kleinen Bungalows und einer Mauer gesäumt ist. Das Heena Garden Restaurant steht auch den Einwohnern von Burhanpur offen, die das Angebot auch gerne nutzen. Jeden Abend werden hier die Tische und die offene Küche aufgebaut. Man kann dem Koch beim Backen der Brote zusehen. Ganz niedlich sind die Tische mit Schaukeln - zwei Sitzbänke und ein Tisch sind zu einem Gestell zusammengebaut und aufgeängt wie eine Hollywoodschaukel. Vier kleine Inder passen an so einen Tisch, wir dicken Europäer hatten zu zweit schon ein paar Probleme mit den schmalen und kurzen Sitzen. Aber für Inder ist dieses Setting im ruhigen Innenhof mehr als romantisch.

Für uns hatte sich unser Gastgeber aber etwas ganz Besonderes ausgedacht: Vor einer kleinen Bühne mit der Aufschrift: "welcome to dear friends" stand ein Tisch und davor war ein bequemes Sofa aufgebaut mit Blick auf die Bühne. Man hatte uns vorher aufgezählt, was es zu Essen gibt und da wir da sehr pflegeleicht sind ließen wir uns gerne überraschen.

Zu unserem großen Erstaunen betraten zwei Männer die Bühne, man hatte sie extra zu unserer Unterhaltung bestellt. Klassische indische Musik wird in der Regel von einem kleinen Ensemble aufgeführt, hier war es ein Shehnai-Spieler und einer zweiter mit der klasischen Doppeltrommel Tabla. Laut unserem Gastgeber Meister ihres Fachs, er selbst saß verzückt daneben und lauschte den Klängen, sagte uns jede einzelne Raga an. Unsere ungeübten Ohren konnten zwischen den einzelnen Stücken nur wenige Unterschiede ausmachen, aber wir wussten zu schätzen dass die beiden Herren extra für uns eine dreiviertel Stunde gespielt haben. Kleiner Ausschnitt davon im Video unten.

Das Essen im vegetarischen Open-Air Restaurant war wirklich hervorragend und wir haben mit grossem Appetit zugeschlagen. Es gab als Vorspeise frittierte Käsebällchen und eine grüne Suppe. Das frisch zubereitetete Brot schmeckte hervorragand und es gab vier verschiedene Gerichte auf Platten, von denen wir uns bedienen konnten. Dazu einen liebvoll dekorierten Salat. Es gab Linsenbällchen in Spinatsauce, gebratenen Reis mit Gemüse und Gewürzen, sehr leckeren geschmolzenen Paneer Angara und die neuerdings in Indien beliebten chinesischen Nudeln. Alles war sehr lecker und sehr mächtig, die Nudeln waren am wenigsten indisch, die haben wir kaum gegessen. Dazu gab es Wasser und extra für uns wurde sogar kaltes Bier angeboten, die Flaschen waren zur Tarnung in Zeitungspapier eingewickelt.

Rund, satt und zufrieden mussten wir am Ende dann nur wenige Meter ins Zimmer und in unser Bett gehen. In einem so einfachen Hotel hätten wir dieses leckere Essen und so eine Gastfreundschaft nicht erwartet, das konnte in seinem eigenen Stil mit der Luxusunterkunft vom Vortag mit ihrer eher professionellen Routine durchaus mithalten. Das Dinner hat 600 Rupies pro Person gekostet, das Bier wurde später extra bar abgerechnet.


Fazit

Einfache Unterkunft mit herzlicher Gastfreundschaft.

Im November 2015 waren wir für 1 Nacht hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die Webseite vom Hotel Hotel Ambar and Holiday Resort.

Eigenes Video zum Thema

Google Map zum Thema

Hotel Ambar

| Weltreisen | Indien | Unterkunft | Site-Map | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google