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JAGDISH TEMPEL

Bevor wir den City Palace besuchten gingen wir mit unserem Führer erst einmal zu größten und bekanntesten Tempel von Udaipur. Vom Eingang zum Stadtpalast ist er nur etwa hundert Meter entfernt. Die belebte Strasse führt bergab, vorbei an zahlreichen Läden, die meist billige und bunte Kleidung verkaufen.

Der im Jahre 1651 n.Chr. von Maharana Jagat Singh I erbaute und Vishnu geweihte Tempel hat eine 24 Meter hohe imposante Pagode, die weit über die umliegenden Häuser herausragt. Er steht auf einer erhöhten Plattform und wird von einer Mauer umschlossen. Wer eine Bootsfahrt auf dem Pichola See macht, der erkennt den Tempel sofort, es ist der größte, strahlendste und prächtigste Tempel der Stadt. Ganz in der Nähe befindet sich noch eine weitere nur etwas kleinere Tempelkuppe.

Eine ziemlich steile Treppe führt hinauf in den Vorhof, Handläufe aus Messing befinden sich in der Mitte und dritteln die Treppe. Beide Setien sind gesäumt mit einigen Bettlern, an dieser Stelle aber anscheinend eher Alte und Gebrechliche, keine Professionellen. Beim wieder Herunterklettern ein paar Rupiemünzen aus der Hosentasche zu verteilen ist zumindest dem Gewissen von Nutzen, Scheine werden hier nicht erwartet.

Von oben sieht man den Schmutz und Unrat auf den flachen Dächern liegen und wird von zwei riesigen Elefanten mit ausgestrecktem Rüssel begrüsst. Von einem kleinen Schrein blickt Vishnus mythologisches Reittier Garuda auf den Tempeleingang. Sauber war es hier wirklich nicht, aber nachdem wir die Schuhe wie vorgeschrieben am Eingang abgegeben hatten zogen wir unsere Tempelsocken hauptsächlich deshalb an, weil das Barfuss gehen auf kaltem Marmor nicht unbedingt angenehm ist in der kühlen Jahreszeit.



Im Tempel

Oben angekommen schlug gerade jemand mit einem Holzklöppel auf eine riesige Tempelglocke. Der Lärm war ohrenbetäubend und wir verstanden kein Wort mehr davon, was unser Guide über den Tempel erzählte. Das Glockenläuten - beide Geschlechter sowie bestimmte Gruppen haben eigene Glocken - hat einen ganz bestimmten Grund: Normalerweise liegen die Götter in tiefem Schlaf. Wenn ein Gläubiger in den Tempel kommt, so muß er erst einmal mit viel Lärm auf sein Anliegen aufmerksam machen.

Das Äußere des sich hoch aufschwingende Shikhara-Turms ist über und über mit Vishnu-Darstellungen, tanzenden Nymphen und Szenen aus dem Leben Krishnas verziert. Einige Figurenfriese laufen rundum und zeigen Elefanten, Tänzerinnen und Musikanten. Im Inneren des Tempels saßen einige ältere Frauen und murmelten Gebete. Unser Guide erklärte, dies seien Witwen, von reichen Leute ohne Zeit bekämen sie Geld, damit sie an ihrer Stelle beten. Ständig kommen und gehen Gläubige und wir standen oft im Weg herum und kamen uns ziemlich störend vor. Aber ständig wurde uns versichert, das wäre kein Problem, wir sollen ruhig fotografieren oder in den Hauptschrein hereingucken, aber die Statue nicht fotografieren. Diese ist Schwarz und stellt Vishnu, dem Welterhalter, dar dem dieser Tempel geweiht ist.

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, entdeckten wir am Schrein einen furchtbar entstellten Mann, dem ein riesiges Geschwulst aus dem Gesicht wuchs. Da haben wir dann ganz auf Fotos aus dem Innenraum verzichtet und sind lieber einmal rund um den Tempel gegangen, um die Marmorfiguren zu bewundern. Dreck ist überall, deutliche Zeichen der Umweltverschmutzung in Städten.

1998 wurde hier kräftig gereinigt und einiges von der Patina entfernt, aber die Schäden durch die Luftverschmutzung sind dennoch deutlich sichtbar. Es gibt noch weitere Schreine innerhalb der Tempelmauer, zu beiden Seiten des Haupttempels stehen kleinere Schreine für Ganesh und Hanuman.




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