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OHNE SCHUHE

Nachdem wir genügend im Garten herumgewandert waren, wollten wir nach oben auf die Plattform rund um das Hauptgebäude. Dafür muss man aber seine Schuhe ausziehen und wir bekamen von unserem Guide Papier-Überzieher, welche zum Eintritt dazugehören. Wir haben sie aber icht genutzt, da wir Socken mithatten. Michael hat sie für ein Foto einmal angezogen, sahen lustig aus. Barfuss aus dem zum Teil recht kühlen Marmor im Schatten herumzulaufen kann bei längeren Wanderungen unangenehm werden. In der Mittagshitze mag es angenehmer sein, da der weiße Marmor die Wärme gut ableitet.

Die Abgabe der Schuhe wirkte absolut chaotisch. Zahlreiche, sich drückende, schiebende und gegenseitig behindernde Gruppen von Menschen zogen die Schuhe aus und Männer hinter dem Schalter vor großen Ablagekästen sortierten - nein, besser gesagt: warfen - sie dort hinein und vergaben eine Nummer. Gut, das wir unseren Guide hatten, die die Abgabe und spätere Abholung für uns inmitten der drängelnden Menge übernahm - wir hätten us die dreistellige Nummer auf Hindi ja gar nicht merken können...

Als erstes liefen wir einmal um das Gebäude herum, um die Einlegearbeiten, die Marmorblüten, die Koransuren und die Architektur zu bewundern. Unser Weitwinkelobjektiv leistete hier beim Fotografieren gute Dienste. Über dem Gebäude kreisen ständig eine Menge Raubvögel am blauen Himmel und lassen sich auf den höchsten Spitzen nieder. Dank Teleobjektiv entdeckten wir unter ihnen sogar einen männlichen Schmutzgeier (Neophron percnopterus) mit dem typischen, gelben Kopf.

Interessant waren nicht nur das Gebäude, sondern auch die zahlreichen Menschen, die ehrfürchtig staunten. Wunderschöne, elegante Inderinnen im Sari neben westlich gekleideten jungen Männern und Touristen aus aller Welt.

Nach einer Weile gingen wir dann ins Innere des Taj Mahals, wo nicht fotografiert werden darf. Der Andrang war groß und im Inneren ist es dunkel, man braucht eine Zeit, um die Augen an die veränderten Lichtverhältnisse zu gewöhnen. In der Mitte des Mausoleums steht eine Kopie von Mumtaz Sarkopharg, etwas links versetzt eine Kopie des von Shah Jahan. In beiden befinden sich jedoch keine sterblichen Überreste, die sind in den Originalen in einer Krypta unterhalb des Raumes bestattet. Rundum um die Mitte des Raumes befindet sich ein marmornes Lilien-Filigrangitter als Umzäunung, durch das man hineingucken kann.

Obwohl der Raum eine hohe Kuppeldecke hat war die Luft darin grauenhaft stickig und die drängelnden Menschenmassen lösten in mir fast Panik aus. Einige Leute riefen irgendwas, um das Echo zu bestaunen, nicht sehr feierlich. Das diffuse Licht und die lauten Rufe der Leute erweckte in mir auch nicht die im Reiseführer beschriebene magische Stimmung, eher das Gegenteil war der Fall. Der Nachhall in der runden Kuppel bewirkte eine Art Desorientierung im Innenohr, uns beiden wurde schwindelig und übel. Ich wollte nur noch raus und verließ fluchtartig das Innere, um mich draußen auf den Marmor zu setzen und zu erholen . Nach einer Weile kamen Michael und unser Guide auch wieder heraus und wir bewunderten gemeinsam das inzwischen durch die untergehende Sonne golden angehauchten Mausoleum. Ja nach Sonnenstand wirkt das Taj Mahal anders.



Sonnenuntergang

Auf der Rückseite hat man vom Rand der Marmorterrasse einen schönen Blick auf den Fluss Yamuna, der allerdings recht wenig Wasser führte. Am gegenüberliegenden Ufer fanden gerade Filmaufnahmen für eine Bollywood-Produktion statt und eine Menge Menschen liefen dort herum. Die Stimmung kurz vor Sonnenuntergang und danach war am schönsten. Das letzte Licht des Tages ließ das prächtige Gebäude noch einmal leuchten, zuerst intensiv Gold, dann später noch einmal strahlend Weiß. Es wirkte, als wäre es von Innen erleuchtet.

Das Gelände leerte sich zunehmend, es waren aber immer noch genug Menschen vor Ort. Es gibt ein Zitat unsers alten Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der mit seiner Frau beim Fototermin vor dem Taj Mahal stand und feststellte: "Wilhemine, ich sag nur: Sauerland, bleibt Sauerland". Na ja, das ist ja ganz lustig, aber selbst der schärfste Zyniker kann sich dem Zauber des Taj Mahal nicht entziehen. Und im Sauerland gibt es so etwas Perfektes mit Sicherheit nicht!





Video zum Thema

Beautiful Taj Mahal of India

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