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IM FORT

Der Rundgang im Junagarh Fort, den ich auf der ersten Seite begonnen habe, führt weiter durch die prachtvollen Innenräume. Besonders beeindruckend ist die Ganga Niwas Durbar Hall mit ihren fein gemeißelten Wänden und Dächern. Auch der mit Spiegeln verzierte Phul Mahal, der Blumensaal, ist durchaus prachtvoll. Der mit Jagdszenen bemalte Chandra Mahal, der Mondsaal, folgt auf dem Rundgang danach. Die Innenausstattung der Räume zeigt deutlich den Einfluss der mogulischen Architektur.

Ein weiteres Prachtzimmer des Palastes ist der Saal, in dem die Privataudienzen des Maharajas stattfanden. Er nennt sich, Anup Mahal, weil er im 17. Jh. unter der Regentschaft von Anup Singh entstand. Hier kann man phantastische aus Einlegearbeiten bewundern. Dazwischen glänzen Spiegel und es gibt Malereien in Gold. Diese Dekoration erhielt der Saal aber erst unter Raja Surat. Der Karn Mahal wurde zur Erinnerung an einen beachtlichen Sieg über den Mogul Aurangzeb errichtet.

Für die Innenausstattung der Paläste griffen die Herrscher von Bikaner bevorzugt auf fremde Künstler zurück. Für Lackarbeiten auf Holz holte man sich Spezialisten aus Multan, das heute in Pakistan liegt. Die Einlegearbeiten machten Künstler aus Amber bei Jaipur. Wie in etlichen anderen rajputischen Palästen trat auch in Bikaner ab dem 18. Jh. der Mogulstil deutlicher in den Vordergrund. Denn mit dem Niedergang dieser Dynastie kamen viele arbeitslos gewordene Kunsthandwerker an die Fürstenhöfe von Rajasthan.

Im oberen Stockwerk kann man die Gemächer der Maharani und der weiteren Frauen des Maharajas besichtigen. Hier sind die Zimmer viel schlichter gehalten und relativ klein. Interessant ist das Bett der Maharani. Um sicher zu stellen, dass sich niemand unter dem Bett verstecken kann, hat dieses nur ganz niedrige Füße. Die verzierten Gitter, hinter denen die Frauen ungesehen in die Höfe schauen konnten, hinterlassen ein schönes Schattenspiel in den engen Gängen.




Museum

Im Blumenpalast ist das kleine Bett von Rao Bika, der von 1465-1504 gelebt hat, ausgestellt. Es ist so kurz, weil der Herrscher sogar im Schlaf seine Beine immer über den Rand hinausragen ließ. Und das nur, um selbst wenn er ans Bett gefesselt werden sollte, noch aufspringen und sich gegen seine Widersacher verteidigen zu können. Ganz so unbegründet wie es erscheint war dieser Spleen leider nicht. Denn eine Konkubine hatte einst seinen Großvater mit seinem eigenen Turban ans Bett gebunden, verraten, und so den Häschern preisgegeben. Das schwere Los eines Reichen und Mächtigen.

Heute ist hier das Museum untergebracht, das nach alter rajputischer Tradition die übliche Waffensammlung präsentiert. Es gibt unzählige alte Schilde, Schwerter, Kurzdolche, Gewehre und Speere. Einige der Waffen sehen richtig gemein aus. Sogar eine Kanone, die auf ein Kamel montiert werden konnte, ist hier zu sehen. Man hat bald das Gefühl, die Aneinanderreihung von Gewehren, Speeren, Dolchen und Schwertern würde kein Ende nehmen.

Doch schließlich wandelt sich das Thema der Ausstellung und Gegenstände des täglichen Lebens, Erinnerungsstücke und Gastgeschenke füllen die Räume. Einen selbst ernannten Führer, der uns eine Zeit lang folgte und der uns unbedingt die Bilder alle einzeln erklären wollte, konnten wir endlich durch Nichtbeachtung abschütteln. Es gibt schön gemalte MOnumentalbilder, alte Fotos und verstaubte Stühle und Jagdbeute zu bestaunen. Mitten in der großen Halle steht hier sogar ein Flugzeugwrack aus dem Ersten Weltkrieg. Genauer gesagt handelt es sich im einen Doppeldecker, eine DH9-DE Haviland.

Diese Flugzeug wurde dem Fürsten für seine Unterstützung im ersten Weltkrieg von den Briten zum Geschenk gemacht - damals war es aber ein defektes Absturzexemplar, welches man so bequem los werden konnte. Die Inder waren pfiffig genug, sich weitere defekte oder ausgemusterte Flugzeuge zu organisieren, um so aus mehreren Wracks schlußendlich ein flugfähiges Exemplar zu rekonstruieren.





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Junagarh Fort Bikaner

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