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KLIP RIVIER TAL 1

Da wir in der Grootberg Lodge viel Zeit hatten, entschlossen wir uns am ersten Abend zu einem ganztägigen Ausflug am nächsten Tag. Danach hatten wir bei 3 Nächten Aufenthalt ja immer noch einen weiteren Tag zum relaxen. Es wird ein Nashorn-Tracking angeboten und schon in der Beschreibung darauf aufmerksam gemacht, dass die Fahrt anstrengend wird. Für 900 N$ ist man hier den ganzen Tag unterwegs. Der Preis erscheint teuer, aber wir waren die einzigen Gäste die gebucht hatten.

Zusammen mit einem Fahrer und zwei Fährtenlesern geht es auf Tour in das unwegsame Flusstal. Der Landrover verbraucht Benzin, Lunchpaket und Getränke gibt es dazu und wir waren insgesamt 9 Stunden unterwegs. Da relativiert sich der Preis doch ganz schnell. Je nachdem, ob man eines der im Tal lebenden Rhinos aufspürt müssen Wege dann auch mal zu Fuß zurückgelegt werden. Zwei Nashörner soll es hier nach Aussage unserer Fährtenleser im 1.200 km² große Areal des Klip Rivier geben, weitere sollen aus dem Etosha Nationalpark hierher umgesiedelt werden.

Für Langschläfer ist die Tour nichts. Schon um 7 Uhr morgens geht es los. Unser Guide an diesem Tag hieß Crosley Goraeb, er hatte uns schon bei unserer Ankunft zur Lodge hochgefahren und war für Touren mit den Gästen verantwortlich. In der Community Lodge hat er sich hochgearbeitet, nachdem er in den Anfangsjahren als Kellner gewesen war. Da die Gäste ihn mochten, wurde ihm auf seinen Wunsch hin eine Ausbildung als geprüfter Tourguide im fernen Windhoek finanziert. Für den knapp 30-jährigen Mann aus dem Damaraland eine weite Reise und eine echte Chance für die Zukunft, so kann er seine Familie besser ernähren als von der kargen Landwirtschaft auf seiner Farm. Die Damara hier leben meist in Hütten aus Ästen, Lehm und Kuhdung. Rund 70 Prozent von ihnen sind arbeitslos, ein guter Grund hier die Community mit dem Besuch der Lodge zu Unterstützen.

Crosley spricht gut Englisch und er kann die verschiedenen Pflanzen und Tiere am Wegrand sogar auf Latein benennen. Das hört sich teilweise noch ein wenig auswendig gelernt an, und er ist noch recht schüchtern - aber die Übung macht ja den Meister und was noch an Wissen fehlt macht er mit Charme wieder wett. Seine Fahrkünste sind jedenfalls ohne Tadel, er hat die schwierige und lange Wegstrecke hervorragend gemeistert.

Unterwegs stiegen noch zwei junge Fährtenleser ein, die uns ebenfalls den ganzen Tag begleiteten. So waren wir insgesamt zu fünft im Landrover mit 4 Sitzreihen unterwegs.


Am Talgrund

Die Fahrt hinunter ins Tal führt unterhalb des Grootberg Pass vorbei an Mopane- und Hirtenbäumen in die Wildnis. Ganz weit unten im Tal leben nur zwei Arbeiter, welche die "Straße" in Ordnung halten. Das erschöpft sich eher darin, mal einen besonders dicken Stein oder einen überhängenden Ast zu entfernen. Der Fahrweg besteht manchmal aus nicht mehr als zwei kaum erkennbaren Reifenspuren im Gras und es geht mehrmals über und durch den Klip River. Das fast unberührte Tal gehört zu einem 1.200 km² umfassenden Gebiet innerhalb der 3.360 km² großen #Khoadi-//Hôas Conservancy und es ist ausschließlich dem Tourismus vorbehalten. Das bedeutet, nur die Gäste der Grootberg Lodge können es sich in Halbtages- und Tagesausflügen mit dem offenen Geländewagen zeigen lassen.

Wer Zeit hat, der sollte sich diesen Ausflug nicht entgehen lassen, denn es gibt eine Menge zu sehen. Neben schöner Landschaft kann man hier Kudus, Bergzebras, Löwen, Geparden, Giraffen und natürlich die sehr seltenen schwarzen Nashörner sehen. Letztere sind natürlich die Haupt-Attraktion, aber wir waren gar nicht so scharf auf eine Sichtung. In Südafrika hatten wir in Ithala und im Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark schon eine Menge Nashörner in freier Wildbahn gesehen, beide Arten: Spitzmaul und Breitmaul. Hier im Tal waren auch die kleineren Bewohner des Landes sehr interessant, vor allem nach der guten Regenzeit am Anfang des Jahres. Reptilien, Vögel, Insekten und Amphibien waren sehr zahlreich vertreten.

Mit Glück kann man hier sogar Wüstenelefanten sehen. Nach ihnen ist das Schutzgebiet auch benannt, denn #Khoadi-//Hôas bedeutet in der Sprache der Damara so viel wie "Ecke der Elefanten". Wir sahen ihre Spuren auf den sandigen Grund im Tal und an einigen Stellen hatten sie mit den Stoßzähnen im Boden gegraben.

In den Baumwipfeln machen Webervögel ein Riesengezeter, sie sind ständige Begleiter auf der Tour und sehr verbreitet. Vor allem die unscheinbaren graubraunen Sparrow-Waeaver, die in kleineren Nestern leben als ihre Artgenossen.

Um es vorweg zu nehmen, wir haben an diesem Tag weder Elefanten noch Nashörner gesehen, dafür Millionen kleiner Tiere und auch Kudus, Perlhühner, Zebras, eine Giraffe und mächtige Oryx Antilopen. Weiter geht die Beschreibung der Tour auf der zweiten Seite: Klip Rivier 2.



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