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NACH DEM REGEN

Als wir im April 2009 das Damaraland bereisten, hatte es in den Monaten zuvor ziemlich viel geregnet. Namibia hatte schon einige Jahre in Folge mit starken Regenfällen hinter sich, was nicht selbstverständlich ist. Ebenso kann es hier Dürreperioden über einen längeren Zeitraum geben. Im trockenen Norden, im Damaraland und im Kaokoveld, beginnen nahezu alle Gespräche unter den Einheimischen mit der Frage: "Wie viele Millimeter hattet ihr?" Es kommt nie vor, dass die Menschen in dieser Region wie bei uns über den Regen jammern. Denn von diesem Wasser sind sie und ihr Vieh abhängig. Das aride Klima in den unteren Bereichen der Region erlaubt nur Wanderweidewirtschaft. Das Land ist generell sehr trocken, obwohl es teilweise auch mal Überschwemmungen geben kann, besonders im Norden an der Grenze zu Angola.

Die Trockenflüsse - in Namibia nennt man sie Riviere - der Region füllten sich Anfang 2009 teilweise mit Wasser. Aber auch ohne sichtbaren Inhalt bleibt es fast immer unterirdisch feucht, denn hier fließt das ganze Wasser des regenreichen Nordens ab. Ein Vordringen bis zum Meer ist aber kaum möglich, da Sanddünen oder Farmwälle den Weg versperren. Das Wasser versickert oder verdunstet dann im Inland. Der grüne Bewuchs an den Ufern sorgt das ganze Jahr lang für Nahung für diverse Tierarten, die bekanntesten Vertreter sind die Wüstelefanten. Für sie sind die Betten der Trockenflüsse eine wichtige Lebensgrundlage und bilden die traditionellen Wanderrouten.

Wir durchquerten auf unserer Reise vor allem das Einzugsgebiet des Huab, das reicht von der Atlantikküste ostwärts über den südlichen Grootberg bis 50 km hinter Kamanjab im Norden und nach Süden bis etwa 20 km südlich von Fransfontein und Khorixas. Insgesamt 14.800 km² werden über diesen Trockenfluss in der Regenzeit entwässert, im Unterlauf und im Mündungsbereich befinden sich Grundwasseraustritte und somit größere Feuchtgebiete. Bedeutendster Zufluss ist der Aba-Huab.

Weiter südlich liegt das 28.400 km² große Einzugsgebiet des Ugab, das erstreckt sich von der Mündung in den Atlantik 200 Kilometer nördlich von Swakopmund landeinwärts über Outjo und Otjiwarongo bis nach Otavi.

An den Ufern der Riviere wachsen Tamariske (Tamarix), Kameldorn (Acacia erioloba) oder Leadwood (Combretum imberbe). Der bekannteste Baum-Vertreter in der Region ist der Mopane (Colophospermum mopane), dessen Blätter sich bei starker Hitze zusammenfalten. Diese Pflanze ist sehr vielseitig verwendbar. Die Damara nutzen die Blätter gegen Magenschmerzen und zur Wundheilung und sie kauen die Zweige als Zahnbürsten-Ersatz. Eine auch über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Delikatesse sind die Mopane-Würmer. Die dicken, haarigen Raupen eines Nachtfalters werden im Herbst von den Bäumen eingesammelt und gekocht, weil sie viele Proteine enthalten. Uns wurde nirgendwo so ein Wurm angeboten, probiert hätten wir ihn auf jeden Fall mal.



Trockenflüsse

Wir erlebten das Damaraland wunderschön grün und voller Leben. Das ist in dieser Region nicht selbstverständlich, andere Reisende werden es zu einer anderen Jahreszeit oder nach ausbleibendem Regen sicherlich anders sehen. Sie werden kaum vermuten, dass die Bilder dieser Seite dort entstanden sind. Aber genau dies haben wir auf unserer Fahrt von der Küste über Twyvelfontein zum Mowani Mountain Camp, dann über den Grootberg Pass zur Grootberg Lodge und weiter bis nach Kamanjab erlebt. Natürlich möchten wir auch einmal zu einer anderen Jahreszeit hierher kommen, um den Unterschied zu sehen.

Die letzte Regensaison in Namibia war nämlich ausnahmsweise sehr ergiebig. Es begann bereits in der kleinen Regenzeit im November mit reichlich Regen. Der Dezember war dann eher trocken und im Januar begann die richtige Regenzeit. Sogar in der Wüste Namib fiel Regen und der Swakop erreichte bei Swakopmund für einen Tag den Ozean, was wie immer in so einem Fall zu einem Volksauflauf führte. Probleme gab es hingegen im Nordwesten, wo große Teile des Landes mehrere Wochen lang unter Wasser standen. In den Medien wurde von über 100 Flutopfern gesprochen, tausende Menschen mussten evakuiert werden und grosse Teile der Ernte wurden vernichtet. Die Angst vor Seuchen ging um, dies konnte aber verhindert werden. Anfang April 2009 war der Sambesi auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren und in der Caprivi- und Kavango-Region stehen etliche Dörfer unter Wasser.

Auch über dem Damaraland lag Mitte April immer noch ein Hauch von Lindgrün. Die üppigen Graslandschaften, die später wieder graubraune Steppe werden, verwandelten sich Anfang 2009 in die sprichwörtlichen "grünen Hügel Afrikas".

Überall standen Tümpel und Pfützen in den Wassserläufen und da konnte man sich gar nicht satt sehen an den Insekten und Amphibien, die sich darin und darum tummelten. An einem Fluss stiegen wir mal aus und liefen ein Stück am Wasser entlang: Wasserläufer, tausende von Kaulquappen in jedem Tümpel und ebenso viele fertige, kleine Fröschlein zwischen den Steinen am Ufer. Wo man auch hintrat, etwas hüpfte weg. Dazu kamen zahlreiche Libellenarten: Rote, Blaue, Gelbe. Erstaunlich für ein trockenes Wüstenland: Von den insgesamt 5.600 verschiedenen Libellen auf der ganzen Welt leben 140 Arten allein in Namibia.




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