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SEHENSWERTES

Die Damara, nach denen die Region Damaraland benannt wurde, sind vermutlich einst aus Schwarzafrika eingewandert. Sie sprechen eine Sprache mit Klicklauten, welche jener der Nama und San sehr ähnelt und von diesem Volk glaubt man, es sei eines der ersten, welche das südliche Afrika besiedelten. Im Damaraland gibt es keine großen Städte, nur Dörfer und Weiler. Das Zentrum dieser Region ist Khorixas, aber abgesehen von einer Tankstelle, einigen Läden, einem Restcamp und einer Lodge hat der Ort für Touristen eher wenig Interessantes zu bieten.

Fährt man die meist staubigen Straßen entlang, kommt man auch an Verkaufsständen mit landestypischen Herero-Puppen vorbei. Manchmal stehen Herero-Frauen in ihrer typischen und auffälligen Tracht daneben und versuchen mit Winken und Zeigen der Puppen einige der wenigen Verkehrsteilnehmer zum Halten zu bewegen. Die Damara haben eine andere Einnahmequelle. Sie sind beim Hüten des Viehs viel zu Fuss auf ihrem Land unterwegs und sammeln schöne Steine und Kristalle. Diese werden dann, zusammen mit Schädeln oder Hörnern verstorbener Antilopen, auf hölzernen Verkaufständen am Straßenrand ausgestellt.

Hält man an so einem Stand, dann kommt von irgendwo jemand angelaufen in der Hoffnung auf ein kleines Geschäft. Meist sind es Frauen und Kinder. An einem Stand mit großer Steinauswahl entdeckten wir einen schönen, hellen Kristall. Dafür wollten sie 20 N$ haben. Wir handelten für den Preis noch einen kleineren Stein mit Kristallecke dazu und alle waren zufrieden. Auf dem Rückflug hatten wir noch genug Platz im Gepäck, so dass der dicke Brocken jetzt unsere Fensterbank ziert.

Im bergigen und kargen Damaraland ist eher der Weg das Ziel, dennoch findet man hier eine Reihe von landschaftlichen und tierischen Attraktionen. An Brandberg und Spitzkoppe, Inselberge mit eigener Ökologie, sind wir leider nur vorbeigefahren. Sonst wird die Landschaft geprägt von Vulkangestein, rotem Basalt, dicken Felsen, Steinen und Geröll. Die Flüsse hier führen fast nie Wasser, im Flussbett findet man nur Sand und ein paar Gewächse, zumeist Kameldorn-Akazien. Selbst in der Regenzeit fliesst das Wasser erstmal nur unterirdisch und die Flüsse füllen sich von unten. Aber sie versorgen dennoch die Pflanzen und Tiere der Region und von den seltenen Wüstenelefanten haben wir immerhin ein männliches Exemplar gesehen.

Die Felszeichnungen von Twyfelfontein sind mit Sicherheit die bekannteste Attraktion im Damaraland. In der Umgebung gibt es einige Lodges, in denen man übernachten kann. Wir haben uns für das Mowani Mountain Camp entschieden, ein echter Volltreffer.



Burnt Mountain und Orgelpfeifen

Ganz in der Nähe von Twyfelfontein liegt auch der verbrannte Berg, den man nicht mit dem Brandberg, dem höchsten Berg Namibias, verwechseln darf. Wir können mit Sicherheit sagen, das der Burnt Mountain so ziemlich das Uninteressanteste ist, was wir in Namibia besichtigt haben.

An dieser Stelle drang vor 200 Millionen Jahren Lavadolorit in das Schiefer- und Sandsteinmassiv ein und nach dem Erkalten wurde die Oberfläche dunkel. So sieht es mit rötlichen und violetten Farben aus wie ein verbrannter Berg. Oder, nach unserem Empfinden, eher wie eine Schlackenhalde im Ruhrgebiet. Wie gerade als Abfall aus einem Schmelzofen kommend liegen diese Geröllmassen in der sengenden Sonne. Das Gestein bildete sich aus einem vor 80 Millionen Jahren erkalteten Lavastrom, das umliegende Gestein soll 200 Millionen Jahre alt sein und bietet zum verbrannten Berg einen deutlichen Kontrast. Ganz nett anzusehen, wenn man zufällig daran vorbeikommt. Aber auf keinen Fall einen Umweg wert, wenn man nicht gerade Geologe ist.

Nächster Besuchspunkt auf unserer Rundfahrt und gar nicht weit vom Burnt Mountain entfernt sind die Orgelpfeifen. Hier drang Lava vor 120 Millionen Jahren in das Schiefergestein ein. Darauf hin erstarrte es zu eckigen Säulen, die wie Orgelpfeifen aussehen, wie man sie auch z.B. von der Küste von Cornwall kennt. Geschickte Weitwinkelaufnahmen in verschiedenen Büchern und im Web ermitteln den Eindruck, diese Säulen wären sehr groß. In Wirklichkeit sind sie zwar nett in der Kurve im trockenen Flussbett gelegen, aber nicht wirklich spektakulär und nur in der Grundform mit den erwähnten südenglischen Exemplaren zu vergleichen: Sie sind nur etwa zwei Meter hoch und, wie vieles in dieser Gegend, auch schon sehr alt. Die Erosion hat diese Formation im Laufe der Zeit freigelegt und nun zieht sie Touristen an, warum auch immer.

Die gesamte Landschaft im Damaraland ist so gigantisch, mit den riesigen Granitfelsen und den vulkanischen Formationen in den weiten Ebenen - da sind ein paar Klötzchen eher Nebensache. Zumindest sind Burnt Mountain und Orgelpfeifen ohne Eintrittsgeld zu bewundern, wenn man gerade hier vorbeikommt - ein eigenes Ziel sind sie nicht.

In der Nähe von Mowani, aber für uns etwas abseits gelegen, sollte es noch etwas besonderes geben: den "Petrifriet Forest", den versteinerten Wald. Den für uns großen Umweg auf dem Weg von Mowani zur Grootberg Lodge zum "Petrifriet Forest"h aben wir uns dann gespart. Hier gibt es, diesmal mit Eintritt, Bäume zu sehen, die im Laufe von 300 Millionen Jahren versteinerten. Da wir so etwas schon in Argentinien gesehen hatten haben wir auf einen zeitraubenden Besuch verzichtet. Mit den Wäldern von Jose Ormacheo oder den Bosques Jaramillo können die namibischen Reste zwar von der Größe der Baumstämme mit fast zwei Meter Durchmesser und 30 Meter Länge beinahe mithalten, aber nach den Bildern bei Wikipedia zu urteilen stecken hier viele Stücke noch ziemlich tief im Sand.



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