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SUNSET DRIVE

Da wir zwei ganze Tage in der Grootberg Lodge verbrachten, hatten wir viel Zeit um die Umgebung zu genießen und von unserer Terrasse aus den Blick über die Weiten des Klip Rivier schweifen zu lassen. An einem Tag waren wir von morgens bis abends da unten am Talgrund zum Rhino-Tracking unterwegs, nachzulesen auf den beiden Seiten Klip Rivier 1 und Klip Revier 2.

Am nächsten Tag brauchten wir erst einmal Erholung von der ganzen Fahrerei und verbrachten die erste Hälfte des Tages im Dreieck Restaurant, Pool und Zimmer mit Aussicht. Schön, wenn die Adler unter der Terrasse vorbeifliegen und man die Klippschliefer an den steilen Hängen in Ruhe mit dem Fernglas beobachten kann.

Die Lodge bietet auch Pirschfahrten auf dem hufeisenförmigen Etendeka Plateau an, auf dessen Abbruchkante die Lodge thront. Unten auf dem Satellitenbild kann man die Lage gut erkennen. Direkt neben der Grootberg Lodge beginnt ein Rundweg, der durch das ebene Grasland auf dem Plateau führt, von der gegenüber liegenden Abbruchkante hat man einen netten Ausblick ins Nachbartal.

Es werden mehrere Touren in der Lodge angeboten. Eine geführte Wandertour am frühen Morgen für 150N$ pro Person und eine 3-Stunden Wanderung zu der Quelle des Klip Rivier mit Rückfahrt im Landrover für 300 N$ pro Person. Auf dem Plateau wurden zwei Fahrten angeboten und man kann die Region auch auf dem Rücken der Lodge-eigenen Pferde erkunden. Eine Fahrt beginnt nach dem Frühstück und dauert ca. 3-4 Stunden. Sie kostet 350 N$. Die Fahrt am Nachmittag ist 1 Stunde kürzer, sie startet nach dem Kaffeetrinken und kostet 250 N$. Wir haben uns nach der langen Ruhephase am Vormittag wieder fit genug gefühlt und spontan diese Nachmittagstour gebucht und sollten es nicht bereuen.

Nach Kaffee und Plätzchen auf der Restaurantterrasse holte uns Crosley, unser Guide vom Vortag ab. Wir konnten wählen, was wir unterwegs trinken möchten und waren die einzigen Gäste. Der alte Landrover vom Vortag, der uns mit seinen Benzindämpfen gequält hatte, war diesmal nicht im Einsatz, sondern das zweite Fahrzeug mit Dieselmotor und etwas weniger Bodenfreiheit. Wir waren die einzigen Teilnehmer an diesem Abend.




Sunset View

Zuerst sahen wir nur die hauseigenen Pferde und ein paar Springböcke. Bald schon tauchten die ersten Oryx Antilopen auf. Die Savanne ist ziemlich eben und von hohem Gras bedeckt, die Nachmittagssonne ließ es wunderbar leuchten. Die Spitzen waren schon goldgelb, während es unten noch saftig grün schimmerte. Dazwischen wachsen vereinzelte Mopanebäume. Steigt man hier aus, dann ist man schnell von den so genannten "Black Jack´s" bedeckt. Dies ist eine Art Klette in Stäbchenform von ca. 1,5 cm Länge, die widerlich überall haftet. Unten auf dem Foto ist ein Zweig davon zu sehen.

Nach einer Weile Fahrt ohne Tiere trauten wir dann unseren Augen kaum. Die ganze Ebene war voll mit Oryx Antilopen, auch Gemsbock oder Spießbock genannt und das Wappentier Namibias. Eine riesige Herde dieser beeindruckenden Tiere graste vor uns. Bei dieser Gattung aus der Unterfamilie der Pferdeböcke haben beide Geschlechter lange Hörner, die bis zu 1,50 Meter lang werden können, und die typische schwarz-weiße Gesichtsmaske. So sieht eine Herde dicht gedrängter Tiere besonders beeindruckend aus. Die Bullen haben immerhin eine Standhöhe von bis zu 180 cm und erreichen ein Maximalgewicht von 200 kg. Die Weibchen sind mit 160 cm und 160 kg nur unwesentlich kleiner.

Normalerweise leben die Weibchen in Gruppen von bis zu 40 Tieren, die Männchen sind Einzelgänger. Meist sieht man kleinere Gruppen von meist drei bis sechs Tieren, umso erstaunter waren wir über die große Anzahl hier auf dem Grootberg Plateau. Es sah fast aus wie eine Versammlung, bei 60 Tieren hörten wir auf zu zählen. Insgesamt sahen wir auf dieser Rundfahrt mit Sicherheit über 100 Spießböcke. Ein beeindruckendes Bild, dessen Ausmaß man gar nicht mit der Kamera festhalten kann.

Einige Tiere weideten noch links von unserer Fahrspur, der Rest der Herde befand sich auf der rechten Seite. Um den Anschluss nicht zu verlieren, fingen die mächtigen Tiere an zu rennen, was uns ebenfalls sehr beeindruckte.

Dann sahen wir noch ein paar Trappen und auch Zebras, ein paar Gnus und jede Menge Vögel. Das Licht am späten Nachmittag war wunderschön, das Gras leuchtet richtig im Licht der untergehenden Sonne. An der Abbruchkante angekommen hat man einen schönen Weitblick in die benachbarten Täler, die Lodge ist von hier aus nicht zu sehen.

So weit der Blick reicht, erstreckt sich ein Meer aus flachen Tafel- und Spitzbergen. Einst aus großen und lang anhaltenden Lavaströmen als große Ebene entstanden und in Millionen von Jahren von Wind, Wetter und Erosion zu Tafelbergen und Canyons bearbeitet. Die untergehende Sonne sorgte für einen schnellen Lauf der Schatten und wir mussten uns mit dem Fotografieren beeilen.

An einer Stelle mit Ausblick gab es dann den obligatorischen Sundowner und wir warteten darauf, dass die orange Sonne hinter dem gegenüberliegenden Tafelberg verschwand. Danach war es noch eine Weile hell und wir machten uns auf den Weg zurück zur Lodge, außer ein paar Böckchen sahen wir bis zum Einbruch der Dunkelheit dann keine anderen Tiere mehr. Die letzten Kilometer legten wir dann vorsichtig im Dunkeln zurück und erreichten schließlich wieder den Parkplatz vor der Rezeption.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten ging es zum Abendessen und nach diesem Erlebnis freuten wir uns schon sehr auf das nächste Ziel, auf die Tiere rund um die Ongava Lodge am Südrand des Etosha Nationalparks.




Google Map zum Thema

Das Plateau


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