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ADONI

Für einen Ausflug zum Adoni Wasserloch, also in den Norden des Nationalparks, sollte man sich vor allem viel Zeit nehmen. Der Weg dorthin ist one-way 50 Kilometer lang und der Verkehr hier im nordöstlichen Teil eher spärlich. Bei Geschwindigkeit von höchstens 60 km/h ist die Strecke nicht "mal eben" zu bewältigen und wird von Besuchern mit wenig Zeit oft nicht gefahren. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, der ist hier genau richtig, denn diese Region liegt weit abseits der Hauptstrecke von Camp zu Camp oder von Gate zu Gate. Nach der Regenzeit halten sich hier auch sehr viele Tiere auf, am Ende der Trockenzeit wandern sie mehr in den westlichen Teil des Schutzgebietes.

Hier oben im Nordosten des Etosha National Park befindet sich kurz hinter Adoni das relativ neue Nehale lya Mpingana Gate, König Nehale Gate. Dieses ermöglicht nun eine direkte Zufahrt zur ehemaligen Ovamboland Region, die so dadurch für den Tourismus leichter erreichbar geworden ist. Wenn man aus dieser Richtung anreist, muss man spätestens 2 Stunden vor Sonnenuntergang an diesem Tor angekommen sein. Denn das nächste Restcamp ist Namutoni und für diese Strecke benötigt man 2 Stunden reine Fahrzeit, ohne Abstecher zu den Wasserlöchern oder Wildbeobachtung.

Wir besuchten die Region am Morgen, von der Mushara Loge kommend. Es sollte ein besonders ereignisreicher Tag werden, denn wir sahen an diesem Morgen viele Tiere, die wir am Tag zuvor kaum gesehen hatten. Vor allem Löwen und Elefanten hielten sich gerade in diesem Teil des Parks auf.

Die weitläufigen Adoni Plains sind eine beeindruckende Graslandschaft, in der sich Tiere besonders gut verstecken können. Egal ob Löwenrudel oder Sekretärvogel, man hat Mühe im dichten, goldenen Gras etwas zu erkennen oder überhaupt zu finden.

Das erste Wasserloch, das einen Abstecher auf jeden Fall lohnt ist Tsumcor. Hier hatten wir viel Glück. Als wir ankamen regte sich gar nichts, auch nach einer Wartezeit kam kein Tier aus dem Busch. Nach einer Weile beschlossen wir die Weiterfahrt und gerade, als wir auf die Hauptstrecke fahren wollten, verschwand ein Elefantenhintern im dichten Busch. Also zurück zum Wasserloch und da kamen sie dann: vier große Elefantenbullen. Wir konnten sie lange beim Trinken, beim Staubbad und bei kleinen Rangeleien beobachten, bevor sie wieder im dichten Grün verschwanden.




Löwenrudel

Auf dem Weg in Richtung Norden kann man die langweilige Hauptstrecke verlassen und eine kleine Schleife über Stinkwater fahren. Gestunken hat es dort nicht, aber wir konnten viele kleinere Tiere und Vögel beobachten. Der Weg endet an einem Picknickplatz mit Toiletten an der Hauptstrasse und an einem nahe gelegenen Wasserloch lagen plötzlich drei riesige Löwenmännchen herum. Wir näherten uns vorsichtig, nur ein einziges Auto mit Tourguide stand noch in der Nähe. Die drei gähnten erst einmal ausgiebig, standen dann auf, blickten gelangweilt zu uns herüber und zogen sich ganz langsam in den Schatten eines Busches zurück. Dort lagen sie dann dicht beieinander, wir hätten sie mit Sicherheit so nicht entdeckt. Was für ein Glück, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Wir beschlossen nach diesem aufregenden Erlebnis - schließlich waren es unsere ersten Löwen im Etosha Nationalpark - noch weiter bis zum Adoni Wasserloch und zurück über die Adoni Plains zu fahren. Hier war kein anderes Auto unterwegs. Und mitten auf dem Weg zum Gate lagen dann zwei weitere Löwen, die auch keinerlei Anstalten machten, sich zu erheben. Gelangweilt blickte das junge Männchen uns an, erhob sich und ließ sich einige Meter weiter wieder fallen. Ein prächtiger Löwenmann mit großer Mähne schaute sich das Schauspiel vom Straßenrand aus an. Erst nach einer Weile entdeckten wir das Weibchen und ein sehr kleines Jungtier im dichten Gras, nur wenige Meter von unserem Auto entfernt.

Als der Weg wieder frei wurde, konnten wir weiter fahren. Das Familienoberhaupt schaute uns nach und zeigte seine Zunge. Vielleicht leckte er sich die Lippen angesichts von Essen in Dose? Der etwas jüngere Löwe hatte sich genau zwischen uns und das Jungtier ins Gras gelegt und funkelte uns ziemlich böse an - bodyguard on duty.

Als wir am Adoni Wasserloch ankamen meinte ich noch scherzhaft zu Michael: "Bestimmt liegen dort jetzt noch mal 5 Löwen". Doch das Wasserloch lag einsam inmitten von hohem Gras ohne irgendwelche menschlichen oder tierischen Besucher. Kaum hatten wir etwas enttäuscht den Motor abgestellt, da erhob sich wenige Meter entfernt ein ganzes Löwenrudel aus dem Gras zwischen uns und dem Wasserloch. Weibchen mit mehreren Jungtieren, die hatten wir nicht gesehen. Unglaublich. Die Jungen duckten sich ein paar Meter weiter ins grüne Gras und waren sofort optisch wieder verschwunden. Die Weibchen zogen sich etwas ins hügelige Grasland zurück und wir folgten schließlich dem Pfad in einer weiten Schleife zurück zu den drei männlichen Löwen, die dort immer noch gut getarnt im Schatten lagen.

So ein Glück, an diesem Morgen hatten wir gleich 14 Löwen gezählt und dabei bestimmt noch ein paar im Gras übersehen. Am Nachmittag waren wir dann nach einer kurzen Mittagsrast in der Mushara Lodge wieder im Park und besuchten die Fischer´s Pan.




Google Map zum Thema

Adoni Wasserloch


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