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ONGAVA SUNSET DRIVE

An beiden Nachmittagen starteten wir, gestärkt durch Kaffee und Kuchen, zum täglichen Sunset Drive durch das Ongava Reserve. Unser Fahrer und Guide hieß Hancook und er erklärte unterwegs einiges zu Vegetation und Tierwelt. Die Fahrer sind untereinander durch Funk verbunden, so dass sie sich gleich benachrichtigen können, wenn irgendwo ein seltenes Tier auftaucht.

Schon nach einer kurzen Fahrt erspähten die Gäste in der letzten Reihe eine Bewegung im Gras. Sie hatten den besten Überblick, es ist aber wirklich auch sehr schwer, einen liegenden Löwen im hohen, goldgelben Gras auszumachen. Nur weil er sich gerade umdrehte und so eine dicke Pranke aus dem Grasmeer ragte haben wir ihn überhaupt gesehen.

Bei Näherkommen lag dort nicht ein Löwe, gleich zwei männliche Tiere guckten und gähnten uns müde an. Es handelt sich um zwei Brüder namens Bliksem (Blitz) und Donner, wie uns Hancook erzählte. Die beiden dösen ca.20 Stunden täglich und erst nach Sonnenuntergang werden sie wieder kurzfristig aktiv um auf die Jagd zu gehen. Die Hauptnahrungsquelle in Ongava sind Kudus und Oryx. Ein stattlicher Büffel würde mehr Fleisch liefern, aber die gibt es hier ja nicht, also müssen die Löwen häufiger jagen.

Weibchen und Jungtiere waren leider weit und breit keine zu sehen, aber auch die beiden prächtigen Männchen boten ein schönes Motiv. Gelangweilt räkelten die sich im Gras, putzten ihr Fell mit rosa Zunge und zogen Grimassen in unsere Richtung. Leider sollte dies die einzige Löwensiochtung in Ongava bleiben. Denn die Löwendichte in Ongava ist mehr als fünfmal so hoch wie im benachbarten Etosha National Park. Die Grenze zu dem größeren Park ist durchlässig für Löwen, sie können mit einigen Aufwand zwischen den Bereichen wechseln was vor allem männliche Löwen nutzen.

Als ein anderes Fahrzeug ankam wurde es Zeit für uns die beiden zu verlassen. Weiter ging die Fahrt durch die schöne Landschaft, vorbei an zahlreichen Tieren. Leider suchten die Guides immer nur nach Nashörnern, kleine Vögel am Wegrand oder Schildkröten wurden zwar kurz gezeigt, dann fuhr man aber sofort weiter. Kaum Zeit für ein Foto, die anderen Gäste zeigten leider auch wenig Interesse an Kleintieren. Wir freuten uns insgeheim schon sehr auf die folgenden Tage im Etosha National Park, um endlich mal auf eigene Faust in eigenem Tempo die Tierbeobachtung zu gestalten.

Am Wegrand stehen und liegen zahlreiche Antilopenarten, die wir an beiden Abenden ausgiebig betrachten konnten. Die meisten hatten Jungtiere, vor allem die kleinen Springböcke waren in ihrem Element und machten ihrem Namen alle Ehre. Dazwischen viele Zebras und Gnus. Schakale streiften auf der Suche nach Beute umher und am Wegrand sah man oft die hübsche, bunte Sandgrouse. Auch Adler und Falken konnten wir nicht nur in der Luft, sondern auch sitzend auf einem Ast beobachten. Kleine Gruppen von Giraffen durchstreifen das Reservat, genau wie riesige Horden Perlhühner in allen Größen. Lustig, wenn die kleinen, blauen Köpfe aus dem goldenen Gras hervorlugen.



Rhino Search

An beiden Abenden bot der Himmel ein abwechslungsreiches Spiel. Die goldene Abendsonne verzauberte die Landschaft, das schönste Licht am Tag. Hancook war, wie immer, auf der Suche nach Nashörnern. Am ersten Abend sahen wir keine und nahmen unseren Sundowner gemütlich mitten in der Wildnis ein. So ein Gin Tonic schmeckt mit dem passenden Sonnenuntergang und den Geräuschen der Tierwelt ringsum noch mal so gut.

Am zweiten Abend hatten wir Glück und konnten eine Gepardin bei der Pirsch beobachten. Die Fahrer waren alle aufgeregt und verständigten sich per Funk. Dieses Erlebnis haben sie auch nicht alle Tage, Leopardensichtungen sind noch viel seltener. Ausgerechnet als das schöne Tier direkt bei unserem Fahrzeug aus dem Gras start, verdeckte eine fette dunkle Wolke die Sonne. Schnell war sie auf der anderen Seite im Wald verschwunden.

Manche Tiere wie einen scheuen Wildhund oder einen rostroten Caracal sahen wir nur ganz kurz vor Einbruch der Dunkelheit, sie waren zu schnell für ein Foto.

Am ersten Abend fuhren wir nach dem Sundowner zurück zur Lodge, wo uns zwei Rhinos am Wasserloch erwarteten. Am Abend gab es dann ein kräftiges Gewitter mit heftigem Regen.

Am nächsten Nachmittag hatten wir dann mehr Glück, denn Hancook wollte uns ja unbedingt Rhinos zeigen. So fuhren wir bis kurz vor Sonnenuntergang herum, bis er sie endlich gefunden hatte: eine kleine Familie mit einem Jungtier. Breitmaulnashörner, die friedlich grasend ein einigen dutzend Metern Entfernung an uns vorbeizogen, während wir schnell noch unsere Getränkevorräte herausholten. Im letzten Licht konnten wir dann ihr Schmatzen und Grunzen hören, während wir genüsslich unseren Gin Tonic schlürften.

Im Gegensatz zum Etosha Park, den man zum Sonnenuntergang verlassen muss, kann man bei einer Fahrt im Ongava Game Reserve die Tiere auch in der Dämmerung und im Dunkeln beobachten. Leider muss man dann im Dunkeln zurück zur Lodge, eine recht lange Fahrt bei der es schnell frisch wird. Man sollte unbedingt an die Mitnahme von warmen Jacken denken, denn Decken gibt es hier nicht.

Wir mögen lange Fahrten im Dunkeln eigentlich nicht, denn all die vielen Vögel die auf dem Weg sitzen werden von den herannahenden Scheinwerfern aufgeschreckt. Einige Hühnervögel landeten sogar auf unserem Dach oder flogen wie eine Sandgrouse zwischen unseren Köpfen hindurch, anscheinend haben sie es aber überlebt. Am Wegrand konnten wir große Eulen in den Bäumen sehen, die kurz mit einer Lampe angeleuchtet wurden. Ansonsten war es stockdunkel, wen wir die Lodge erreichten. Da war gerade noch Zeit, um sich schnell frisch zu machen bevor die Trommeln zum Abendessen riefen.




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