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WASSERLÖCHER

Im semi-ariden Klima im Etosha National Park können die Regenfälle in ihrer Menge und in ihrem Zeitpunkt sehr stark variieren. Von November bis April, also in den Sommermonaten, fällt hier fast der gesamte Jahresniederschlag. Davon alleine über 2/3 zwischen Januar bis März. Der Rest des Jahres ist trocken, wir erlebten im April noch vereinzelte Niederschläge mit schönen Regenbögen kurz danach.

Über den ganzen Nationalpark verteilt gibt es 50 Wasserstellen, die ganzjährig Wasser enthalten. Das ist auch bitter nötig, denn in Trockenzeiten können die Tiere nicht, wie früher, in Richtung Norden und somit zu wasserreichen Regionen migrieren. Ein Zaun als künstliche Barriere rund um den Nationalpark hält die Wanderungen auf.

Die natürlichen Wasserstellen am Rande der Pfanne lassen sich in drei verschiedene Arten unterteilen. Es gibt artesischen Quellen wie Klein-Namutoni, Koinachas, Goas und Chudop, die meist rund um Namutoni liegen. Dann gibt es Grundwasserquellen mit Kalkgrund wie Okaukuejo, Ombika, Groß Okevi oder Klein Okevi. Ngobib zählt dazu auch, aber hier entstand das Wasserloch aus einer eingebrochenen Höhle. Die letzte natürliche Quellenart sind die so genannten Schichtquellen oder auch Kontakt-Quellen, die überall dort entstehen, wo zwei Formationen unterschiedlicher Durchlässigkeit aufeinander treffen. Bei diesen Quellen im Süden kommt das Wasser permanet durch das poröse Dolormitgestein und bleibt am Lehmboden der Pfanne stehen.

Vor der Einzäunung war es den Tieren noch möglich, bei großer Trockenheit weiter nördlich Richtung Kunene zu migrieren. Da es diese Möglichkeit heute nicht mehr gibt, wurden im Laufe der Zeit zusätzlich noch viele künstliche Wasserstellen angelegt. In westlichen Teil des Parks gibt es weniger natürliche Wasserstellen als im östlichen Teil. Deshalb sind im östlichen Teil auch weniger neue Wasserstellen hinzugekommen.

Trotz der trockenen und lebensfeindlich wirkenden riesigen Salzpfanne, kann man im Etosha National Park aber immer noch sehr viele unterschiedliche Tierarten, teilweise auch in großen Gruppen, beobachten, entweder auf eigene Faust mit dem Auto oder in offenen Safarifahrzeugen.

Seit Januar 2007 gibt auch geführte Gamedrives, die am frühen Morgen, am späten Nachmittag und nachts in dem drei Camps starten. Sie kosten ca. 500,- N$ am Tag oder. 800,-N$ pro Person für die Nachtfahrt. Die Qualität dieser nur 2-stündigen geführten Touren hängt natürlich stark vom jeweiligen Guide ab. Da man aber nach all den privaten Reservaten, in denen man keine Wahl hat und immer herumgefahren wird, hier endlich mal alleine ohne Zeitlimit umherfahren kann ist diese Leistung eher uninteressant. Wir haben es jedenfalls sehr genossen, endlich mal nach eigenem Tempo zu reisen. Endlich mal auch an kleinen Tieren anzuhalten und für andere Menschen "uninteressantes" wie Vögel oder Insekten lange zu beobachten.

Natur und Tiere sind in ganz Namibia sehenswert, aber nur hier im Nationalpark kann man die auch mal durch die eigenen Autofenster betrachten und kann sich teure, geführte Touren sparen.




Tiere und Wasser

Besondere Aufmerksamkeit gilt im Park den Tierkrankheiten, allen voran der Tollwut und Milzbrand. In den Trockenzeiten können die Tiere das Gebiet nicht verlassen und sind oft gezwungen eng an den Wasserlöchern beisammen zu stehen, was die Ansteckungsgefahr erhöht. Zwischen 1979 bis 1982 verendeten im südlichen Afrika über 100.000 Kudus an Tollwut.

Um der Wilderer Herr zu werden wurde 1988 eine Spezialeinheit gegründet. Sie bekämpft vorwiegend die organisierte Wilderei, die mit Maschinengewehren auf Nashörner und Elefanten abzielt.

Mit eigenem Auto, sei es noch so klein, sieht man mit Sicherheit genug Tiere. Im Etosha National Park braucht man keinen kundigen Guide, da gibt es so was wie eine Sichtgarantie. An der Rezeption der Camps liegen Gästebücher aus, wo jeder seine Beobachtungen eintragen kann. Dies ist eine große Hilfe, da sich die meisten Tiere längere Zeit in einer bestimmten Region oder rund um ein bestimmtes Wasserloch aufhalten.

Gerade Fotografen schätzen die Unabhängigkeit mit dem eigenen Auto beim Verweilen an den Wasserlöchern. Dort kann sich innerhalb von Minuten etwas ändern und Wasserlöcher sind in der Regel die interessantesten Beobachtungsstellen. Leider eher während der Trockenzeit, denn dann ist dort eigentlich immer etwas los. Als wir im April vor Ort waren gab es kurz vorher noch den großen Regen und immer noch dunklen Wolken am Himmel mit kurzen Gewittern. So haben wir, nicht ganz unerwartet, leider feststellen müssen, dass die Wasserlöcher kurz nach der Regenzeit praktisch keine Anziehungskraft auf die Tiere ausüben. Kein Wunder, stand doch die halbe Pfanne noch unter Wasser und überall gab es Pfützen und üppiges Grün. Selbst Okaukuejo war im April meist völlig verwaist, am Abend fing es dann auch noch an zu regnen.

Man liest überall von Tipps, welche Tiere man an welchen Wasserlöchern sehen kann. Dies ist immer relativ, daher spare ich mir an dieser Stelle solche Beschreibung. Wir haben an den wenigsten Wasserlöchern überhaupt Tiere gesehen im April, die schönsten Begegnungen waren auf freiem Feld irgendwo dazwischen. Schließlich hat Etosha nach der Serengeti in Tansania die höchste Wilddichte aller Nationalparks in Afrika.

Am letzten Abend, kurz bevor wir den Nationalpark zum letzten Mal in Richtung Mushara Lodge verließen, fuhren wir noch die kleine Runde über den Dikdik-Drive. Obwohl hier sehr viel Verkehr war konnten wir doch noch eine der kleinsten, scheuen Antilopen sehen. Und am Wasserloch Klein Namutoni tranken in der Abendsonne einige Giraffen, ein wunderschöner Anblick.


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