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DIE C28

Von Swakopmund aus fuhren wir am letzten Tag in Namibia ostwärts auf die Hauptstrasse B 2, bogen dann aber kurz vor der Polizeikontrolle nach rechts auf die C 28 in Richtung Khomas-Hochland ab. Da wir ein Allradfahrzeug hatten schien uns die Nebenstrecke reizvoller zu sein. Die Fahrt über die C 28 ist auf der Karte zwar kilometermäßig deutlich kürzer, aber zeitlich um einiges länger als die Hauptstrecke über die B 2/B 1.

Aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit und, um es vorweg zu nehmen, die Fahrt hat sich auch gelohnt. Zuerst fährt man durch das Flussbett des Swakop River, wo sich einige Säbelschnäbler und Enten in Restpfützen tummelten. Dann geht die Fahrt weiter durch trockene Landschaft. Vorbei geht es am Start und Endpunkt der D 1991, den Abzweigungen zum Welwitschia Drive, welchen wir am Vortag - natürlich mit Permit - gefahren waren. Aber auch an der C 28 sieht man einige der sonderbaren Pflanzen in unmittelbarer Nähe zur Straße.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick zurück zur Küste, wo sich die Morgennebel in dicken, dunklen Wolken über dem Meer ballten. Man steht in der sonnendurchfluteten, hellen Wüste und schaut zurück auf den dunklen Horizont wie beim Weltuntergang.

Mit jedem Kilometer mehr entflieht man dem oft kühlen und nebligen Küstenabschnitt hin zu Sonne und blauem Himmel. Am Anfang ist die Landschaft noch recht eintönig, abgesehen von den Welwetschias die man noch am Wegrand sehen kann. Immer wieder sind lange Stücke Strecke asphaltiert, was das Fahren erleichtert.

Ab der Abzweigung in Richtung Usakos sahen wir dann auf weiten Grasebenen plötzlich sehr viele Tiere. Es gab große Herden von Springböcken, viele Zebras und auch einige Giraffen. Mit so viel Wildbestand hatten wir am Anfang der fahrt gar nicht gerechnet. Trappen liefen im Gras herum und alles betrachtete uns misstrauisch, denn wir waren das einzige Auto weit und breit. Zum Glcük fuhren wir vorsichtig, denn eine Herde Springböcke kreuzte ohne viel Rücksicht die Straße. Nachdem wir die fruchtbare Ebene durchquert hatten, kamen wir in die Berge.




Bosua Pass

Der Bosua-Pass auf der C 28 in Richtung Windhoek liegt auf 1.861 Metern Höhe und führt über den Witwatersberg ins Khomas-Hochland. Die Position ist 22° 41' 25? S, 15° 58' 19? O.

Die Anfahrt aus Westen ist schwierig und mit einem normalen Auto wohl eher nicht zu bewältigen. Warnschilder weisen an der vorherigen Abzweigung nach Karibib im Norden auch darauf hin: "no trailers, no caravans, no busses, no trucks". Und schon geht es einige Male steil rauf und runter wie eine Achterbahn.

Aber das war erst der Anfang. Der Straßezustand wird schlechter, dann hat man über ein weites Tal einen Ausblick auf den Pass. Der ist so steil, dass sogar ein Teilstück gepflastert worden ist, damit man hinaufkommt. Aber erstmal geht es nochmal hinunter in ein trockenes Flusstal. Dann, nach dem holprigen Bachbett wird es steil. Eigentlich kein Problem, aber genau hier quert eine tiefe Erosionsrinne die Strasse, wir müssen auf Schritttempo abbremsen und freuen uns über große Räder und viel Bodenfreiheit. Dann muss man Dank der Querrille quasi aus dem Stand die sehr steile Anfahrt hinauf. Prompt ging der Wagen aus. Unsere Verblüffung war groß: Ein 3-Liter Turbodiesel mit über 100 kW Leistung und 300 Nm Drehmoment geht beim Anfahren am Berg im ersten Gang einfach aus! Auch mehrere Versuche brachten kein besseres Ergebnis. Die Drehzahl reichte einfach nicht aus. Also wieder mal das volle Programm: Allrad rein, Sperren rein, Untersetzung rein und hoch den Berg. Am letzten Anstieg sind es satte 20 % Steigung und es gibt auch noch eine scharfe Kurve! Hier sind dann sogar 150 Meter Wegstrecke gepflastert. Mit manchem anderen Auto hätten wir hier wohl umkehren müssen und den Umweg über Karibib fahren müssen.

Oben angekommen wird man dann mit einen schönen Rückblick über die Landschaft und auf die Spitzkehre belohnt. Aus Richtung Windhoek kommend mag es bergab ein wenig einfacher zu befahren sein, die Rille am Ende ist aber mit Sicherheit dann auch kein einfaches Hindernis. Mit einem Kleinwagen wären da erstmal Steine zu schleppen, um das Loch für eine Überquerung etwas auf zu füllen.

Die Strecke nach Windhoek über das Khomas-Hochland bleibt sehr rau mit viel grobem Schotter. Es gibt hier nur minimalen Verkehr, bis auf ein paar Autos mit Arbeitern einer Farm sahen wir kaum jemanden. Wer hier eine Panne hat, der wartet unter Umständen eine längere Zeit. Es wird dafür immer grüner und schon bald sahen wir die erste Herde Paviane über die Straße ziehen und am Berghang verschwinden. Nach einigen Kilometern kam dann noch eine größere Horde, deren Anführer uns auf einem Felsen sitzend misstrauisch beäugte. Je näher wir an Windhoek herankamen, umso schlechter wurde das Wetter. Dunkle Wolken ballten sich am Himmel und in der Ferne regnete es sogar.

Die letzten Kilometer bis nach Windhoek zogen sich. 40 Kilometer vor Windhoek kommt man an einer alten Festung vorbei, der Curt von François-Feste. Das kleine Fort liegt auf einem Hügel und ist heute verfallen. Einst diente es als Aussichtsposten zur Überwachung der Handelsroute zwischen Swakopmund und Windhoek im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Später wurde es zweckentfremdet und diente als Trockenposten zur Ausnüchterung von Soldaten der deutschen Schutztruppe.

Am Nachmittag erreichten wir dann Windhoek, wo wir im Olive Grove Guesthouse die letzte Nacht vor dem Abflug verbrachten.




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