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DÜNENFAHRT

Zu Recht kann man Sandwich Harbour als eines der grandiosen Ziele entlang der namibischen Küste bezeichnen und wir haben die Tour dorthin sehr genossen. Für alle Fotografen und Naturliebhaber sind die hellen Stranddünen, die dahinter liegenden gelben Namibdünen und die grünlich schimmernden Wasserflächen, in denen sich die Dünen spiegeln, ein besonderes Erlebnis. Wer diese Weite, Einsamkeit und das brausenden Meer mit den dahinter liegenden Dünen nicht besucht, der hat wirklich etwas verpasst.

Die Rückfahrt führte eine Zeit lang auch am Strand entlang, dann bog Naude aber ab in die Dünen. Er fährt seit seiner frühen Jugend in solchen Regionen herum und ist wirklich ein geübter Fahrer. Seine Spezialität und Leidenschaft sind sandige Strecken und hier war er in seinem Element. In dieser Region werden auch die SUV bedeutender deutscher Hersteller getestet. Die Kunden können beim Kauf ein Offroadtraining dazu bekommen. Naude hat solche Touren auch schon begleitet und sagte: "Such powerfull machines - you get stuck so fast...".

Fahren im tiefen Sand ist nicht ohne. Da die Geschwindigkeit nie über 50km/h hinaus geht, kann man den Reifendruck enorm reduzieren. Unser Landy hatte einen Reifendruck von 0,9 bar. Am einfachsten fährt man auf Sand in den Morgenstunden, denn dann ist der Sand ist kühler und durch den Morgentau, auch wenn er nicht wahrnehmbar ist, trägt der Sand besser. Jetzt, am Nachmittag, war das Fahren in Dünengebieten viel schwieriger und anstrengender. Im weichen Sand zu schalten, ist fast unmöglich. Sobald man die Kupplung tritt, steht der Wagen still, als hätte man die Bremse voll durchgetreten. Wir wären hier mit Sicherheit stecken geblieben, der Profi kam natürlich ohne Sandbleche und Schaufel aus.

Von den höchsten Dünen aus hat meinen einen grandiosen Rundblick über die ständig höher werdenden Sandformationen bis hin zum Meer. Dünenfahren extrem - und nicht nur für die Fahrer ein großer Spaß! Jedes Gefälle auf der steilen Seite hat exakt 34° Schräge und die Abfahrt wurde mit begeistertem Quietschen, vor allem seitens der weiblichen Fahrzeuginsassen, begleitet.



Singende Natur

Hier südlich von Walvis Bay befindet man sich inmitten der so genannten "Roller Coaster", ein schier endloses Meer aus Dünenkämmen und Tälern, besonders schön im Licht am späten Nachmittag zu fotografieren. Leider konnten wir hier keinen Sonnenuntergang erleben. Wie auf einer Achterbahn fuhren wir die Dünen hoch und runter.

Fährt man Dünen auf der weichen, also der Wind abgewanden, Seite hinunter, hat man an manchen Dünen hier ein besonderes Erlebnis: Es gibt einige singende Dünen hier, diese findet sich in vielen Wüsten rund um den Globus. Der an den Dünen abrutschende Sand erzeugt unter dem Druck des Fahrzeugs tiefe und laute Brummtöne, die teilweise über mehr als 10 km hörbar sind und bis zu 15 Minuten anhalten können. In unserem Fall machte die Düne nur solche Geräusche, weil der Sand bei der Abfahrt mit dem Landy absichtlich ins Rutschen geriet. Dadurch bewegen sich die Sandkörner abwärts und die angrenzende Luft wird in Schwingungen versetzt. Jedes Sandkorn erzeugt ein Druckwelle und damit auch Schallwellen und durch die Vielzahl der rutschenden Körner summieren sich die einzelnen Töne bei synchroner Bewegung zu einem lauten Brummton - eine Art akustischer Laser. Wer mehr dazu wissen möchte, der folgt diesem Link: The Song of Dunes as a Wave-Particle Mode Locking.

Mitten auf einer riesigen Düne mit Rundumblick machen wir eine Pause. Hier wachsen in Mulden ein paar Wüsten-Kürbisse, an denen sich ein paar Käfer den Bauch voll schlagen. Beim Näherkommen verschwinden schnell ein paar Eidechsen im Sand. Naude versucht, mit Hilfe seines Hutes ein paar zu fangen, aber er ist zu langsam für die flincken Biester. Wie man das richtig professionell macht, haben wir am nächsten Tag bei Chris Nel auf der Living Desert Tour bei Swakopmund gesehen.

Dafür hat uns Naude noch auf eine sehr clevere Art ein anderes, seltenes Tier gezeigt. Da wir uns alle für Vögel interessierten, fuhr er zu einem bestimmten Tal zwischen den Düne, wo es einige mit Buschwerk und Gras bewachsene Hügel gab. Dort holte er seinen MP3-Player aus der Tasche und schloss einen externen Mini-Lautsprecher an. Schon erschallte der Gesang einer Dünenlerche in der Wüste. Es dauerte keine Minute und zwei echte Exemplare kamen singend angeflogen, um den vermeintlichen Eindringling in ihr Revier zu verjagen. Die scheue Rotdünenlerche (Calendulauda erythrochlamys) ist der einzige 100%ige Endemit Namibias. Man findet sie nur hier im Kuiseb-Delta südlich von Walvis Bay, wo sie in einem recht kleinen Verbreitungsgebiet lebt. Alleine hätten wir das scheue Vögelchen wahrscheinlich nie gefunden. Dünenlerchen sind Bodenbrüter und der Gesang dieser Rotmäntelchen ist sehr schön.

Die Rückfahrt nach Walvis Bay führte durch das Mündungsgebiet des Kuiseb, ein trockenes Flussbett, wo wir diverse kleine Tiere beobachten konnten. Dann vorbei an den Salzgewinnungsanlagen bis zum Hafen von Walvis Bay. Dort wartete unser am Morgen verlassenes Auto, um uns die kurze Strecke zurück nach Swakopmund zu bringen. Der selbst ernannte Wächter hatte sich sicher schon bei der Rückkerh der Ausflugsboote aus dem Staub gemacht, so kamen wir um eine Bezahlung herum.



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