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AUS UND GARUB

Am Fish River Canyon hatten wir eine Nacht in der Cañon Lodge verbracht wund waren dort am frühen Morgen zu einer wunderschönen Allradfahrt über den 4x4 Wildebeest Drive gestartet. Diese Tour endet am Cañon Roadhouse, dann ging es weiter auf der C 12 in Richtung Norden. Kurz vor Seeheim mussten wir wegen Straßensperrung eine kleine Umleitung fahren und erreichten dann die asphaltierte B 4, der wir weiter in Richtung Westen folgten. Unser Tagesziel war Lüderitz. Die Fahrt führt über Goageb und ist recht eintönig, bis Aus waren wir mal wieder froh über unsere mitgebrachte Musik im Auto. Von Seeheim bis Aus sind es 210 Kilometer, für die wir gut 2 Stunden brauchten.

Am frühen Nachmittag kamen wir dann im kleinen Ort Aus an, der ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region ist. Hier trifft die M 118/C 13 von Rosh Pina im Süden auf die B 4, die westlich nach Lüderitz und östlich nach Keetmanshoop führt. Die M 35/C 13 führt weiter nach Helmeringhausen und Maltahöhe im Norden.

An der Tankstelle herrschte gerade großes Gedränge durch eine Gruppe südafrikanischer Offroader. Uns lockte mehr die Terrasse vom Bahnhof Hotel, wo man wunderschön im Freien sitzen kann und aus der umfangreichen Menükarte auswählen. Es gibt leckere Salate und riesige Burger. Sogar die erwähnte Gruppe Südafrikaner, die nach dem Tanken hier einkehrte, staunte über diese Größe und die Jungs sind ja einiges gewöhnt. Das Hotel hat viel Ambiente und es schmeckte so lecker, dass wir später noch einmal hier essen waren. Auch die Kuchenauswahl ist sehr gut und es wird täglich frisch gebacken.

In Aus gibt es noch ein kleines Informationszentrum von Gondwana, aber keinen ATM zum Geld abholen. Das muss man am besten in Lüderitz erledigen. Man kann die Ruinen des Gefangenenlagers aus dem ersten Weltkrieg und den historischen Friedhof besichtigen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, folgten wir der B 4 noch rund 120 Kilometer bis nach Lüderitz, wo wir zwei Nächte im Nest Hotel verbringen wollten. Ganz in der Nähe von Aus liegt der kleine Bahnhof "Ausnek", wo die Erze aus der Mine von Rosh Pina in Güterwagen verladen werden, um sie weiter nach Südafrika zu transportieren. Nach wenigen Kilometern kamen wir schon an Klein Aus Vista vorbei, auch hier waren zwei Nächte in der Eagles Nest Lodge gebucht, die wir in der Zeit nur einmal kurz verlassen haben, um die Geisterschlucht im Gondwana Sperrgebiet Rand Park zu besuchen, siehe unten.

Am interessantesten ist der letzte Teil der Strecke kurz vor Lüderitz. Die Straße nach Westen geht hinter Aus erst eimal stetig bergab, 1.500 Höhenmeter sind zu überwinden. Von oben hat man einen großartigen Ausblick auf die alte Caldera, die hier rund um den Gipfel des Dikke Willem sichtbar ist und uns an ähnliche Landschaften in der Puna in Argentinien erinnerte. Streckenweise verläuft die B 4 kilometerlang schnurgerade und das Flimmern des Asphalts verhindert, dass das Auge den Straßenverlauf bis zum Horizont verfolgen kann.

Ein Stück vor Lüderitz beginnt der gefährliche Dünengürten, nach sieben Kilometern ist auf der linken Seite die Geisterstadt Kolmanskuppe sehr gut zu erkennen, auf der anderen Seite befindet sich der Flughafen. Gegen den Flugsand im strammen Südwestwind ist kein Kraut gewachsen, schon bei mittleren Windstärken ist die Luft voller Sand. Die kleineren Dünen können bei starken Wind über 12 Meter am Tag wandern, bei den großen Dünen sind es immerhin noch über zwei Meter in 24 Stunden. Die Straße heute, früher die Eisenbahngleise, muss ständig vom Sand befreit werden. Bei unserer Ankunft bei schönem Wetter wehte der Sand zum Glück nur in dünnen Schleiern über den dunklen Asphalt. Ein LKW mit Räumschild und ein Planierraupe stehen bereit, die Straße frei zu machen, so wie in Europa der Winterdienst mit Streuwagen und Schneefräsen auf seinen Einsatz wartet. Wenn es richtig windig ist, dann wird vor allem die die Fahrt in Richtung Lüderitz gegen den Wind schnell zur Materialschlacht gegen die Natur. Die fliegenden Sandkörner sind Gift für Autolack und Scheinwerfer, die dann förmlich "sandgestrahlt" werden.



Die wilden Pferde

Westlich von Aus beginnen die Dünen der Namib, hier gibt es weite Ebenen und viel Sand. Rechts der Straße beginnt der Namib-Naukluft-Nationalpark und links der Straße das Diamentensperrgebiet, dort darf man auf keinen Fall die Straße verlassen. Allerdings gibt es einen 30 Meter breiten Streifen "Strassenerweiterungsland".

Nach 20 Kilometern erreicht man Garub, ab dem Jahr 1906 eine kleine Bahnstation an der Eisenbahnlinie von Aus nach Lüderitz. Das kleine Bahnhäuschen steht noch und nicht weit davon gibt es einen überdachten Unterstand. Früher haben die Dampflokomotiven hier Wasser bekommen, dafür wurde extra einige Kilometer nordwärts in der Ebene ein Brunnen gebohrt. Die Eisenbahnstrecke ist zur Zeit stillgelegt, wird aber wieder modernisiert werden - was aber eine langwierige Angelegenheit ist. Auf etliche Kilometer liegen auch 2010 die neuen Betonschwellen schon seit Jahren am Bahndamm. Viele interessante Informationen dazu und zur Eisenbahn insgesamt in Namibia gibt es auf der Seite von family-hipp

Wenn man die Stichstrasse zu dem alten Bohrloch hinausfährt kann man unter einem Schattendach vor der prallen Sonne geschützt die Hauptattraktion der Region beobachten: die berühmten wilden Pferde, die sich seit über 100 Jahren an die extremen Lebensbedingungen in der Wüste angepasst haben. Niemand kennt ihre genaue Herkunft und es gibt verschiedene Theorien dazu. Die Biologin Telane Greyling hat die Wüstenpferde über Jahre beobachtet und auch genetisch untersucht. Dabei hat man herausgefunden, dass es sich um Abkömmlinge südafrikanischer Militärpferde handelt. Man vermutet nun, dass bei einem Luftangriff auf die südafrikanischen Truppen im Verlauf des 1. Weltkriegs ein paar Bomben abgeworfen wurden. 1915 lagerten die Südafrikaner hier mit 1.700 Tieren. Die Bomben richteten weiter keinen Schaden an, aber sie trafen die Koppel und im Laufe der großen Verwirrung flohen die Pferde panikartig in die Wüste. Viele konnten nicht mehr eingefangen werden und wurden so die Urahnen der heutigen Wüstenpferde.

Die Tiere kommen regelmäßig zum Bohrloch, an dem einst die Dampfloks der nahen Eisenbahnlinie versorgt wurden, zum Trinken und konnten so überleben. Geheimnisvoll ragt der "Dikke Willem" aus jener Ebene, welche die Wilden Pferde der Namib beheimatet.

Die Zahl der Tiere schwankt nach längjährigen Zählungen stark zwischen 89 und 280, die erste offizielle Zählung erfolgte im Jahr 1985. Vor allem während der Dürreperioden 1991/92 und 1998/99 war die Sterblichkeit extrem hoch. Farmer mit Transportmöglichkeit durften Pferde einfangen und auf ihr Land transportieren. Einige von ihnen leben seitdem in der Nähe von Kiripotib. Heute ist die Herde wieder stark angewachsen, mit dem Fernglas konnten wir über 120 Pferde als kleine Punkte weit draussen in der Ebene zählen - und das waren nur diejenigen, die nicht hinter Hügeln und Bodenwellen versteckt waren. Wirklich weit vom Wasser waren die Biester nicht entfernt, jedoch viel zu weit für ein gutes Foto. Da wir nicht am frühen Morgen oder am späten Abend vor Ort waren, kam auch nur ein einziges Pferd zum Trinken näher an den Unterstand heran.

Oft gesehene Bilder von kämpfenden Hengsten mit fliegenden Mähnen im Sonnenuntergang kann man so natürlich nicht machen, aber ehrlich gesagt hielt sich unser Interesse an den Tieren doch eher in Grenzen und wir wollten dafür icht extra noch einmal hierher fahren. Sehr schöne Fotos findet man in den Räumlichkeiten des Desert Horse Inn in Klein Aus Vista.



Gondwana Sperrgebiet Rand Park

Der Gondwana Sperrgebiet Rand Park ist 51.000 ha groß und liegt zwei Kilometer westlich von Aus entlang des Randes des Diamanten-Sperrgebiets. Die Hauptattraktionen sind die wilden Pferde der Namib, die blühende Wüste zwischen Juli und September, der Dünengürtel und der Kameldornbaumwald des Koichab Riviers. Zu Gondwana gehört auch das moderne Aus Information Centre.

Gäste des Gondwana Sperrgebiet Rand Parks haben die Wahl zwischen vier Unterkünften: das Desert Horse Inn, die Eagles Nest Lodge inmitten der Natur, in der wir zwei Nächte verbrachten; eine Gruppenunterkunft in der Geisterschlucht für Selbstversorger und einen Campingplatz. Von hier aus kann man auch Tagesausflüge zum Ausflug zum Koichab Dünengürtel im Sandmeer der Namibwüste buchen, mit mindestens 4 Personen nach Voranmeldung.

Die Flora und Fauna der Region ist vielfältig, rund um Aus gibt es mehr als 400 bekannte Pflanzenarten und viele davon sind endemisch. Meist sind es Sukkulenten und man nennt die Region auch das "Namaqualand Namibias" in Anlehnung an die Flora im benachbarten Südafrika. Typische tierische Bewohner sind Klippspringer, Steenböcke, Springböckchen, Oryx, Strauße und Schakale.

Die folgenden Bilder entstanden alle in der Geisterschlucht, zwischen Desert Horse Inn und Eagles Nest Lodge gelegen. Wir besuchten sie, nachdem wir im Desert Horse Inn unser Grillpacket für den zweiten Abend abgeholt hatten. Besonders fotogen ist, neben der Landschaft, das alte rostige Auto am Wegrand.



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