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TAGESTOUR SÜDEN 2

Da standen wir nun, 6 Europäer inmitten der Wildnis und unser Guide fuhr weg - wie auf der ersten Seite zur Tagestour im Süden des NambibRand Nature Reserve bereits beschrieben. Aber Wolwedans wäre nicht Wolwedans wenn es nicht kurz danach ein weiteres Highlight dieser Tagestour geben würde: Lunch.

Unser vorgegebenes Ziel war eine Felsgruppe inmitten der Ebene, der Weg dorthin war nur mühsam auf Grund der Hitze, aber wir hatten genug kühles Wasser mitgenommen. Unterwegs sahen wir sogar einige kleine Echsen, die sich auf den kleinen Felsen am Wegrand sonnten. Als wir näher an die dicke Felsgruppe herankamen, sahen wir das Auto und Ben, der geschäftig herumlief. Erst kurz vor der Ankunft konnte man den Eingang zu einer Art luftiger Felsenhöhle erkennen und verstand, warum dieser Ort "Hard Rock Café" genannt wurde. Das Essen wird im kühlen Schatten der riesigen Granitfelsen eingenommen, dort gab es einen gedeckten Tisch und einen Fußboden aus Holz. Einen Felsen weiter stand sogar eine Toilette, und wer um die Felsgruppe herumlief, der konnte Liegestühle zum relaxen entdecken. Zahlreiche kleine Echsen beäugten misstrauisch unsere Ankunft. Eine lebte sogar in den Felswänden der Toilette, deren Benutzung ein Erlebnis ist.

Entspannt saßen wir hier beisammen und genossen unser Mittagessen. Es gab frischen Blattsalat, Nudelsalat, Fingerfood und Hühnchen. Dazu Getränke nach Wunsch. Alles sehr lecker und leicht, die richtige Kost an einem heißen Tag. Nach der Rast stiegen wir wieder in unser offenes Auto, um uns weiter Stunden auf der Pad durchrütteln zu lassen.

Auf der folgenden Ebene sahen wir eine Menge Springböcke und einige Strauße. In einem trockenen Bachbett wuchsen größere Sträucher und Ben machte uns auf einen großen Kudubock aufmerksam, den wir alle glatt übersehen hätten. Er stand hinter einem Busch und nur die Spitzen der Hörner guckten oben heraus. Als er uns bemerkte, begann das Imponiergehabe und die mächtigen Hörner wurden erst einmal kräftig am Busch gerieben.

Dann ging es von den Bergen quer über die weite Ebene zurück zu den Dünenkämmen, vorbei an vielen Höhleneingängen von Borstenhörnchen, von denen sich in der Nachmittagshitze nur wenige zeigten. Der langsame Aufstieg durch die grasbewachsenen Dünentäler war ein ganz besonderer Anblick: die graugründen Hänge rechts und links wirkten wie eingefrorene gigantische Wogen von 15 bis 30 Meter Höhe, durch die man mit dem Jeep wie eine kleine Jolle hindurch schaukelte.

Ein weiteres Highlight war für mich als Ben anhielt und sagt: "Ingrid, da ist noch was für Dich". Sagenhaft, denn auch wenn wir nicht sehr schnell fuhren an dieser Stelle, nur ca. 10 km/h, so war doch das entdeckte Chamäleon in einem Grasbüschel etwa 15 Meter von der Fahrspur entfernt. Das ist die perfekte Mustererkennung.

Diesmal stiegen wir alle aus, machten natürlich auch Fotos und konnten das Tierchen kurz auf die Hand nehmen. Es blieb recht gelassen, nur die Augen rollten wild in alle Richtungen. So ein Chamäleonbauch ist sehr weich und nach ein paar Fotos setzten wir es vorsichtig wieder zurück in seinen Busch.

Die Namib ist eine der trockensten Wüsten der Welt und dennoch leben hier rund 120 Reptilien-, 180 Vogel- und mehr als 90 Säugetierarten. Springböcke und einzelne Oryx-Antilopen sahen wir unterwegs immer wieder im Schatten der Bäume stehen. Auch im Namib Rand gibt es zahlreiche Tierarten, der Süden in dem wir unterwegs waren soll landschaftlich schöner sein, der Norden dafür ein wenig tierreicher. Demnach müsste man eigentlich mindestens 3 Nächte auf Wolwedans verbringen, um beide Tagestouren zu machen und noch etwas Zeit zum Entspannen und Wandern zu finden.




Fairy Circles

Überall im Namib Rand Naturschutzgebiet findet man so genannte Fairy Circles. Eingebettet in artenarme Grasländer bilden Feenkreise runde bzw. kreisförmige vegetationslose Flächen. Lange wurde über die Entstehung der kreisrunden Löcher im Bewuchs der roten Dünen der Namib gerätselt. Waren hier Außerirdische gelandet oder ist der Boden dort, wo nichts mehr wächst, giftig? Sind Pilze die Ursache oder Termiten?

Neuste Forschungen haben bewiesen: es sind tatsächlich die kleinen Insekten, die tief unter der Erde wohnen, sie werden für die kahlen Flächen verantwortlich gemacht. Eine Termitenart namens Psammotermes allocerus sorgt dafür, dass das wenige Regenwasser nicht von Gräsern verbraucht, sondern im Boden gespeichert wird. Selbst nach jahrelanger Trockenheit kann der Wasserspeicher noch für ein feuchtes Mikroklima in den Gängen der Termite sorgen. Außerdem können am Rande des Kreises mehrjährige Gräser gedeihen, ganz im Gegensatz zu den überwiegend einjährigen Gräsern der näheren Umgebung. Eine nachhaltige Farmwirtschaft mitten in der Wüste. Mehr zu diesem spannenden Thema mit den neusten Forschungen des deutschen Biologen Professor Norbert Jürgens findet Ihr hier: Geheimnis der Feenkreise gelüftet - 29. März 2013.

Der Durchmesser der Feenkreise liegt häufig zwischen 5 und 8 Meter, im NamibRand Nature Reserve kann man an manchen Hängen viele davon nebeneinander sehen.

Feenkreis sind nur in Gebiete zu finden, in denen die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 50-100 mm beträgt, vom südlichen Angola bis zum Oranje in Südafrika. Mehr zum Thema findet Ihr hier. Diese These ist, wie so viele wissenschaftliche Themen, unter Experten höchst umstritten.

Spektakulär war auch die Fahrt zurück auf die Dünen und Auto und Fahrer hatten schwer zu kämpfen. Mit den roten Tiefsand und der heftigen Steigung, die hinauf führte zum Wolwedans Dune Camp. Den Blick zurück in die Kalkebenen konnten nur die Fahrgäste genießen, Ben musste die schmale Fahrspur im Auge behalten. Durch die zurückliegende Ebene waren wir gerade lange gefahren, was von oben so winzig aussieht ist wirklich atemberaubende, einsame Weite.

Als wir am späten Nachmittag im Camp ankamen, wurde uns zuerst auf der Terrasse ein leckerer Drink namens Rock Shandy serviert, links im Bild zu sehen. Danach zogen sich alle ins Zimmer zurück, um sich von der anstrengenden Fahrt zu erholen. Wir liefen noch ein Stück hinaus auf die Dünen hinter der Lodge, um den Sonnenuntergang alleine zu genießen. Danach duschten wir, genossen noch ein wenig den Ausblick von unserem Zelt und stapften dann durch den tiefen Sand zum Abendessen. Der perfekte Abschluß für einen großartigen Tag.




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Hard Rock Café


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