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ERONGO WILDERNESS LODGE

Als ein Highlight unserer Reise können wir den Aufenthalt in der im Juni 1999 eröffneten Erongo Wilderness Lodge bezeichnen. Hier stimmt wirklich alles: Vom netten, professionellen Empfang durch das Management zum freundlichen Personal, den drei angenehmen und gut informierten Guides, dem hervorragenden Essen, der einmaligen Lage, der luxuriösen Zelte bis hin zur Flora und Fauna.

Doch nun von Anfang an: Wer in der Erongo Wilderness Lodge ankommt und kein Allradfahrzeug hat, der parkt sein Auto unter einem Schattendach. Nach wenigen Minuten kommt ein Fahrzeug von der Lodge und die Koffer werden umgeladen, denn das letzte Stück Weg ist felsig und steil. An der Rezeption bekommt man erst mal seinen Willkommensdrink und erhält eine kurze Einweisung. Dann wird man zu seinem Zelt geführt, wo die Koffer schon warten.

Alle Wege auf dem Grundstück sind sehr gut ausgebaut und einfach zu begehen. Die Lage in dem Tal, begrenzt von beeindruckenden Granitwänden an den Ausläufern eines uralten Vulkans, ist atemberaubend.

Die Zelte sind durch Holzstege miteinander verbunden, die am Abend beleuchtet werden. Sie führen vorbei an dicken Granitfelsen mit Klippschliefern und Felsagamen und zahlreichen Büschen, in denen Vögel leben. So hat man immer etwas zu gucken, im April hüpften dazu Tausende Mini-Kröten über den sandigen Talboden. Noch wenige Wochen vor unserer Ankunft hatte es hier geregnet und das ganze Tal war wunderbar grün und voller Leben.

An der Rezeption mit kleinem Souvenir Shop beginnt der Weg, der hoch zum Pool und zum Restaurant führt. Hier sind einige breite Stufen zu überwinden. Zuerst sieht man den kleinen Pool, an dem sich ein paar Liegen und eine Holzterrasse mit Sitzmöbeln befinden. Dann folgt der Eingang zum großzügigen, rustikal eingerichteten Restaurant. Dieses besitzt offene Fenster und eine kleine Terrasse. So lassen sich die Vögel gut beobachten, die an den unterhalb gelegenen Wasserstellen zum Trinken kommen. An kühlen Winterabenden sorgt ein riesiger Kamin für wohlige Wärme, davor steht eine gemütliche Sitzlandschaft. Alle Gebäude sind vom Architekten sehr schön zwischen den Granitkuppen des Erongogebirges integriert worden und fügen sich harmonisch in die Landschaft ein.

Wer mehr erfahren will von der Tier- und Pflanzenwelt, dem stehen mehrere Wanderwege zur Verfügung die auf eigene Faust oder mit kundigem Führer begangen werden können. Es gibt einen geführten Sundowner Walk, der um 17:00 Uhr beginnt, und mit Wunsch-Drink auf eine nahe Bergkuppe führt. Um 16:00 Uhr startet eine Fahrt durch das Schutzgebiet zu Paulas Cave mit Felszeichnungen und anschließendem Sundowner in der Wildnis, die ist nicht inklusiv und kostet 400 N$. Der Mountain Top Walk startet am frühen Morgen, es gibt einen 4-stündigen ab 6:00 Uhr und einen 3-stündigen am 7:00 Uhr. Leider läuft man da immer in einer Gruppe, es ist aber kein Problem alleine zu laufen. Für weitere Infos und Bilder zu den Aktivitäten bitte den Links folgen. Für Vogelliebhaber, Geologen und Mineralogen ist die Region ebenfalls ein lohnendes Ziel.

In der Erongo Wilderness Lodge gibt es 24 Stunden lang 220V, also stört kein lauter Generator und man hat Strom zum Aufladen der Akkus und für den Föhn in allen Zimmern. Es gibt einen Internet-PC, der für 1 N$ pro Minute nutzbar ist. Das Wasser aus der Leitung ist trinkbar und schmeckt sehr gut.

Alle Angestellten in der Erongo Wilderness Lodge waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, hier stellte sich jeder mit Namen und Handschlag den Gästen vor. An der Rezeption steht, wie in fast allen Lodges, eine Tip-Box. Nur die Guides werden extra bedacht.


Lage

Die Erongo Wilderness Lodge erreicht man, von Windhoek kommend, auf der B1 bis Okahandja, dann weiter auf der B2 in Richtung Swakopmund. Diese beiden Straßen sind asphaltiert. Ebenfalls asphaltiert ist die C 33, die kurz vor Karibib in Richtung Omaruru abzweigt. Wir haben uns für die Anfahrt auf der C 36 entschieden, die zwar nicht asphaltiert ist, aber dennoch einfach zu befahren. Auch mit unserem Baby-Benz hatten wir keine Probleme.

Die Lodge liegt inmitten eines Naturschutzgebietes, das etwa 200.000 Hektar groß ist und aus 30 Farmen besteht, die alle in Privatbesitz sind. Kurz vor Omaruru zweigt links die D2315 ab, eine Gravel Road der man noch 10 Kilometer folgen muss. Unterwegs passiert man ein Tor mit einen Posten, der das Autokennzeichen notiert. Die Erongo Wilderness Lodge ist gut ausgeschildert und nach 200 Metern erreicht man den überdachten Parkplatz. Hier wartet jemand, der in der Lodge Bescheid sagt und wenig später erfolgt der Transfer, denn die letzten 800 Meter kann man nur mit Allradfahrzeug selbst fahren. Wer zu unüblichen Zeiten ankommt, also nach Sonnuntergang oder kurz vor dem Abendessen sollte sich vorher angemeldet haben, sonst ist niemand mehr am Parkplatz.


Zimmer

10 wunderschöne Zeltunterkünfte liegen weit verstreut am Hang, verbunden mit 3 Holzstegen und durch Felsen und Grünzeug voneinander getrennt, die meisten in einer eigenen Felsnische, einige sind frei stehend im Hang.

Sie sind alle auf Stelzen und Holzplattformen in den Hang gebaut und bieten Privatsphäre, wenn auch ein paar recht nah beieinander oder nah am Weg liegen. Wir bekamen Zelt Nummer 6, das Honeymoonzelt. Unterkünfte mit dieser Bezeichnung liegen immer am Ende, also möglichst privat und weit weg von den anderen mit dem längsten Weg zum Restaurant. Doch den nimmt man gerne im Kauf, denn dieses Zelt bietet noch etwas Besonderes: eine kleine Privatterrasse hinter dem Haus mit einem Mini-Felsenpool. In der heißen Mittagszeit kann man hier mal kurz vollkommen unbeobachtet im Wasser planschen und sich erfrischen.

Im Zelt gibt es einen schönen Holzfussboden mit Teppichen aus Naturmaterialen und rustikale, gemütliche Einrichtung. Alle Fenster und Türen sind mit Fliegengitter zu verschließen und wenn man alle Abdeckungen davor geöffnet lässt, weht immer eine kühlende Brise durch den Raum. Wir haben alle Nächte mit offenen Fenstern geschlafen, falls es kalt wird stehen extra Decken zur Verfügung. Die Natur ist hier sehr präsent, so kann es vorkommen dass man nachts durch die schrillen Geräusche der Klippschliefer oder das dumpfe Grummeln der auf den Felsen schlafenden Paviane geweckt wird. Doch die frische Luft sorgt schnell für einen erholsamen Schlaf.

Das Bett ist ein wenig hart, es gibt Licht sobald man am Eingang an einer Kordel zieht. Eine große Lampe und zwei Leselampen sorgen dafür. Aber nachts sitzt man dann meist auf der netten Veranda, lauscht der Natur und schaut in die Sterne. Eine Sitzecke vervollständigt die Inneneinrichtung, als Schrank nutzt man ein offenes Gestell.

Etwas Besonderes ist hier das Bad. Der Anbau ist teilweise offen, mit einem großzügigen Bereich für Dusche und WC. Für Ängstliche: Fliegende oder krabbelnde Tiere waren hier nicht stärker präsent als anderswo im Zimmer. Natürlich lässt man nachts nicht lange das Licht an. Die geräumige Dusche hatte genügend Druck und war heiß, es gibt ein Waschbecken und große Flaschen mit Seife, Shampoo, Conditioner zum Gebrauch. Wir haben uns in dem Zimmer sehr wohl gefühlt.

Ähnlich gut liegen Zelt Nr. 5 und vermutlich Nr. 8, 9 und 10 etwas tiefer am Ende des dritten Weges. Zelt Nr. 4 liegt etwas direkt am Weg Nr.2. und die Zelte 1 bis 3 an Weg Nr. 1 recht nah an der Wasser-Aufbereitungsanlage gegenüber der Rezeption. Aber das Wasserrauschen wirkt wohl eher einschläfernd als störend.


Frühstück

Das Frühstück wird im offenen Restaurant serviert, mit einem schönen Ausblick auf die Landschaft und durch die Futterstelle für Vögel direkt unterhalb gibt es tolle Beobachtungsmöglichkeiten. Die Kamera mit Teleobjektiv war immer dabei.

Vor allem nach der Wanderung am Morgen freut man sich über das Gebotene, denn die Küche ist hier sehr gut. Es gibt ein umfangreiches Buffet mit Kaffee, Tee, Käse- und Wurst, Joghurt und Cerealien, Fruchtsalat, selbstgebackenem Brot und Muffins. Es gab drei verschiedene Käsesorten, Salami, Schinken und Pastrami.

Ganz besonders zu erwähnen sind die leckeren Säfte, besonders der frisch gepresste Orangensaft, aber auch Erdbeersaft oder das selbstgebraute Ginger Ale. Der Kaffee war ganz o.K., wenn auch ziemlich stark.

Auf einer kleinen Extrakarte kann man zusätzlich noch ein warmes Frühstück bestellen, welches hier mal nicht nur aus den üblichen Eiern mit Speck besteht. Es gibt außerdem noch wundervolle Pfannkuchen, herzhaft oder mit frischen Früchten gefüllt und mit Vanillesauce bedeckt. Ein Gedicht, unten auf dem Foto ist einer zu sehen.

Anders als in anderen Lodges nahm man hier auf meine anfänglich abgefragte Apfelallergie Rücksicht und ich bekam ungefragt ein extra zubereitetes Schälchen Fruchtsalat ohne Äpfel. Sehr aufmerksam.

Essen

Am Nachmittag bekommt man ab 15:00 Uhr im Restaurant Kaffee, Tee und frische Säfte geboten. Dazu gab es Kuchen und kleine, herzhafte Häppchen. Mal eine kalte Gemüsepizza, mal kleine Quiches. Sehr lecker.

Ähnlich dem Frühstück war auch das Abendessen in der Erongo Wilderness Loge ein Genuss, immer ein 3-Gang-Setmenü mit Auswahl beim Hauptgang zwischen zwei unterschiedlichen Gerichten. Die Weinauswahl an südafrikanischen Weinen war in Ordnung und wir entschieden uns an einem Abend für einen 2002er Asara Merlot für 198 N$ und am nächsten für einen L'Avenir Cabernet Sauvignon 2003 für 190 N$.

Am ersten Abend gab es Toast mit Wildlachs und Merrettichsahne als Vorspeise, dazu wurde griechischer Salat gereicht. Dann entschieden wir uns für ein hervorragendes, medium rare gebratenes Kudusteak mit Pesto-Mash und gemischtem Gemüse. Die Alternative wäre Fisch gewesen, an diesem Abend Kingklip. Als Dessert gab es warmen Schokoladenkuchen.

Am zweiten Abend war Ostersonntag und zu unserer Überraschung lag auf jedem Platz ein Marzipan-Osterei, gefüllt mit Pralinen. Noch überraschter waren wir, als der Aufkleber verriet dass die Schokolade im nahen Omaruru hergestellt wird und zwar von Urte und Kalli Dörgeloh.

Als Speisefolge gab es eine Spinat-Feta-Quiche mit Blätterteig, dazu wieder griechischer Salat. Das Rinderfilet in Weissweinsauce mit Pilzen, CousCous, Bataten, Blumenkohl und Möhren hatte Michael, ich hatte mich leider für den Strauß á la Züricher Geschnetzeltes entschieden. Aber durchgebratener Strauß ist nicht ganz so toll und es gab einiges zu kauen. Als Nachspeise folgte dann ein kleiner Apfelstrudel mit Vanillesauce.


Fazit

Die Erongo Wilderness Lodge ist eine wunderschöne Unterkunft in hervorragender Lage mit netten Service und gutem Essen. Der Preis beinhaltet Dinner, Bed und Breakfast plus aller Guided Walks - und ist jeden Cent wert. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

Im April 2009 waren wir 2 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die schöne Webseite der Erongo Wilderness Lodge.

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Erongo Wilderness Lodge


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