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GROOTBERG LODGE

Einmalig schön liegt die Grootberg Lodge hoch oben auf dem U-förmigen Etendeka Plateau, welches entgegen des äußeren Anscheins vulkanischen Ursprungs ist. 1.624 Meter über Meereshöhe ist die Aussicht sowohl vom Hauptgebäude mit Restaurant, Rezeption und Bar als auch von den Bungalows im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend - die Weite und Schönheit des Klip Rivier Tales liegt einem buchstäblich zu Füssen. Sogar ein Adlerpaar nistet etwas abseits in der Felswand unterhalb der Lodge und zahlreiche Schwalben und andere Vögel nutzen den Aufwind an der Kante

Genauso ungewöhnlich wie die Lage der Mitte Juni 2005 eröffneten Unterkunft ist auch ihre Entstehung. Denn hier wohnt man in der ersten so genannten "Community Lodge" in Namibia. Finanziert wurde das Projekt mit 760.000 Euro Fördergeldern der Europäischen Union. Die Gebäude und Einrichtung gehören zur #Khoadi-//Hôas Conservancy, einer kommunalen Gemeinschaft aus der Region. die Sonderzeichen in #Khoadi-//Hôas stehen für die typischen Klicklaute, es bedeutet in der Sprache der Damara so viel wie "Ecke der Elefanten". Eine Herde der legendären Wüstenelefanten ist hier ab und zu wohl auch zu sehen. Wir fuhren am Abreisetag kilometerlang an frischen Spuren auf der Gravel Road vorbei, die Tiere selbst haben wir leider nicht gesehen und wahrscheinlich nur knapp verpasst.

Die Lodge beschäftigt Angestellte aus der umliegenden Region: Guides, Köchinnen, Servicekräfte und Pferdepfleger. 32 junge Einheimische werden fürs Hotelgewerbe ausgebildet. Sie werden von einem weißen Manager, den wir bei unserem Aufenthalt aber nicht gesehen haben, fünf Jahre lang eingearbeitet. Diese Zeit hat soll reichen, um die Lodge profitabel zu machen und einen schwarzen Nachfolger zu finden. Danach wird er Stellvertreter des neuen Managers bleiben, bevor die Community ihre Lodge am Ende ganz ohne Hilfe leitet. Die Angestellten haben aber während unseres Aufenthaltes alles auch schon ganz gut alleine geschafft, hier wird bei der Arbeit gesungen und man merkt ihnen die Freude daran wirklich an. Was jetzt vielleicht noch an Erfahrung fehlt wird mit Charme und Enthusiasmus wieder wett gemacht.

Unten im Tal am Klip Rivier hält sich viel Wild auf. Wenn man zwei Nächte auf Grootberg bleibt - weniger lohnt sich nicht und mehr ist besser - dann bietet sich ein Tagesausflug mit Rhino-Tracking ins Tal an. Wir haben die anstrengende Tour mit Rhino-Tracking gemacht, mehr dazu auf den Seiten Klip Rivier 1 und Klip Rivier 2. Etliche Tiere sind auch direkt auf dem Hochplateau in der Nähe der Grootberg Lodge zu beobachten, dorthin wird man am Vormittag oder Nachmittag im Rahmen einer 3-Stunden-Tour hingefahren. Was wir dort am Nachmittag erlebt haben, könnt Ihr auf der Seite Sunset Drive nachlesen. Oder man bucht eine Tour zu Himba Nomaden - wenn sie in der Nähe sind. Alle angebotenen Ausflüge sind, gemessen am Unterkunftspreis, ziemlich teuer, aber sie lohnen sich. Mit Crosley hat man einen netten Guide an seiner Seite.

Der Aufenthaltsraum neben den Restaurant ist mit Sofas gemütlich eingerichtet, hier kann man in einer Ecke auch seine Akkus aufladen oder sich mal elektrisch rasieren, denn im Zimmer gibt es keine Steckdosen. Typisch afrikanische Deko wie Lampen in Gekkoform oder ein Elefantenschädel vor dem Eingang vervollständigen das Ambiente.

Die Grootberg Lodge hat einen Mini-Souvenir-Shop an der Rezeption, eine große Terrasse mit Weitblick und einen schönen, kleinen Swimmingpool. Hier möchte man ewig planschen und die grandiose Aussicht genießen; 4 Liegen stehen zum Entspannen zur Verfügung. Fernseher, Radio und Wäscheservice gibt es nicht auf Grootberg. Die Einrichtung im Haus ist liebevoll-gemütlich-rustikal, man fühlt sich hier wohl. Im Winter kann es auf Grund der Höhe hier recht frisch werden, vor allem am Abend braucht man eine warme Jacke. Die Gästeschar an den 3 Tagen unseres Aufenthalts setzte sich zusammen aus kleinen französischen Reisegruppen und einigen Einzelreisenden.

Auch für Reiter ist Grootberg das richtige Ziel. Zwei Dutzend Kräftige Pferde stehen hier im Stall, man kann Safaris für Gruppen oder Ausflüge buchen.


Lage

Die Grootberg Lodge liegt im Damaraland an der C 40, 90 km westlich von Kamanjab und 30 Kilometer östlich von Palmwag oberhalb der Passhöhe auf dem Grootberg Plateau. Diese Unterkunft empfiehlt sich als Stopp für Reisende auf dem Weg aus dem Süden zum Etoscha Nationalpark und ins Kaokoland.

Die Lage der Lodge kann man nur als einmalig bezeichnen. Nahe dem Grootbergpass thronen die Gebäude hoch oben direkt an der Abbruchkante ins Tal des Klip Rivier. Dessen weites, unbewohntes Tal breitet sich bis zum Horizont aus, man kann sicher über 40 Kilometer weit schauen. Auf den Ebenen des Plateaus halten sich auf üppigem Grasland viele Tiere auf.

Wer in Grootberg ankommt, der parkt ein normales Auto unter einem Schattendach auf dem bewachten Parkplatz direkt an der Straße. Nur wer ein Allradfahrzeug mit genügend Power besitzt und ausreichende Erfahrung mitbringt, der kann selbst hochfahren bis zur Lodge. Untermotorisierte und ungeübte Allradler haben da schon ihre Probleme, denn die Fahrspur führt extrem steil und eng den felsigen Hang hinauf. Am Parkplatz wird nach der Ankunft der Gäste der Landrover gerufen, dies dauert ein paar Minuten. Dann wird das Gepäck umgeladen und es geht abenteuerlich steil die letzten 600 Meter bergauf zur Lodge. Mit ein wenig Glück kann man unterwegs schon scheue Klippspringer sehen, auf jeden Fall aber eine schöne Aussicht genießen.


Zimmer

Die 12 Zimmer in der Grootberg Lodge sind verteilt auf einzelne, freistehende Bungalows. Sie wurden aus dem roten Stein der Region erbaut und die Dächer sind mit Stroh gedeckt, daher fügen sie sich harmonisch in die Landschaft ein. Alle haben einen wunderschönen Blick ins weite Tal, das von senkrechten Felswänden begrenzt ist. Unterhalb der Veranda springen Klippschliefer und kleine Echsen von Stein zu Stein. Bis 16:00 Uhr hatten wir dort Schatten, dazu weht immer ein leichter Wind. So lässt sich auch die größte Mittagshitze gut aushalten. Zur Talseite hin sind die Hütten verglast, sogar in der Dusche gibt es ein Fenster und man kann die Aussicht unterm Wasserstrahl auch mit Shampoo in den Augen noch genießen.

Die Wege dorthin verlangen festes Schuhwerk, denn sie sind ziemlich uneben, holperig und am Abend nicht beleuchtet. Die Mitnahme einer Taschenlampe zum Restaurant ist anzuraten. Dafür kann man unterwegs schon Echsen oder Hörnchen über die Steinplatten huschen sehen. Jedes Häuschen besitzt eine kleine Terrasse mit zwei Stühlen zum Entspannen, in der dunklen Nacht gibt es keinen besseren Platz mit Blick zum Sternenhimmel.

Wir hatten Haus Nummer 7, direkt vorne am steilen Abgrund gelegen. Im Inneren findet man hohe, offene Decken mit sichtbarem Reetdach, dazu helle Naturtöne in der Einrichtung. Die Betten sind bequem, die Möbel inklusive Schreibtisch in Handarbeit hergestellt. Die Schiebetüren zur Veranda lassen sich weit öffnen und es gibt auch ein Fliegengitter.

Statt eines geschlossenen Schrankes findet man im Zimmer eine Ablage und eine Stange zum Aufhängen. Es gibt keine Steckdose im Bungalow und der Strom für die Lampen ist Solarenergie. Das warme Wasser kommt aus dem so genannten "Donkey". Am Nachmittag gegen 16:00 Uhr geht jemand mit Feuerholz herum und befeuert die Öfen hinter den Bungalows. Dann riecht es, je nach Windrichtung, leicht nach Rauch. Das so erhitzte Wasser in den Vorratsbehältern bleibt dann noch locker bis zum nächsten Morgen heiß.

Es gibt auch Kaffeepulver und Tee im Zimmer, warmes Wasser wird dann auf Bestellung von der Rezeption gebracht.

Das Bad ist zweckmäßig und zum Raum hin offen ohne Tür. Es gibt niedliche Details, an denen man merkt, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat. So hat man nicht einfach zwei Wasserhähne für Heiß und Kalt am Waschbecken, wie so oft im südlichen Afrika, bei denen sich das Wasser nicht mischen lässt. Hier hat man die beiden Hähne mit einem Rohr in der Mitte zu einem Auslauf zusammengeführt und die heiße Seite wird durch einen roten Marienkäfer-Anhänger aus Perlen markiert.

Frühstück

Das Frühstück wird im Restaurant der Grootberg Lodge eingenommen. Man kann hier zwischen 2 Varianten wählen: Einmal "Healthy" mit Ei nach Wunsch, dazu gibt es Joghurt, Brot und Fruchtsalat. Das ist ganz lecker. Die zweite Variante namens "Farm-Typ" war für unseren Geschmack eher ungenießbar mit fettem Bacon, Wurst, Pilzen, Bohnen und Spiegelei auf einem Teller. Michael hat am zweiten Tag dann auch "Healty" gegessen.

Der Saft ist eher ein Nektar, der Kaffee aber recht genießbar. Mehr gibt es zum Frühstück eigentlich nicht zu sagen.

Am Nachmittag stehen im Aufenthaltsraum selbst gebackene Plätzchen (Rusks) und Kaffee zur Selbstbedienung.

Essen

Zum Abendessen sind die rustikalen Tische im Restaurant schön eingedeckt, mit Muschelbestickten Tischläufern und Platzdecken. Das aktuelle Dinner-Menü wird immer am späten Nachmittag auf eine Kreidetafel geschrieben, so dass man persönliche Abneigungen und Allergien rechtzeitig melden kann. Die jungen Kellner sind nett und was Ihnen noch an Professionalität fehlt, das mache sie mit Charme wieder wett. An einem Abend gab die ganze Mannschaft ein kleines Konzert und sang Lieder für die Gäste. Das waren aber wenig Traditionelle, sondern zumeist aus der aktuellen lokalen Hitparade, ein besonders beliebtes handelt von Amarula.

Am ersten Abend bestellten wir an der Bar eine Flasche Tukulu Chenin Blanc, die wir dann mit zum Tisch nahmen. Es gab zuerst eine leckere Kürbissuppe mit Mascarpone. Als Hauptgericht bekommt man hier immer einen großen Teller, auf dem alles angerichtet ist. Eine Wahlmöglichkeit hat man nicht. Die Portionen sind reichlich, solide, leckere Hausmannskost. An diesem Abend war es Huhn in Mango-Curry Sauce mit Reis, dazu Blumenkohl und Brokkoli in Käsesauce und süße Möhren mit Sesam. Als Nachspeise gab es Milchpudding.

Am zweiten Abend ging es uns beiden nicht besonders gut. Zu viele Benzindämpfe hatten wir auf unserer 9-stündigen Tour ins Klip Rivier Tal eingeatmet und wir waren hundemüde. So gingen wir recht früh essen. Als Starter gab es einen Obstsalat, was wir nicht besonders passend fanden. Dann folgte ein leckeres Game Steak mit Tomatensauce, ich glaube es handelte sich um Oryx. Dazu Rosmarinkartoffeln, grüne Bohnen mit Fetakäse und Kürbis mit Zimt. Dazu trank Michael einen Tee und ich ein Light-Bier - das zeigt wohl deutlich, wie "gut" es uns ging. Als Nachspeise sollte es Malva-Pudding geben. Während wir noch darauf warteten, kam eine Gruppe Franzosen ins Restaurant. Eine der Damen hatte so viel Parfüm aufgelegt, dass sie eine richtige Wolke um sich verbreitete. Uns wurde schlagartig anders und wir verließen den Raum dann ohne Nachspeise. Ab in die frische Luft zum Sternegucken auf unserer Veranda, noch einen Absacker und dann ab ins Bett.

Am letzten Abend gab es einen Salat mit leckeren, knusprigen Auberginen als Vorspeise. Dann einen "roasted pork neck" an dem wir leider nicht sehr viel Fleisch fanden, dazu Cous-Cous mit getrockneten Tomaten, Möhren und verschiedene Gemüse aus der Pfanne. Als Nachtisch einen leckeren Käsekuchen mit Granatapfel. Dazu hatten wir eine Flasche Merlot/Malbec vom Weingut Bellingham.


Fazit

Man sollte in der Grootberg Lodge auf jeden Fall mindestens zwei Nächte einplanen. Die einmalige Lage und die nette Belegschaft sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im April 2009 waren wir 3 Nächte hier.

Wer sich direkt informieren möchte, hier ist die schöne Webseite der Grootberg Lodge.

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Grootberg


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