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WINDHOEK

Der Stadtname Windhoek bedeutet auf Afrikaans so viel wie "Windige Ecke". Auf Deutsch heißt es Windhuk, der Originalenamen in der Sprache der Nama lautet Ai-Gams - "Heiße Quelle".

Die größte Stadt Namibias liegt auf 1.650 Metern Höhe in einem Talkessel, der von den Eros-Bergen im Norden und den Auas-Bergen im Süden umgeben ist und den annähernd geographischen Mittelpunkt des Landes bildet. Hier herrscht ein trockenes, heißes Klima, aber dank der Winde wird dieses besonders während der Wintermonate April bis September als angenehm empfunden. Der meiste Regen fällt hier von Januar bis März.

Windhoek ist die Hauptstadt des Staates, das kulturelle, wirtschaftliche und politische Herz des Lands. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Metropolen wirkt die Stadt allerdings eher verschlafen und gemütlich, einige würden sie auch als langweilig bezeichnen. Wir fanden die Stadt ganz schön, aber leider waren wir nur an Feiertagen vor Ort. Jedenfalls wird Windhoek wird als eine der saubersten Hauptstädte Afrikas bezeichnet und das trifft mit Sicherheit auch zu. Auf Grund der sozialen Unterschiede gibt es auch in Windhoek in den letzten Jahren vermehrt Kriminalität in Form von Überfällen, aber allgemein gilt Windhoek als ein eher sicheres Pflaster.

Es gibt viele moderne Bauten in der Innenstadt, aber hier und da sind sich auch noch einige wilhelminische Bauwerke aus der Kolonialzeit erhalten. Die deutschen Sprache und Kultur ist auf Grund der kolonialen Vergangenheit in vielen Bereichen bis heute noch erkennbar. Man kann deutsches Brot und Wurst kaufen, nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier trinken, man geht in deutsche Restaurants essen und es gibt sogar typisch deutschen Karneval im April. Und natürlich gibt es auch ein Oktoberfest.

Aufgrund der zentralen geographischen Lage ist Windhoek der Hauptverkehrsknotenpunkt aller namibischen Straße, des Schienen- und Luftfahrtnetzes. Als Autofahrer findet man sich recht schnell zurecht, denn nur wenige große Straßen führen in alle Himmelsrichtungen aus der Stadt heraus.

Wer als Tourist hier ankommt, der landet meist auf dem 45 Kilometer entfernten internationalen Flughafen Hosea Kutako. Von dort folgt eine Fahrt durch einsame Landschaft bis zu den ersten Ausläufern der Hauptstadt. So kann man schon mal einen ersten Eindruck von der Weite Namibias gewinnen. Der nationale Flughafen Windhoek-Eros befindet sich am südlichen Stadtrand.


Im Zentrum

Das Stadtzentrum von Windhoek ist recht übersichtlich und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Das Auto lässt man am besten auf einen der zahlreichen bewachten Parkplätze oder in der Hotelgarage stehen.

Wir waren leider immer an Feiertagen in der Stadt, einmal am Karfreitag und später am 1. Mai. Da hatten alle Geschäfte geschlossen und ein Bummel über die ausgestorbenen Straßen hat sich nicht wirklich gelohnt. Die meisten Geschäfte liegen rechts und links der Independence Avenue, früher hieß sie Kaiserstrasse. Hier findet man Outdoor-Austatter, hochwertige Juweliere, Kunsthandwerk und Kitsch, Bücher, Lederwaren und viele mehr. Eigentlich ist Windhoek weit und breit die einzige Möglichkeit, nach europäischen Maßstäben einzukaufen und sich für den weiteren Urlaub gründlich mit Lebensmitteln einzudecken, falls man sich selbst verpflegen möchte.

Mit seiner verkehrsberuhigten Fußgängerzone, Joes Bierhaus mit Bergen von leeren Jägermeisterflaschen oder dem Café Kaiserkrone wirkt die Hauptstadt manchmal eher wie eine deutsche Kleinstadt, deren Kulisse von "Scotty" gerade mal eben nach Afrika "gebeamt" wurden.

Will man zu Fuß die Innenstadt besichtigen beginnt man den klassischen Rundgang am Ausspannplatz für Ochsenwagen im Süden und läuft vorbei an den Wahrzeichen der Stadt wie die "Alte Feste", in der das Nationalmuseum von Namibia untergebracht ist und vor der das berühmte Reiterstandbild steht. Weitere Besichtigungspunkte sind die 1910 fertig gestellte Lutherische Christuskirche sowie die Römisch-katholische St. Marien-Kathedrale, die im Jahr 1908 erbaut wurde. Die Anglikanische St. George's Church in der Love Street gilt als die kleinste Kathedrale im südlichen Afrika.

Im Bahnhof befindet sich das TransNamib-Museum. Auch zum Parlamentsgebäude, dem "Tintenpalast", kann man von hier in wenigen Minuten laufen, denn alles ist eher klein und überschaubar. Der Spitzname lässt ahnen, was echte Südwester von der Bürokratie hielten. Auf dem Hügel über der Stadt stehen drei kleine Burgen: die Heinitzburg, Schwerinsburg und Sanderburg. In der Heintzburg haben wir zum Abschluss unserer Rundreise die letzte Nacht gewohnt, die erste Nacht haben wir im Stadtteil Olympia im Terra Africa Guesthouse mit Blick auf das neue Staatshaus verbracht.


Katatura

Im Norden der Stadt liegt das einstige Township Katutura, das in den 1950er Jahren im Rahmen der südafrikanischen Apartheidspolitik entstanden ist. Der Übergang vom Zentrum ist fließend und die mit Palmen bepflanzte Independence Avenue führt direkt in das Armenviertel von Windhoek. Der Name Katutura stammt aus der Sprache der Ovambo und bedeutet soviel wie "die Stadt, in der wir nicht leben wollen".

Heute ist es durchaus ein teilweise attraktiver Stadtteil für die schwarze Mittelschicht geworden, man kann auch Touren buchen die den auch diesen Teil von Windhoek dem Besucher näher bringen. Leider hatten wir dazu keine Zeit, werden es mit Sicherheit aber irgendwann nachholen. Die örtlichen Kneipen / Shibeens ziehen Nachtschwärmer an und es gibt ein modernes Krankenhaus in diesem lebendigsten Stadtteil der Hauptstadt. Sozialer Mittelpunkt sind die täglichen Markthallen am Tukondjeni-Markt. Aber auch Armut, Papp- und Wellblechhütten, denn über 80 Prozent der Menschen hier haben keinen Job. Zwar ist seit der Unabhängigkeit Geld für die Infrastruktur nach Katatura geflossen, aber viel größere Summen verschwendet die Regierung in Prestigeobjekte wie für den Bau eines neuen, monströsen und sinnlosen Staatshauses.

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