Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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VERKEHR

Da wir in Neuseeland nicht mit Bussen oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, ist diese Seite ausschließlich für die Autofahrer gedacht. Zum Anmieten von Auto oder Camper ist ein nationaler Führerschein der Kategorie B erforderlich, also PKW. Im Gegensatz zu Australien zum Beispiel war 2005 ein internationaler Führerschein nicht gefragt. Das Mindestalter zum Fahrzeuge Mieten beträgt 21 Jahre. Anscheinend hat in Neuseeland noch keiner gemerkt, daß bei uns seit einigen Jahren die Kategorie B bei Fürherscheinerwerb nur noch bis 3,5 Tonnen gilt und nicht wie früher bis 7,5 Tonnen. Da kann es bei einem großen Camper schnon knapp werden.

An das links Fahren hat man sich schnell gewöhnt, vor allem, wenn man schon Erfahrung aus anderen Ländern hat. Es herrscht Gurtpflicht in Neuseeland und unter der Internetadresse www.ltsa.govt.nz kann man alle Verkehrsregeln online abrufen. Die festgelegte Höchstgeschwindigkeit in der Stadt ist 50 km/h und überall sonst darf man 100 km/h fahren, mit Anhänger oder Wohnwagen 80 km/h. Das ist aber nur auf wenigen Strecken möglich. Verboten ist in Neuseeland das Telefonieren oder Schreiben von SMS ohne Freisprecheinrichtung und das Mitführen von geöffneten alkoholischen Getränken. Bei Mieten von Autos sind meistens folgende besonders tückische Strecken verboten: Ninety Mile Beach (Northland), Skippers Road (Queenstown), Ball Hut Road und Tasman Valley Road (Mt. Cook), State Highway 89 (Crown Range), State Highway 70 (Inland Kaikoura Road) und die Strecke nördlich von Colville (Coromandel Halbinsel).


Straßen

Straßen sind meist in einem guten Zustand und auch Gravel Roads sind durchweg auch mit dem normalen Auto zu befahren und nicht ganz so Schlaglochreich und Wellblechmässig wie im Nachbarland Australien. Allrad ist in Neuseeland für Touristen eher überflüssig, wird aber viel von Locals auf einsamen Gehöften ohne Straßenanbindung gefahren. Abgesehen von der Rush Hour und den Ballungszentren wie Auckland, Wellington oder Hamilton ist wenig Verkehr und man kommt gut voran. Aufpassen muss man allerdings überall, sei die Straße auch noch so eng: Laster und Holztransporter können einem in jeder Kurve entgegenkommen und fahren genauso schnell wie PKW.

Die großen Straßen heißen State Highways, die Bezeichnung besteht aus den beiden Buchstaben "SH" einem Leerzeichen sowie der Nummer des Highways: SH 1. Nur weinge Abschnitte rund um Auckland und Wellington sind mehrspurig und mit unseren Autobahnen vergleichbar. Die meisten Streckenabschnitte sind einspurig und einige teilweise sogar nicht asphaltiert. Der meistbefahrenste Abschnitt in Neuseeland ist die zum State Highway 1 gehörende Auckland Harbour Bridge mit fast 162.000 Fahrzeugen täglich. Da man oft in Auckland ankommt, hat man erst einmal mit dem Stadtverkehr zu kämpfen. Die Orientierung ist aber einfach, unten sind ein paar typische Highway Schilder in Auckland abgebildet. Sie weisen Abfahrten aus schon eine Ausfahrt vorher zusätzlich auf der am weitesten links liegenden Fahrspur aus, das ist dann nicht die Abbiegespur, die kommt später extra.

Wenn man auf den engen, einspurigen Straßen einen langsamen Truck vor sich hat, der sich gerade einen der vielen Berge hochquält, dann hängt man eine Weile dahinter. Richtig unangenehm ist es, einen leeren Truck oder Holzlaster hinter sich zu haben und sich selbst mit Camper den Berg Hochzuquälen. Die Fahrer kennen jede Kurve, haben keine Zeit in die Landschaft zu gucken und wollen meist doppelt so schnell fahren wie man selbst. Vorbeilassen ist manchmal auch nicht möglich. Wegen Mangel an Ausweichmöglichkeit, siehe oben. Dann muss man eben ein paar Kilometer lang mit einem Truck leben, der an der Stoßstange klebt.

Viele der Brücken im Land sind nur einspurig zu befahren. Meist hat man freie Fahrt, bei größeren Brücken wie der in Richtung Thames auf der Coromandel Halbinsel ist dann auch mal mit Wartezeiten vor der Ampel zu rechnen. Ampeln und Staus sieht man außerhalb der Ballungszentren eher selten. Wenn eine Ampel rot ist, muss man anhalten.

Eine Besonderheit gegenüber Europa ist die Linksabbiegerregel: Hat man an einer Kreuzung Vorfahrt oder Grün und will links abbiegen - also zu der Seite, auf der man auch fährt - dann hat ein entgegen kommender Rechtsabbieger Vorfahrt. Übersetzt auf Deutschland: Ich will rechts ab, aber der mir entgegen kommende Linksabbieger hat Vorfahrt. Also Obacht: Mal eben schnell um die Ecke kann teuer werden! Mit dieser Regelung will man vermutlich die Kreuzung schneller geräumt bekommen.

Unterwegs

Nach guten drei Wochen unterwegs und ca. 5.000 Kilometerm ist unser Fazit: Fahren in Neuseeland kann manchmal ziemlich nervig sein! Wir können nur von Erfahrungen auf der relativ dicht bevölkerten Nordinsel berichten und waren zudem noch mit einem 6 Meter langen Vehikel unterwegs, unserem Monstercamper. Gewöhnt an die Weiten Australiens oder Patagoniens, verwöhnt von den gut ausgebauten Straßen in Südafrika empfanden wir Neuseeland als eng. Wer eine Rundreise plant, der sollte viel Zeit einplanen für die Strecken, denn was auf der Karte wie eine normale Straße aussieht, erweist sich im Land oft als sehr eng, extrem kurvig und meist hügelig. Ständig geht es bergauf und bergab. Die Durchnittsgeschwindigkeit sinkt tief abseits der wenigen Hauptverbindungen, die oft auch nur bessere Landstraßen sind.

In anderen Ländern haben wir oft am Straßenrand angehalten um zu fotografieren, in Neuseeland ist dies meist nur sehr schlecht möglich. Die engen Straßen haben kaum Randstreifen, die ein Anhalten ermöglichen würden - zumindest für etwas größeres als einen PKW. Selbst Fahrradfahrer haben hier ihre Probleme mit dem Ausweichen und wir haben uns oft gefragt, warum gerade dieses Land als beliebtes Radfahrerziel gehandelt wird. Haltebuchten sind gerade mal für PKW groß genug, Campmobile haben da keine Chance. Einfahrten oder Waldwege sind oft mit Verbotsschildern wie Private oder No Trepassing gekennzeichnet. Häufig kommt man um eine Kurve und hat dann einen schönen Ausblick auf eine sandige Bucht oder über waldige Berge und Täler. Dann heißt es schnell reagieren und nach einem Haltepunkt schauen, bevor es schnell wieder runter ins Tal ohne Aussicht geht. Oft guckt man kilometerlang gegen grüne Hügel mit Kühen und Schafen als Farbtupfer.

Eine gute Straßenkarten (wir hatten den Touring Atlas von HEMA) ist eine wichtige Vorraussetzung für Selbstfahrer. Hier sind Campingplatze, Rastplätze und Abzweigungen eingezeichnet. In Neuseeland scheint man nicht gerade viel von Schildern und Vorab-Hinweisen zu halten. All zu oft sieht man Parkplätze, Abzweigungen zu Sehenswürdigkeiten oder Picknickplätze zu spät, weil sie nicht vorher ausgeschildert sind. Dann fährt man mit Tempo 50 daran vorbei und hat auf den engen Straßen oft kilometerweit keine Möglichkeit zum Wenden. Spitze war ein Tag, an dem wir gerne einmal angehalten hätten um hinten etwas zu essen. Auf die nächste Möglichkeit haben wir dann über 60 Kilometer gewartet.

Besonders aufpassen muß man auch an Baustellen: Hier gibt noch der Flagman mit Stop-and Go Schild das Kommando, und wehe, man macht auch nur die Andeutung, diese Anweisung zu mißachten. Einmal saß der Signalgeber bei Regen in seinem am Rand geparkten Pickup und hielt das Schild lässig aus dem Fenster. Als sich ein Lieferwagen an uns, die wir brav angehalten hatten, vorbei mogeln wollte, sprang plötzlich ein quadratisch gebauter Maori wie von der Tarantel gestochen aus dem Pickup und machte dem vorwitzigen Fahrer erstmal lautstark die Verkehrsregeln klar.


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