Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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KAURIKÜSTE

Die Westküste nördlich von Auckland wird auch Kauriküste genannt, denn hier findet man noch die letzten ursprünglichen Wälder und die ältesten Bäume. Unter www.kauricoast.co.nz findet man noch mehr Infos über die Region. Das Holz der Kauris hat in der Geschichte Neuseelands schon seit den ersten Besiedlungen eine wichtige Rolle gespielt. Der Kauri-Baum ist eine neuseeländische Ikone. Um diesen Baum ranken sich viele Maori-Legenden und auch der heutige Tourismus profitiert von der Vermarktung der letzten Wälder. So stehen heute weite Teile der Küste unter Naturschutz. Das wurde auch Zeit, denn nach jahrzehntelanger Vernichtung der Wälder und ihrer Verwandlung in Schiffe, Häuser und Möbelstücke sind von den alten Kauri-Wäldern, die einst zu weiten Teilen die Insel überzogen, gerade noch 10.000 Hektar übrig.

Von Cape Reinga kommend fuhren wir mit dem Camper zuerst nach Kaitaia. Dann weiter über Ahipara entlang der Nebenstrecken Ahipara Road, Broadwood Road und Kohukohu Road in Richtung Omapere. Unterwegs fällt es schwer zu glauben, dass überall auf den weiten Agrarflächen voller Schafe und Rinder einst große Bäume standen. Hier wird nun Wein angebaut und Kumara, eine beliebte Süßkartoffel Nur wenige unter Schutz stehende Waldinseln sind geblieben, darunter der Waipoua Forest zwischen Opononi und Dargaville weiter südlich.

Auf dieser Strecke muss man bei Rangiora mit einer Fähre übersetzen nach Rawene, über den Meeresarm namens Hokianga Harbour. Leider hatten wir Pech und die Fähre war gerade weg, so dass wir eine knappe Stunde warten mussten. Draußen war es sehr windig, wie schön in solch einer Situation in einem bequemen Camper windgeschützt einen Kaffee zu kochen und Prospekte kommender Regionen zu studieren.

Nach kurzer Überfahrt und um 24 Dollar ärmer auf der anderen Seite des Meeresarms angekommen ging es weiter in Richtung der beiden fast zusammenhängenden Orte Opononi und Omapere.


Opononi

Ein kurzer Stopp empfiehlt sich auf jeden Fall in dem kleinen Touristenort Opononi. Von hier aus sieht man die bis zu 170 Meter hohen Sanddünen auf der anderen Seite des Hokianga Harbour, der sich hier zur Tasmanischen See hin öffnet. Der Sand ist Sediment vom Ausbruch des Lake Taupo-Vulkans vor 50.000 Jahren, durch Meeresströmungen angespült und ständig vom Wind verformt. Die vielleicht schönsten Sandstrände des nördlichen Zipfels Neuseelands liegen hier in der Region und man bedauert mal wieder die fehlende Zeit.

Im Ort Opononi findet man eine Definskulptur. Opo, der Delphin, lebte in 1955-56 in dieser Hafenbucht. Er war sehr zutraulich, die Kinder konnten auf ihm im Wasser reiten und er beherrschte Tricks mit einem Ball. Leider machte er dem örtlichen Fischfang Konkurrenz und wurde eines Tages erschossen aufgefunden - man vermutete als Täter örtliche Fischer. Einen Tag später trat ein Gesetz zu seinem Schutz in Kraft. Ein Kriminalfall, der damals ganz Neuseeland nahe ging.

Südlich des Ortes zweigt eine Straße zu einem ausgeschilderten Lookout ab, die man nicht verpassen sollte. Der Wind war hier an der Küste sehr stark, so dass wir spontan beschlossen an diesem Abend lieber windgeschützt im Wald zu übernachten und weiter nach Waipoua zu fahren. Der Blick auf die Dünen gegenüber ist aber sehr schön, vor allem wenn Wolken und Sonne für ständig wechselnde Lichtstimmungen sorgen.


Dargaville

Dargaville nennt sich selbst "Heart of Northland's Kauri Coast". 2½ Fahrstunden nordwestlich von Auckland leben hier ca. 4.800 Einwohner in hügeliger Landschaft am Wairoa River. Viele davon stammen von Einwanderern aus Dalmatien ab. Benannt wurde der Ort nach dem Holzhändler und Politiker Joseph McMullen Dargaville (1837-1896). Rund um Dargaville gibt es einige Künstler, die zu Urzeiten in den Sümpfen versunkene und heutzutage wieder ausgegrabene Kauristämme für ihre Skulpturen verwenden und bei Bedarf auch nach Übersee versenden. Auch Uhren, goldene Zeiger auf polierten Kaurischeiben, sind scheinbar in der Region sehr beliebt. Wir fanden sie ziemlich kitschig, aber das ist ja wie alles Geschmacksache.

Der Ort selbst hat nicht sehr viel zu bieten, ist aber ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung und bietet einige Unterkünfte. Hier trifft der State Highways 12 auf den Highway 14. Einst befand sich hier ein bedeutender Hafen, in dem die abgeholzten Kauristämme und das gewonnene Kauri-Harz verladen wurden. Heute kann man hier günstig an Straßenständen Süßkartoffeln erweben, denn Dargaville ist Neuseelands "Kumara Capital".

Kauri Museum

Fast 100.000 Besucher im Jahr finden den Weg ins kleine Dorf Matakohe an der nördlichen Küste von Kaipara Harbour, südlich von Dargaville. Auch wir fuhren auf dem Weg nach Auckland das kurze Stück in die Stichstraße hinein. Das lohnt sich nicht nur, um im Museum zu stöbern, schon der Museumsshop ist eine eigene Anreise wert. Die Auswahl an den üblichen Souvenirs ist groß und die Preise sind hier klein, wir haben nirgendwo einen im Durchschnitt günstigeren Shop gefunden. Auch wer für die für unseren Geschmack kitschigen Kauri-Uhren schwärmt wird hier fündig. Seltener Schmuck aus Bernstein ist ebenfalls im Angebot.

In den mehr als vierzig Jahren seit seiner Gründung hat das Kauri-Museum eine erstaunliche Sammlung über die ersten Siedlerfamilien in Northland zusammengetragen. Hier findet man alles über die gigantischen Kauri-Bäume, die vielfach genutzt wurden. Mehr dazu auf www.kauri-museum.com

Die ausgestellten Dinge im Museum erzählen Geschichten über die Region Northland und reflektieren den sozialen Aufstieg Neuseelands. Der Reichtum des Landes begründete sich vorrangig auf Kauri-Holz und Kauri-Harz. Die Landwirtschaft in der Region entwickelte sich erst, nachdem die meisten Bäume gefällt und die Hügel und Täler von Buschwerk befreit wurden. Daher findet man heute dort, wo sich früher noch Wälder erstreckten, nur noch erodierte Weiden mit unzähligen Kühen und Schafen.

Im Museum kann man gigantische Platten aus Kauri-Holz bestaunen und nachgestellte Szenen vom Leben in einer Kauri-Villa, oder einer Sägemühle sehen. Auch vor dem Museum befindet sich ein großer Kauristamm, der jahrzehntelang im Sumpf gelegen hat. Geht man ein wenig die Straße herab, befindet sich auf der rechten Seite ein B&B namens Matakohe House mit einem kleinem Restaurant. Hier kann man auf der Terrasse bei einem Kaffee und schöner Aussicht entspannen.

Google Map zum Thema

Kauri Coast


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