Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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WAIPOUA FOREST

Südlich von Hokianga, 120 km westlich von Whangarei und 270 km nordwestlich von Auckland befindet sich der Waipoua Forest, einem der letzten verbliebenen, ursprünglichen Wälder Neuseelands mit einem hohen Anteil an Kauri-Bäumen. Dass die Bäume hier überhaupt noch stehen liegt wohl daran, dass die Bodenqualität hier viel zu schlecht ist, um daraus Weide- oder Farmland zu machen. Das Gebiet wurde im Jahr 1952 nach heftigen Protesten von Umweltschützern gegen die überall üblichen Rodungen zum Naturschutzgebiet erklärt. Auf weiteren 20.000 Hektar in den Nachbarwäldern von Mataraua and Waima wächst nun langsam ein sich regenerierender Kauri-Wald heran. Die Naturschutzverwaltung DOC (Department of Conservation) wacht darüber, dass in Zukunft kein Wald mehr zerstört wird.

Ein einfacher DOC Campingplatz befindet sich an einem Waldrand an der Visitors Centre Road. Wir hatten Glück und erwischten den einzigen Platz, auf dem man mit den großen Camper stehen konnte. Es gibt nur etwa eine Handvoll Stellplätze dort, die meisten sind eher für kleine Autos oder Zelte. In der Hochsaison sollte man auf jeden Fall vorher reservieren. Bezahlt wird in einer Box neben der Gemeinschaftsküche.

Der Waipoua Forest ist schwer zugänglich. Es gibt nur einige sehr sehenswerte kurze Rundwege, hier ist eine Übersicht. Die größten Vertreter der Spezies Agathis Australis, besser bekannt als Kauri, sind hier zu finden. Der State Highway 12 führt mit vielen Kurven mitten durch das Gebiet, auch vorbei an einem Kauri namens Te Matua Ngahere. Auf dieser Straße erreicht man auch die Hauptattraktion des Nationalparks: Den größten Kauri-Baum der Welt, unten näher beschrieben.

Ein weiterer 20-minütiger Spaziergang direkt vom Parkplatz an der Straße ist der "Four-Sisters-Walk". Auch hier findet man imposante Exemplare der Gattung Kauri, Höhepunkt sind vier riesige Kauris mit einem gemeinsamen Wurzelstamm. Ausser den ausgewiesenen Parkplätzen gibt es kaum Möglichkeiten zum Halten, wenn man also nicht einen dieser Wege geht dann rauscht der Wald mit Tempo 70 an einem vorbei und schnell ist man wieder draußen.

Tane Mahuta

Benannt wurde der berühmte Baumgigant von den Maori nach Tane Mahuta, der Gott des Waldes. Dieser trennte der Legende nach einst seine Eltern und brachte dadurch Licht auf die Erde. Er ist über 1.500 Jahre alt und mehr als 50 m hoch, allein der Stamm misst 17,7 Meter. Sein Umfang am Boden beträgt 13,8 Meter und insgesamt stehen hier geschätzte 275 Festmeter Holz. Auf einem bequemen 200 m kurzen Weg durch üppigen Urwald erreicht man eine Lichtung mit Blick auf den Baum.

Um diesen mächtigen Stamm liefen einstmals noch die inzwischen ausgerotteten Moas herum, riesige Laufvögel die den Menschen zu gut schmeckten. Der Baum erlebte schon die Ankunft der Polynesier und überlebte die Ankunft der Europäer, die den Nutzwert des Kauri-Holzes rasch erkannten und die Wälder entsprechend rabiat abräumten.

Wir waren spät am Nachmittag dort und so waren die Busgruppen schon wieder auf dem Weg nach Hause. Nur ein paar Touristen mit Camper waren noch unterwegs, es regnete ganz leicht. Das machte aber nichts, schließlich lebt der Wald nur durch die hier häufigen Regenfälle. Auf dem Weg ist man umgeben von üppigem Grün, Baumfarnen und hohen Bäumen. Der Anblick des Giganten an der schnell erreichten Lichtung ist überraschend, so groß hat man ihn sich nicht vorgestellt. Klein und winzig steht man vor diesem Relikt der Vergangenheit.

Natürlich macht man hier das obligatorische Foto, mit ein wenig Abstand sieht der Baum gigantisch aus. Dominant erhebt er sich über die Umgebung und die großen Bäume in seinem Umfeld wirken wie Streichhölzer. Der Weg führt weiter direkt an den Stamm, hier stehen Bänke zu Ausruhen und zum stillen Betrachten. Besonders faszinierend sind die zahlreichen Pflanzen, die sich in den oberen Etagen auf den Ästen und am Stamm niedergelassen haben du ein eigenes Universum bilden.

Aussicht

Am nächsten Morgen fuhren wir vom Campingplatz ein wenig weiter südlich, zuerst zum Visitor Center, in dem man die kleine, aber sehr informative Ausstellung zum Thema Kauri und Kiwi unbedingt ansehen sollte. Dann fuhren wir noch ein wenig abseits auf einer kleinen Stichstraße hinauf zu einem Aussichtspunkt. Hierher kommt man auch zu Fuß ab Visitor Center, dazu braucht man rund eine Stunde auf dem ausgeschilderten Lookout Track. Oben angekommen findet man einen Turm, auf den man hochklettern und windgeschützt hinter Scheiben die Aussicht genießen kann. Der Blick schweift über dunkelgrüne Baumkronen. So hat wohl die ganze Nordinsel von Neuseeland vor Ankunft der Europäer ausgesehen.

Rundum findet man typische Pflanzen, die im November teilweise üppig blühten. Ein kleiner Kauribaum, der immerhin schon gut 30 Jahre hier steht, zeigt die Dimension der großen Riesen. Denn so lange hat das kleine Bäumchen gebraucht um zu einer Größe von ca. 4 Meter heran zu wachsen. Unten auf dem ersten Bild ist der kleine Kauri neben dem Camper und dem Aussichtsturm zu sehen.


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