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WAITANGI

Mit der Autofähre vom historischen Örtchen Russell kommend, ist die Durchfahrt im Touristenzentrum Paihia wenig spektakulär. Hier gibt es zwar schöne Strände und die Möglichkeit, Tagestouren mit dem Schiff in der Bay of Islands zu machen. Allerdings reihen sich hier Hotels, Restaurants, Shops und Motels ziemlich gesichtslos aneinander.

Nur ein paar Kilometer weiter und die Umgebung ändert sich. In einer weiteren, parkähnlichen Landschaft führt die Straße vorbei an Maorisäulen zu einer wichtigen historischen Stätte: den Waitangi Treaty Grounds. Hier wurde am 6. Februar 1840 der "Treaty of Waitangi" unterzeichnet.

Der genaue Inhalt dieses Vertrages ist bis heute eine Frage, über die in Neuseeland heftig gestritten wird, denn es geht dabei vor allem um Landbesitzrechte. Den Vertrag gab es in zwei Varianten: Englisch und Maori. Diese weichen teilweise voneinander ab und mitunter sind sie auch uneindeutig formuliert. 43 Maori-Häuptlinge traten damals die Hoheitsrechte an das Vereinigte Königreich und an Königin Victoria ab und wurden mit ihrem Volk rechtlich gesehen den britischen Staatsbürgern gleichgestellt.

Bis heute beschäftig die korrekte Auslegung die höchsten Gerichte des Landes und auch in zahlreichen Museen findet man ausführliche Informationen zu diesem Thema. In jüngster Zeit gab es endlich Schadensersatzzahlungen an Maori-Stämme, die dadurch für die widerrechtliche Enteignung von Fischgründen entschädigt wurden.


Treaty Grounds

Der Straße von Paihia folgend überquert man eine lange One-Lane-Bridge und einen Kilometer weiter kommt man automatisch am Parkplatz der Treaty Grounds vorbei. Aufpassen, denn man verpasst leicht die Abfahrt zum Haupteingang und landet ein paar Kilometer weiter auf dem Golfplatz. Wer Zeit hat sollte diesen Umweg fahren, denn von dort oben hat man einen schönen Rundblick und am Weg liegen einige Wasserfälle wie die Haruru Falls. Die Schleife führt über eine Gravel Road wieder zurück nach Paihia.

Die Waitangi Treaty Grounds sind täglich von 9 bis 18 Uhr im Sommer und von 9 bis 17 Uhr im Winter geöffnet, der Eintritt beträgt $12 pro Person. Zwischen September bis April kann man dreimal pro Tag in dem zur 100-Jahr-Feier 1940 erbauten Versammlungshaus "Te Whare Rununga" die 30-minütige He Tohu Show besuchen. Im Winter findet die Vorstellung nur einmal täglich statt.

Auch am Abend spielen Maori die Vorgeschichte des Vertrages nach, inklusive des Kriegstanzes Haka. Vorbuchungen für die 45 Dollar teure Cultural North Sound and Light Show sind nötig. Wer heiraten möchte, kann dies ebenfalls auf dem historischen Grund arrangieren. Auch geführte diverse Touren mit Maori-Führern, die meist eine Stunde dauern und verschiedene Themenbezüge wie Garten, Kultur, Weben etc. haben, sind gegen einen Aufpreis zu buchen.

Wir waren gegen Mittag dort und nutzen die gepflegten Wege zu einem Spaziergang. Teilweise hat man eine schöne Aussicht auf die Bay of Islands und viele kleine Vögel tummeln sich in den gepflegten Gärten. Man kann Mangroven von einem Holzweg aus nächster Nähe sehen und sich auf Bänken ausruhen. Es gibt in diesem Open Air-Museum viel zu sehen und man sollte einige Zeit einplanen, auch wenn der längste Rundweg im 506 Hektar großen Gelände in einer guten Stunde bewältigt werden kann.

Im Besucherzentrum am Eingang läuft ein Informationsfilm, in dem die Geschichte des Vertrags von Waitangi und der Gegend erzählt wird. Der Souvenir Shop direkt gegenüber bietet ausgesuchte Maori Kunst, allerdings zu elitären Preisen. Das bekommt man woanders meist günstiger. Ein paar Meter weiter im Park befindet sich das nette Waikopu-Café in grüner Umgebung mit Teich und reichem Vogelleben, wo man sich nach dem Rundgang entspannen kann. Hier ist die offizielle Webseite der Waitangi Treaty Grounds und die Webseite zum Treaty of Waitangi.


Rundgang

Our Birthplace - Te pitowhenua - so nennen die Neuseeländer stolz diesen Ort. Der Rundgang führt zuerst zum Kanuhaus, in dem sich ein 35,7 Meter langes Maori Kriegskanu befindet, das 76 Ruderern Platz bot und somit wohl das längste Zeremonien-Kanu weltweit ist. Es ist bis zu 2 Meter breit, wiegt 12 Tonnen und ist mit schönen Schnitzereien bedeckt. Die geschnitzten Gesichter haben Augen aus Paua Muscheln. Das Kanu war Teil der Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Vertrages im Jahr 1940. Kanu heißt Waka in Maori und dies ist das Waka Ngatokimatawhaorua. Es wurde benannt nach dem Kanu, das die ersten Maoris aus Polynesien brachte. Häuptling darauf war Nukutawhiti, der Enkel von Kupe, dem Entdecker von Neuseeland. Ganz in der Nähe befindet sich die Rampe, wo es jährlich am 6. Februar zu Wasser gelassen wird. Die Paddel hängen unter dem Dach und am Ende des Hauses kann man noch die traurigen Reste eines riesigen Kauribaums als Stumpf betrachten.

Hauptattraktion ist das Te Whare Runanga Versammlungshaus, das ein Symbol für Beteiligung der Maori am Vertrag darstellen soll. Das Versammlungshaus, Marae genannt, wurde im typischen Stil der Maori Versammlungshäuser 1940 zur 100-Jahr-Feier erbaut und darf betreten und fotografiert werden. Allerdings ist es schwierig, es ohne Reisegruppen abzulichten. Die Besonderheit: Dieses Marae gehört keinem Stamm alleine, sondern allen Maoris gemeinsam. Man könnte Romane über die geschnitzte Einrichtung und ihre Bedeutung schreiben, aber alles Wissenswerte wird ausführlich im Informationsblatt "Waitangi carved Meeting House - Whare Runanga" erklärt, welches man am Eingang kostenlos erhält. Der Fahnenmast auf der Wiese davor markiert die Stelle, an welcher 1840 der Treaty of Waitangi unterzeichnet wurde.

Busby's Residency ist das Vertragshaus und liegt direkt nebenan. Es besticht durch wunderschöne Gärten die im November üppig blühten. Dieses extra aus Australien importierte Haus, in dem der Vertreter Britanniens namens James Busby ab 1833 wohnte, ist typisch für die Zeit um 1840 eingerichtet. Es fehlen auch nicht die ehemaligen Bewohner als lebensgroße Puppen. Busby galt als geschickter Vermittler zwischen Maori und Europäern.


Google Map zum Thema

Waitangi Treaty Grounds


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