Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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NAPIER

Wir kamen aus Richtung Gisborne nach Napier und hatten die ganze Fahrt relativ schlechtes Wetter. Es regnete, die Berge waren von Wolken verhangen und die Landschaft bot wenig Abwechslung: Wald, Kühe, Schafe, Wiesen, Wald, Wiesen, Kühe, Schafe und Berge in Wolken. Die Region um Gisborne scheint ein richtiges Regenloch zu sein, denn einen Monat zuvor, im Oktober 2005, gab es hier sehr schwere Regenfälle und die Beseitigung der Schäden an den Straßen war noch in vollem Gange. Teilweise waren ganze Ränder abgerutscht, Brücken unterspült und Teilstrecken überflutet. Wie in Neuseeland üblich wurde gerade kilometerlang der ganze Belag neu geteert und wir kamen nur langsam auf den meist einspurig zu befahrenden Rollsplitstrecken vorwärts. Hier sind Bilder der Gisborne Floods. Noch während unseres Aufenthaltes trafen schwere Überschwemmungen Ende November erneut die Farmer der Region an der Hawkes´s Bay.

Etwa auf zwei drittel der Strecke zwischen Gisborne und Napier wird es spektakulär, hier kämpfen sich Straße und Eisenbahn durch eine Gegend mit viel Wald und tiefen Schluchten. Überall sieht man von der Forstwirtschaft wirder aufgeforstete Flächen mit winzigen, kleinen und mittelgroßen Kiefern.

Erst am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser Tagesziel Napier und es herrschte noch relativ viel Verkehr auf den Straßen rundum. Man fährt vorbei am Flughafen, der von einem Vogelschutzgebiet umgeben ist, und am großen und geschäftigen Hafen. Da es aber gerade nach 17:00 Uhr war, hatten die Geschäfte in der Innenstadt alle schon geschlossen und die Stadt leerte sich schnell. Ausserdem kam doch noch die Sonne heraus und wir beschlossen gleich einen Stadtrundgang zu machen und uns nach der langen Fahrt noch ein wenig die Beine zu vertreten.

Über dem großen Hafen, den man bei der Ankunft passiert, liegt der Bluff Hill. Von hier oben hat man einen ersten Überblick auf Hafen und Stadt. Auf Anhieb fanden wir ziemlich zentral zwei kostenlose Parkplätze für unseren 6 Meter Camper. Da wir sowieso nichts einkaufen wollten, genossen wir den Rundgang durch die fast menschenleeren Straßen. Die Abendsonne erhellte die Art Deco Fassaden und die hübsch restaurierten Häuser, wie die Bilder dieser Seite zeigen. Besonders sehenswert: Das Masonic Hotel, das Criterion Hotel, das Daily Telegraph Building, das Taylor Building, und last but not least das A&B Building, dessen Kuppel zum Wahrzeichen Napiers geworden ist Wir parkten direkt vor dem Municipal Theatre von 1938, mit seinen ägyptisch anmutenden Säulen und Bögen. Mehr dazu unter www.artdeconapier.com.

Am Meer gibt es in Napier eine sehr schöne lange Promenade namens Marine Parade mit feinem Sandstrand dahinter. Hier findet man auch ein bekanntes Aquarium namens Marineland of New Zealand, das bei unserer Ankunft aber nicht mehr geöffnet war. Auch die "Sunken Gardens", ein Minigolfplatz sowie eine Rollschuhbahn bieten Abwechslung.

In Napier findet man zur richtigen Tageszeit viel Gastronomie und gute Einkaufsmöglichkeiten. Die interessanten Einkaufsstraßen in Napier zweigen in Höhe des Informationszentrums von der Marine Parade ab. Hier findet man sehr viele Secondhand-Geschäfte, die natürlich meist Art-Déco-Möbel oder Lampen anbieten. Im Umland wachsen Äpfel, Trauben, Kiwis und Pfirsiche, die örtliche Wirtschaft floriert mit höheren Individual-Einkommen als anderswo. Früher wegen der vielen Apfelplantagen oft als "Obstgarten" Neuseelands bezeichnet, ist Hawke´s Bay heute aber vor allem für seine Weine bekannt. Mehr als 50 gute und oft weltweit bekannte Weingüter bieten Verkostung, Restaurants und Führungen durch den Weinkeller. Die hier erzeugten Chardonnays, Sauvignon Blancs, Cabernets und Merlots erhalten bei internationalen Qualitäts-Prüfungen alljährlich Auszeichnungen. Infos über den Wine Trail bekommt man in der örtlichen i-site oder auf www.napier.govt.nz.


Geschichte

Napier ist etwas Besonderes. Die Stadt wurde um 1850 gegründet und schnell das Zentrum der Region an der Hawke's Bay. Benannt nach einem englischen Offizier, wurde sie sogar offiziell Provinzhauptstadt, bis die Provinzen knapp 20 Jahre später wieder abgeschafft wurden.

Ein Großfeuer, ausgelöst durch ein Erdbeben, zerstörte die Stadt im Jahr 1931 fast vollständig. Es passierte genau am 03. Februar um 10:47 Uhr, als zwei Erdstöße mit einer Stärke von 7,9 auf der Richter-Skala die Region erschütterten. Napier und auch die Nachbarstadt Hastings wurden dabei komplett zerstört. 258 Menschen verloren ihr Leben, Tausende wurden verletzt.

Man errichtete auf den Ruinen von Napier eine komplett neue Stadt und orientierte sich am damals gerade modernen Baustil Art Deco, in Hastings entstand Neues in spanischer Missions-Architektur. Trotz herrschender Wirtschaftsdepression sollte der Aufbau eine Botschaft an die Menschen sein, eine neue Epoche zu beginnen und vorwärts zu blicken. Die Pastelltöne der Art-Deco-Fassaden entstanden dabei aus der Not heraus, denn die Farben wurden mit Wasser gestreckt. Heute sind sie teilweise sehr schön restauriert, teilweise schon mit ziemlich viel Patina. Ganze Straßenzüge wurden exotisch bepflanzt und riesige Palmen sorgen für Flair. Im Gegensatz zu den meist gesichtslosen Durchschnittsorten in Neuseeland ist Napier architektonisch beeindruckend und hat ein ganz eigenes Flair. Und damit wird auch gut Kasse gemacht, denn Touristen wie Einheimische kommen gerne hierher. Besonders zum Art Deco-Weekend jedes Jahr im Februar. Dann kleidet man sich im Stil der Dreißiger fährt mit chromblitzenden Oldtimern durch die Straßen und trinkt dazu Gin-Tonic. Die ganze Stadtmitte ist bis heute von Art Deco Gebäuden geprägt.



Weiter geht´s

Dann standen wir vor einer Entscheidung: In Napier übernachten, weil wir schon genug gefahren waren an diesem Tag? Eigentlich wollten wir eine Tour zur Tölpelkolonie am Cape Kidnappers buchen, aber in den vorhandenen Prospekten standen keine Startzeiten und zum Buchen selbst war es heute schon zu spät. Ausserdem hatten wir schon genug Tölpel am Muriwai Beach bei Auckland und in Südafrika bei Lamberts Bay beobachtet. Das war uns also nicht ganz so wichtig. Da es außerdem nach neuem Regen aussah, beschlossen wir gleich am nächsten Tag weiter in Richtung Taupo zu fahren und uns dort noch ein paar Attraktionen in der Umgebung anzuschauen.

So kamen wir am Abend auf einen Campingplatz in der Weinregion von Eskdale, direkt an der Straße nach Taupo. Ein etwas merkwürdiger wirkender Platz, auf dem wir die einzigen Touristen waren und wo wir viele sehr alte Reisebusse vorfanden, die hier als Cabin dienen oder scheinbar permanent von Leuten bewohnt wurden. Denn viele hatten keinen Motor mehr. Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Taupo.

Google Map zum Thema

Napier aus der Luft


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