Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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ANKUNFT

Am Ende der Überfahrt kommt die Vulkaninsel immer näher und wir hielten alle Ausschau nach Anzeichen vulkanischer Tätigkeit. Doch vom Meer aus war noch nicht allzu viel zu sehen. Die Fahrt endet in einer kleinen Bucht mit türkisem Wasser und Blick auf braune Felsen. Dann werden zuerst einmal die Helme und Gasmasken verteilt, denn Helm ist Vorschrift und über die Gasmaske ist man auf Grund der Schwefeldmämpfe später auch ab und zu ganz froh. Sieht schon komisch aus, wie alle an Deck stehen und die Gasmasken anprobieren.

Die Insel ist in Privatbesitz und wurde im Jahr 1953 zu einem privaten Scenic Reserve erklärt. Somit ist sie an die Regelungen des Reserve Act aus dem Jahr 1977 gebunden. Besucher dürfen nicht ohne Erlaubnis hier anlanden, dürfen nichts entfernen, hinterlassen oder stören. Ganz nach dem Motto: "Leave only footprints". Jedoch ist die Insel wenigen ausgesuchten Tour-Operators zugänglich, die hier mit entweder mit Booten ankommen oder mit dem Helikopter landen dürfen.

Früher konnten an dem alten Betonsteg der verfallenen Schwefelmine auch große Boote noch direkt anlanden. Das ist seit einigen Jahren vorbei, die brüchigen Reste des Wharf würden das Boot aufschlitzen. Bei starkem Wind aus der falschen Richtung muss man auch auf die Reste des Pier verzichten und mit dem Zodiac am Strand in der Nachbarbucht anlanden.


Zodiac

Das schwarze Zodiac, hinten einer Garage im Schiffsbauch gepakrt, fährt einmal zum halb versunkenen Landesteg vor, um alles für die ankommenden Gäste vorzubereiten. Dann werden jeweils kleine Gruppen rübergefahren und vor Ort gleich aufgeteilt. Die ca. 40 Gäste bildeten bei unserer Ankunft zwei Gruppen, wir befanden uns in der zweiten. Jeweils zwei Guides stehen pro Gruppe zur Verfügung, die passen auf das man den Weg nicht verlässt, fotografieren bereitwillig alle Gäste vor Attraktionen und beantworten Fragen. Die coolen Jungs und Mädels sind daran zu erkennen, dass sie trotz kühlem Wind als einzige in kurzen Hosen herumlaufen.

Die Fahrt mit dem Zodiac ist zwar kurz, aber doch recht spannend. Man sitzt auf dem Rand und hält krmpfhaft seine Fotoausrüstung fest. je nach Wetterlage kann es hier sehr abenteuerlich werden, wir hatten keinerlei Probleme und kamen sicher am Steg an. Der ist mitnichten Rollstuhlgeeignet, nur ein Stück ist eben, dann klettert man über große Felsbrocken weiter bis ans Ufer. Die Guides verteilen Pillen an die von Seekrankheit gebeutelten, einige meldeten sich und holten sich eine ab. Dann ging die Wanderung los in Richtung Krater, während die beiden vor unserer Ankunft gelandeten Helikopter sich schon wieder auf den Rückflug machten.


Die Schwefelmine

Direkt am Landesteg findet man die Überreste der alten Schwefelmine und kann hier schon die ersten Fotos machen. Zeit zum Besichtigen und Fotografieren hat man dann noch einmal am Ende der Tour. Lange bevor die ersten Europäer kamen nutzten die Maori schon die Ressourcen der Insel. Sie holten hier Dünger für ihre Gärten und jagdten die hier lebenden Sturmvögel (Muttonbirds). Dann entdeckten auch die Europäer ab 1826 die Insel und annektierten sie im Namen der Krone.

Bis zum Jahr 1914 wurde auf White Island der Schwefel aus den Ablagerungen der Fumarolen kommerziell abgebaut. Die Arbeiter lebten hier abgeschieden unter denkbar ungüstigen Umweltbedingungen, der Verdienst war aber wohl sehr überdurchscnittlich. Bedrohliche Situationen unterbrachen die Tätigkeit oft. Schließlich lebte man auf einem Vulkan. Nach dem Kollaps einer Kraterwand tötete die nachfolgende Schlammlawine alle 11 Arbeiter, die spurlos verschwanden. Erst Tage später kam das Versorgungsschiff und fand Fabrik, Arbeiter und Produktion nicht mehr vor. Nur die Katze hatte überlebt. So wurde der Abbau des Schwefels im Jahr 1914 schließlich aufgegeben.

Neun Jahre lang tat sich gar nichts mehr auf der Insel, bis eine neue Company gegründet wurde, welche die Produktion im Jahr 1923 wieder aufnahm. Man wollte den Schwefel direkt aus dem vulkanischen Geröll des Untergrunds gewinnen, der Schwefelanteil war aber viel geringer als anfänglich vermutet. Auf Grund der Wirtschaftskrise gab man 10 Jahre später dann 1933 endgültig auf. Heute stehen die Reste der ehemaligen Schwefelfabrik als Mahnmal der Vergänglichkeit auf dem kargen Eiland herum. Sie rosten und zerbröseln, der Verfall ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht sind diese menschlichen Spuren der Ausbeutung der Natur schon nach dem nächsten Ausbruch komplett von der Inseloberfäche verschwunden.

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