Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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AM KRATERSEE

Im März 2000 erschienen auf der Insel drei kleine Öffnungen im Hauptkrater und fingen an, Asche zu spucken. Schnell wurde die ganze Insel im feinen grauen Asche-Puder bedeckt. Eine Eruption am 27.Juli 2000 bedeckte die Insel mit Schlamm und Schlacke und ein neuer Krater erschienen. Letztmals stieg im Frühjahr 2001 eine Aschenwolke etwa zwei Kilometer hoch über der Insel auf.

Die meisten Eruptionen gab es zwischen 1981 und 1883, sie änderten viel an der Landschaft der Insel und dezimierten den umfangreichen Pohutukawa-Wald, der einst hier stand. Heute gibt es nur noch kleien Waldflecken auf der Rückseite der Insel, die man aber bei der Wanderung nicht sieht, weil der Krater-Wall davor liegt.

Der große Krater, der zu dieser Zeit entstand, ist heute ein See geworden. Von der Schwefelquelle kommend maschierten wir bergauf. Die Luft ist hier kaum atembar, es stinkt wie eine Mischung aus faulen Eiern und Ammoniak.

Der Guide verteilt süße Bonons an alle, die den Geschmack auf der Zunge beseitigen sollen. Die aus dem Vulkan austretenden Gase können die Schleimhäute stark reizen. Einige aus der Gruppe haben hier schon Schwierigkeiten, einem jungen Mädchen geht es sichtbar nicht so gut und die Guides kümmern sich um sie.

Vor kleinen Erhebungen mit weißer Kappe wird gewarnt, denn diese neigen dazu einzustürzen und sind hochgradig gefährlich. Darunter verbirgt sich meist ein Schlammloch, in dem es mit über 100°C blubbert. Einige aus der Gruppe latschen etwas gedenkenverloren herum, nähern sie sich entgegen der Anordnungen solch einer Kuppe wird der Ton der Guides schon mal um einges schärfer.

So richtig gefährlich ist es nicht, wenn man auf dem Trampelpfad belibt, aber immerhin befindet man sich ja hier auf einem aktiven Vulkan und der Veranstalter schließt jegliche Haftung von vorneherein aus. Das muss man beim Einchecken sogar unterschreiben. Mit vielsagendem Lächeln deuten die Guides auf ein 3x3 Meter großes tiefes Loch mit heißem Wasser, welches sich ohne Vorwarnung vor einigen Wochen ein paar Meter neben dem Pfad geöffnet habe.


Oben angekommen

Nach einer Weile nähert sich die Gruppe dann dem Rand des Kratersees. Über die Oberfläche wabern Dampfschwaden, so das man je nach Wind kaum etwas erkennen kann. Der Gestank ist hier atemberaubend und wir brauchten beide die Gasmaske, mit der es erträglicher wurde hier zu stehen. Umgeben von der hufeisenförmig aufgebrochenen Caldera liegt der stark säurehaltige Kratersee. Durch die Schwaden und die undurchsichtige Flüssigkeit ahnt man nicht, das der See nur ca. 50m tief ist, dafür aber bis zu 60°C heiß mit einem pH Wert von 0,9.

Von den Maori wird der Kratersee Huritini genannt, nach einer Maori-Prinzessin, die wegen eines Familienstreites hier Selbstmord beging, indem sie sich in die heißen Fluten stürzte. An verschiedenen Stellen sieht man seismologische Messstationen und Videokameras, denn der Krater wird rund um die Uhr wissenschaftlich beobachtet. Von einem Hügel hat man einen wunderschönen Rundblick auf Kratersee, Caldera und aufs Meer.



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