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MARTINBOROUGH

Auf dem Weg vom Tongariro Nationalpark und auf der Flucht vor Regen und grauen Wolken fuhren wir mit unserem Camper in Richtung Süden, um am Abend irgendwo in einer Weinregion im Süden zu übernachten. Erst in Martinborough einer kleinen Stadt in South Wairarapa, einem District in Region Wellington, schien endlich wieder die Sonne. 65 Kilometer östlich von Wellington und 35 Kilometer südwestlich von Masterton findet man rund um den Ort ein hervorragendes Weingebiet. Ein Mann namens John Martin hat diesen Ort im 19. Jahrhundert gegründet und die ersten Straßen angelegt, der Stadtplan orientierte sich an der Form des Union Jack. Zentraler Platz ist der Union Square und die Straßen heißen hier New York, Venice, Naples, Ohio, Dublin, Strasbourg, Oxford, Cork, Panama oder Broadway. Sogar die Cologne Street fanden wir hier.

Die heute ca. 1.400 Einwohner leben meist vom Weinbau, von der Landwirtschaft oder vom Tourismus, denn der hübsche Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Leute aus Wellington und den größeren Orten weiter nördlich. Natürlich werden hier auch Schafe gezüchtet, man findet aber daneben Olivenplantagen, Lavendelfarmen und Blumenzüchter in der näheren ländlichen Umgebung. Von Martinborough aus ist es auch nicht mehr weit zum Meer, nach Ngawhi oder Cape Palliser. 20 Kilometer außerhalb des Ortes findet man die Hau Nui Windfarm, ein wichtiger Energielieferant für die Region.

Das örtliche Touristen-Informationscenter hatte bei unserer Ankunft leider gerade geschlossen, normalerweise wäre hier die erste Anlaufstelle für Informationen zu den örtlichen Winzern und Restaurants. Ganz neu angelegt, sehr gut ausgeschildert und etwas in Randlage des kleinen Ortes befindet sich der Campingplatz von Martinborough in der Princess Street. Neue Sanitäranlagen, eine Gemeinschaftsküche und ein großzügiger Rasenplatz mit Bäumen in Laufnähe zum Zentrum. Gleich nach unserer Ankunft kam jemand zum Kassieren, wir holten uns gleich einige Restauranttipps.


Rundgang

Ein Rundgang durch den Ort dauert nicht all zu lange, ist aber ein sehr schöner Spaziergang. Im Gegensatz zu vielen anderen, gesichtslosen Orten hat Martinbourough noch alten Charme, auch durch seinen klassischen Grundriss. Besonders hübsch ist das Martinbourough Hotel am Union Square, es bezaubert mit dem Charme viktorianischer Baukunst. Zentral liegt auch das Martinborough Wine Centre in dem man alle hochwertigen Weine aus der Region kaufen kann. Vor allem die hochdekorierten Pinot Noir sind begehrt, preiswert sind die Weine hier allerdings nicht zu haben. Die teuersten Pinot Noir von Ata Rangi, Dry River oder vom Martinborough Vineyard könne schon mal über NZ$50 pro Flasche kosten, unter NZ$20 ist hier wenig zu bekommen.

In einem anderen Geschäft namens Taste of Martinborough gibt es Spezialitäten der Region wie Olivenöl, Käse oder selbstgemachte Marmeladen, Chutneys und Pickels. Ebenfalls auf der Hauptstraße findet man kleine Kunstgewerbeläden, Hotels und Restaurants und auch ein Spaziergang durch die Wohnviertel lohnt sich. The Martinborough Fairs finden seit 1977 jährlich im Sommer statt und werden vom Rotary Club ausgerichtet. Im November, leider haben wir es verpasst, findet das Toast Martinborough statt. Ein sehr bekanntes "Wine, Food and Music Festival" in der Region, dann gibt es hier keine Unterkünfte mehr und mehrere tausend Besucher kommen in den Ort.

Wine and Dine

Die Geschichte der Region als Weinanbaugebiet reicht gerade mal gut 25 Jahre zurück. Hier, am trockensten Ort der neuseeländischen Nordinsel, wagten einige Pioniere die ersten Schritte und erkannten das Potential. Denn das größte Problem der neuseeländischen Winzer ist die Nässe auf den regenreichen Inseln. Für drei Wissenschaftler und einen Milchviehbauern aus Wellington, allesamt Laien im Weinbau mit Null Erfahrung, lag Martinborough einfach näher als die lange etablierten Weingebieten Hawkes Bay und Gisborne im Norden. Der Wein hat heute den ehemaligen Schafzüchterort vollständig erobert. Auf jedem kleinen Stück frei verfügbarer Fläche an der "Martinborough Terrace" nördlich und östlich der Stadt wachsen Reben. Über 40% davon mit der aus Burgund stammenden Pinot Noir Traube, bei uns in Deutschland auch als Spätburgunder bekannt, Tendenz steigend.

Martinborough ist heute weltweit berühmt für den hervorragenden Pinot Noir und die Winzer zu Recht stolz auf das Erreichte. Sie schützen ihre Weine mit einem blauen Siegel, "Martinborough Pride" genannt. Damit ausgezeichnet muss mindestens 85% des Weins aus Trauben der Region gekeltert werden. Durch das warme Mikroklima mit Hügelketten im Osten und im Westen produzieren Weingüter wie Palliser Estate Wines, Martinborough Vineyard, Ata Rangi oder Voss Estate Spitzenqualitäten. Weitere Winzer findet man auf der Martinborough Seite von Wines of New Zealand.

Ein weiterer Vorteil der Weine hier: Man legt Wert auf Klasse, nicht auf Masse. Es gibt hier keine riesigen Edelstahltanks oder farbikähnliche Abfüllanlagen. Selbst der größte Produzent, das Palliser Estate, produziert noch nicht einmal eine halbe Million Flaschen im Jahr. Kleinere Winzer sind ständig ausverkauft, daher sollte man sich hier vor Ort mit einigen Weinen eindecken. Denn anderswo im Land sind sie schwer zu bekommen.

Am Abend gingen wir dann essen, nicht jeden Abend hat man Lust im Camper zu kochen. Hier in Martinborough, wie auch schon in Russel im Northland, ist es hier sehr touristisch und somit für neuseeländische Verhältnisse auch ziemlich teurer. An Wochenenden sollte unbedingt vorbestellt werden, dann sind die Besucher aus Wellington in der Stadt. Viele haben in der Region auch ein Wochenendhaus. Dafür hatten wir in beiden Orten endlich mal die Möglichkeit, vom Camper aus zu Fuß ein erstklassiges Restaurant zu erreichen und nach Weingenuss nicht mehr fahren zu müssen. Es gibt eine gute Auswahl an Restaurants im Ort, wir schlenderten am Abend kurz vor Sonnenuntergang an allen vorbei und entschieden uns dann für die Est Wine Bar and Eatery, direkt am zentralen Union Square auf einer Ecke gelegen. Dinner und Wein waren sehr gut und relativ teuer, die Einrichtung modern (kleines Bild unten) und der Service tat sein Bestes.

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