Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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CAPE PALLISER

Von Martinborough aus fuhren wir am nächsten Tag mit unserem Monstercamper über eine teilweise ungeteerte Straße knapp 70 Kilometer zum Cape Palliser, dem südlichsten Zipfel der Nordinsel. Zuerst fährt man durch grünes Weideland in Richtung Lake Ferry, biegt aber kurz vor dem Ort links ab und erreicht schließlich die KüstenStraße. Nach ein paar Kilometern führt links eine Abzweigung ins Landesinnere zu einem Parkplatz. Nach kurzer Wanderung erblickt man bizarre Steinformationen: die Putangirua Pinnacles. Wasser und Sand schufen hier einen surrealen Felsgarten, der leider bei bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen nur grau in grau erschien ohne Tiefenwirkung. Hier wurden einige Szenen (Dimholt Road) für "Herr der Ringe" gedreht. An diesem Platz hört man das Pfeifen des Windes, die Maori nannten den Ort deshalb: "Das Echo des Rufs der Vogelflöte". Steigt man hinauf auf die Putangirua Pinnacles, kann man die gesamte Küstenlinie der Palliser Bay überblicken.

Auch an der KüstenStraße stößt man auf meterhohe Klippen, Steinschlag und Erdrutsche sind hier normal. Die Straße ist dead-end und man kommt hier wieder vorbei, auf der Rückfahrt kam ein klein wenig die Sonne durch. Was für ein Unterschied in Farbe und Wirkung. In der neuseeländischen Geschichte hat die Palliser Bay eine ganz besondere Bedeutung, denn hier kamen vor mehr als 150 Jahren die ersten Schafe an Land. Die ersten Farmer trugen ihre Tiere noch einzeln um die gezackten, abwehrenden Felsen herum, um sie anschließend per Boot über den Lake Wairarapa überzusetzen.

Wir fuhren weiter zum abgelegenen Leuchtturm von Cape Palliser, je weiter man sich nähert um so schlechter wird die Straße, irgendwann hört der Asphalt dann auf. Mit Erdrutschen ist zu rechnen, ab und zu muss auch mal ein Bach durchquert werden, was nach starken Regenfällen dann nur mit Allrad möglich ist.


Seehundkolonie

Der Leuchtturm trohnt hoch auf einer Klippe am südlichsten Punkt der Nordinsel, 250 Stufen führen da hoch hinauf. Da es aber bei unserer Ankunft gerade regnete und stark stürmte verzichteten wir hier auf einen Aufstieg und schauten uns den 59 Meter hohen, rot-weißen Turm aus dem Jahr 1897 nur von unten an. Damit hatten wir auf der Nordinsel den nördlichsten Punkt am Cape Reinga, den östlichsten am East Cape und den südlichsten am Cape Palliser besucht, alle mit einem Leuchtturm. Den westlichsten am Cape Egmond haben wir wegen schlechtem Wetter und Zeitmangel dann leider nicht mehr geschafft, der Umweg wäre zu groß gewesen.

Direkt unterhalb des Leuchtturms befindet sich die größte Seehundkolonie der Nordinsel. Fast schon direkt neben der Straße lassen sich die Tiere inmitten einer wildromantischen Felskulisse die Sonne auf den Pelz scheinen, wenn sie denn scheint. Wir parkten am Rand einer Klippe, mit Panoramablick auf die aufgepeitschten Wellen des Ozeans, die sich hier mit voller Wucht an den Felsen brechen. Die Meerenge zwischen Nord- und Südinsel, die Cook Strait, ist berüchtigt für hohe Wellen und starken Seegang. Dann genossen wir, geschützt von Wind und Kälte, erst einmal ein Mittagessen mit Meerblick in unserem Camper. Die Wolken wollten nicht so recht weichen, also zogen wir die warmen Jacken an und begannen einige der Seehunde zu fotografieren, die faul auf den nahen Felsen lagen. An und zu wurde sich mal ein wenig gekratzt und der eine oder andere verschwand dann auch mal watschelnd und schimpfend im wilden Meer. Nach einer Weile kam dann zaghaft doch noch ein wenig die Sonne durch, die dichten Wolken und die Landschaft erschien wesentlich freundlicher.

Während der Aufzucht der Jungen zwischen November und Januar ist auf jeden Fall respektvoller Abstand zu den Tieren geboten. Wir sahen zwar nur erwachsene Tiere, aber vor allem die mächtigen Bullen flössen doch gehörigen Respekt ein, so dass man von selbst Abstand wahrt. Auf keinen fall darf man einem Tier den Fluchtweg zum Meer abschneiden.

Nach dem Besuch am Cape Palliser folgten wir der gleichen KüstenStraße, auf der wir gekommen waren und auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz in einem hübschen Fischerdorf. Dann ging es weiter vorbei an Seen und über Berge in Richtung Hauptstadt, die Bilder und Infos dazu findet ihr auf der Seite Richtung Wellington.



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