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WHANGANUI N.P.

Der 1986 gegründete Whanganui National Park schützt ein 724 km² großes Naturbelassenes Gebiet am gleichnamigen Fluss. Der Whanganui ist der längste schiffbare und insgesamt drittlängste Fluss Neuseelands nach dem Waikato und dem Clutha. Er entspringt an der Nordwestseite des Tongariro und mündet bei Wanganui in die Tasmanische See. Nördlich von Pipiriki bildet der Whanganui erst die westliche Grenze des Whanganui National Park, später verläuft er dann in dessen Mitte.

Von Wanganui aus führt uns die River Road immer am Flussufer entlang. Schon nach kurzer Zeit endet der Asphalt und die Straße wir eng und unübersichtlich. Das Wetter ließ ein wenig zu wünschen übrig, es nieselte und die Sicht auf den Fluss war am Anfang unserer Fahrt noch Nebelverhangen. Später lichteten sich aber die Wolken doch noch ein wenig.

Es herrscht wenig Verkehr auf der Straße, darüber waren wir auch ganz froh, denn mit dem langen Camper ist es nicht immer einfach in engen Kurven. Meist kamen uns ein paar Bewohner der kleinen Gehöfte und Dörfer am Wegrand entgegen. Unterwegs hält man oft an, denn die Aussicht auf den Fluss mit seinen Stromschnellen ist sehr schön.

Der Dschungel reicht oft bis direkt an den Wanganui heran. Die Landschaft ist bedeckt vom größten Tieflandwald der Nordinsel, der vorwiegend aus Buchen und besteht. Ein botanisches Highlight sind Baumfarne und Kletterfarne, sie sind für die steilen Flussufer charakteristisch. Vogelarten wie Tauben, Rotkehlchen, Blaumeise und andere Singvögel sind besonders oft zu hören. Im dichten Buschwerk lassen die sich aber nur selten einmal sehen. Im Fluss leben Aale, Forellen, Neunaugen, Flundern und Süßwasserkrebse.


Am Ufer entlang

Die schmale Straße führt vorbei an kleinen, mehrheitlich von Maoris bewohnten Ortschaften und an alten Missionsstationen. Lange Zeit war das malerische Tal des Whanganui die einzige Verbindung zum Tongariro-Plateau. Die Maori kannten die Strecke schon lange und siedelten hier. Auf strategisch günstigen Anhöhen bauten sie ihre Dörfer (pa), der Fluss hatte als Transportweg und Nahrungsquelle eine besondere Bedeutung.

Die ersten Weißen Poniere kamen zwischen 1831 und 1835 hierher, ihnen folgten die Missionare um 1840. 1890 hatten die Europäer bereits das meiste Land unter sich aufgeteilt. Ab 1891 gab es eine reguläre Schiffsverbindung. Dampfschiffe beförderten Fracht, Post und Passagiere. Die ersten Touristen folgten den Siedlern und schon 1905 zählte man bereits 12.000 Besucher, die in Pipiriki übernachteten. Auf dem Fluss reist man heute nur noch mit Kanus und Kajaks, mit dem Auto folgt man der kurvenreichen Whanganui River Road durch eine faszinierende Flusslandschaft in Richtung Pipiriki.

Wanderungen im Nationalpark sind ohne Vorbereitung nur begrenzt möglich, es gibt einige kurze Wege durch den dichten Wald wie den 18 Kilometer langen Atene Skyline Track und kleine Abstecher die man in einer halben Stunde bequem bewältigen kann. Längere organisierte Touren mit dem Kanu oder Jetboot werden in den umliegenden Orten angeboten. Die Kanutour Whanganui Journey gehört zu den Great Walks und dauert 3-5 Tage. Der Matemateonga Track ist einer der populäreren Tracks (3-4 Tage). Er folgt dem alten Rollwagenweg der Siedler bis tief in den Park. Infomaterial bekommt man auf der Internetseite des DOC.

Die Missionare gaben den einstigen Maori-Siedlungen Namen, die entweder dem humanistischen Bildungsgut entlehnt wurden oder auf biblische Vorbilder zurückgriffen. So kommt man auf der Fahrt vorbei an Atene (Athen), Korinti (Korinth) und Jerusalem. In Jerusalem befindet sich eine weiße Kirche mit einem Altar aus Maori-Schnitzarbeiten.



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