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Michael am Aussichtspunkt

ALLGEMEINES

Der über 12.000 ha große Addo Elephant National Park erstreckt sich zwischen den Zuurbergen und dem Sundays River und ist mit Sicherheit einen oder auch mehrere Besuche wert. Er liegt nur 70 km nordöstlich von Port Elizabeth gelegen, das ist ungefähr eine knappe Autostunde. Pläne sehen eine großzügige Erweiterung vor, die bis zur Meeresküste reichen soll. Der nahe Zuurberg National Park wurde schon verwaltungstechnisch angegliedert. Für die Erweiterungen wird seit einger Zeit das umliegende Land aufgekauft.

Nicht nur die Elefanten, auch die seltenen Spitzmaulnashörner vermehren sich im Park, leider sieht man diese Tiere eher selten. Die Verwaltung wagt nun bald den Versuch, auch Löwen wieder anzusiedeln. Ein Männchen und vier Weibchen sind bereits dafür vorgesehen.

Von Port Elisabeth kommend fährt man etwa 10 km auf der N 2 in Richtung Grahamstown und biegt dann links in die R 335 ab nach Addo. Etwas 10 km hinter dem kleinen Ort ist die Abzweigung zum einzigen Eingang nach rechts von der R 342 aus gut ausgeschildert. Eine andere Einfahrt auf der gegenüberliegenden Seite führt in den Teil des Zuurberg Nationalparks, der Wegweiser hier schildert das Hotel Zuurberg Mountain Inn aus. Eine kurze, ungeteerte Straße führt zum Tor, Vorsicht beim Überqueren der unbeschrankten Bahnlinie!

Eine sehr schöne und informative deutschsprachige Seite zum Park mit allen Informationen findet man unter www.addoelephantpark.de.

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Besucher - Individuell und als Horde

Geschichte

Als die ersten weißen Siedler in die Region um Port Elisabeth kamen und begannen, das Land urbar zu machen, hatten sie einen gefrässigen Gegner: die hier heimischen Elefanten. Die Menschen drängten die Tiere in den trockensten und dicht bewachsenen Teil der Region zurück, und um an Wasser zu kommen mussten die überlebenden Elefanten durch Zäune und Hecken brechen. Dabei verwüsteten die die Felder und frassen die Ernte. Vor allem die Zitrusplantagen zogen sie magisch an.

Fallobst von Orangen und Zitronen beginnt schnell zu gären, die matschigen Früchte bescheren einen leichten Rausch. Kein Wunder, daß die Dickhäuter partout nicht zu vertreiben waren. Sie begannen große Verwüstungen in den Anbauflächen anzurichten und die Farmer forderten ihre Ausrottung.

Grössenvergleich

Im Jahr 1919 wurde ein Berufjäger, ein gewisser Major Pretorius, von der Regierung bezahlt um die Elefanten auszurotten. Der nahm seinen Job sehr ernst und erlegte schon im ersten Jahr 120 Tiere. Weil es aber doch noch einige mitfühlende Menschen gab, die für ein Überleben der Dickhäuter eintraten und gegen die Abschlachtung protestierten, entschloss man sich dann 1931 einen abgeschirmten Lebensraum als Nationalpark für die Überlebenden des Massakers einzurichten.

Nur die Farmerfamilie Harvey duldete die Elefanten auf ihrem Grund, ihr ist zu verdanken, dass überhaupt einige überlebt haben.

Die einst fruchtbare Population der Addo-Elefanten war schließlich auf ganze 11 Tiere reduziert, die zudem durch die ständige Verfolgung äußert agressiv, mordlustig und verschlagen waren. Immer wieder brachen sie aus und terrorisierten die Umgebung.

Um den neuen Schutzraum wurde mit mäßigem Erfolg ein "elefantensicherer" Zaun gezogen. Der so genannte Armstrong-Fence, ein Zaun aus in den Boden gerammten alten Straßenbahnschienen und ausgedienten Kabeln von den Fördertürmen der Goldminen, trennt erst seit 1954 dauerhaft tierische und menschliche Interessen voneinander ab. Er umgibt auch noch heute das Areal, nur zweimal konnte er von Elefanten überwunden werden.

Besucher lieben die Dickhäuter

Die ortsansässigen Farmer lieferten als Futter ganze Berge von verdorbenen Orangen an, so konnten die Menschen die Tiere allmählich beruhigen und an das Reservat gewöhnen. Die Futterstelle entwickelte sich zu einem Touristenmagneten bis man bei den Elefanten eine zunehmende Fixierung auf diesen Futterplatz feststellte. Dies führte zu Kämpfen zwischen den Elefanten, Verletzungen und sogar einem toten Jungtier. In der Umgebung der Futterstelle war die Vegetation zertrampelt und abgeweidet, weite Teile des Reservates blieben ungenutzt. So wurde die Fütterung Ende der 70er Jahre schließlich eingestellt und die Elefanten gewöhnten sich an ein etwas natürlicheres Leben.

Die Mitnahme von Zitrusfrüchten in den Nationalpark ist deshalb heute strengstens untersagt. Man wird am Eingang extra danach gefragt und darauf hingewiesen, denn ein Elefant, der die verlockenden Zitrusfrüchte riecht und dann nicht drankommt kann ganz schnell sehr ungemütlich werden. Ebenso verhält es sich erstaunlicherweise mit rohem Fleisch.

Mittlerweile leben hier, dank der Schutzmassnahmen und den Einnahmen aus dem Tourismus, wieder über 350 Tiere. Die Elefantendichte im Addo ist viermal größer als im Kruger National Park, hier fährt eigentlich kein Besucher wieder weg ohne wenigstens einen der Dickhäuter gesehen zu haben. Oft trifft man auch auf ganze Familienverbände.

Wenn es zu viele Elefanten gibt, dann werden die überzähligen Tiere an benachbarte Reservate und Gamefarmen verkauft. Eine Überpopulation würde das Gleichgewicht der Natur erheblich stören, auch deshalb soll der Park noch wesentlich erweitert werden.

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Badetag am Wasserloch

Die Umgebung

Wir haben ganz in der Nähe des Parkeingangs im Sundays River Valley im Gästehaus Cosmos Cuisine übernachtet.

Das Sundays River Valley lebt hauptsächlich vom Anbau von Zitrusfrüchten und eine wenig befahrene Eisenbahnstrecke führt hindurch. Ausser Fabriken und Zitrusplantagen hat diese Region wenig zu bieten, was einen längeren Aufenthalt lohnen würde. Das gilt auch für die kleine Ortschaft Addo.

Schöner ist es wahrscheinlich direkt im staatlichen Restcamp im Addo Park zu wohnen, das sollte man aber auf jeden Fall vorher reservieren. Es gibt Cottages mit je zwei Schlafzimmern und Bad. Einige der Cottages haben sogar eine voll ausgestatte Küche, einige nur eine kleinere Küchenzeile. Außerdem gibt es Bungalows.

Ein Picknickplatz und einen Swimmingpool für im Camp wohnende Gäste runden das Angebot ab. Mahlzeiten gibt es nur im Restaurant nebenan, das à la Carte Mahlzeiten und leichte Erfrischungen anbietet.

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In der näheren Umgebung gibt es außerdem weitere Unterkünfte, zum Teil mit sehr viel Luxus und auf hohem Preisniveau. Die bekannteste ist wohl das das Shamwari Game Reserve, das sich über 22.000 ha ausdehnt und ein gutes Beispiel für private Naturschutzinitiative ist, finanziert durch Luxustourismaus.

Shamwari heißt Freund und hier versteht man sich als Freund der Natur. Das Gelände von Shamwari ist wildes Land, der Bushman River schlängelt sich durch die hügelige Landschaft. Das Engagement der Shamwari-Betreiber liegt nicht allein in der Inbesitznahme des Landes und dem öko-freundlichen Betrieb von vier teuren Lodges. Vielmehr liegt das Bestreben darin, alle ehemals hier lebenden Tierarten erneut anzusiedeln.

Diese Methode hat schon viele Nachahmer gefunden, auch entlang der Küste und in anderen Regionen entstehen private Game Farms mit großem Landbesitz, die heimische Tiere ansiedeln und ihre Einnahmen aus dem Tourismus beziehen.

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Google Map zum Thema

Addo Park


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