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VERKEHR

Autofahren in Südafrika ist eigentlich ein Vergnügen, wenn man sich an den hier herrschenden Linksverkehr gewöhnt hat. Meist übernimmt man seinen Leihwagen von einem der zahlreich vertretenen großen und kleinen Anbieter schon am Flughafen, oder lässt ihn sich ans Hotel liefern. Das hat bei uns immer reibungslos geklappt, egal bei welchen Anbieter und über welchen Vermittler wir gebucht hatten.

Der internationale Führerschein ist angeblich nötig, auch wenn er nicht unbedingt beim Anmieten verlangt wird und wir haben auch in Polizeikontrollen noch nie einen gebraucht - die EU-Scheckkarte ist wohl zumindest für Länder mit lateinischer Schrift verständlich genug. Sollte man aber doch mal einen Unfall haben, dann ist es besser die Gesetze in jedem Punkt beachtet zu haben und dazu gehört nun mal das Mitnehmen eines internationalen Führerscheins. Der gilt nur in Verbindung mit dem Nationalen Schein und ist drei Jahre lang gültig, man sollte sich rechtzeitig darum kümmern. In Deutschland wird er neu nämlich nur ausgestellt, wenn man schon den neuen EU Führerschein hat. Fahrer mit grauem oder rosa Lappen müssen zuerst den EU Führerschein beantragen, das dauert einige Wochen und bei knappen Terminen kostet es Expresszuschlag für den 48-Stunden-Service.

An den Linksverkehr gewöhnt man sich je nach Typ eigentlich sehr schnell, vor allem da man als Fahrer ja schon auf der richtigen Seite sitzt. Problematischer ist da schon, dass am Lenkrad Scheibenwischerhebel und Blinker je nach Fahrzeugmarke spiegelverkehrt angebracht sind. Das führt in schwierigen Situationen schon mal dazu, daß man beim Abbiegen mit dem Wischerblatt die Fahrtrichtung anzeigen will. So etwas passiert zum Teil auch noch nach mehreren Wochen Eingewöhnung. In den letzten Jahren hat Michael deutlich mehr Kilometer auf der linken Straßenseite zurückgelegt, als auf der rechten. Etwas Übung verlangt auch der Schalthebel auf der linken Seite. Wer sich deswegen Sorgen macht, sollte sich lieber ein Auto mit Automatik mieten, bei einem Allradwagen bleibt kaum eine Wahl.

Unbedingte Vorraussetzung, das Autofahren zum Vergnügen für Europäer zu machen, ist allerdings eine Klimaanlage. Besonders in den Sommermonaten kann es draußen doch sehr heiß werden. Für Tierbeobachtung im Kruger ist es angenehmer, wenn man die Fenster offen hat. Nur so hört man die Geräusche im Busch. Daher sollte man sich nicht die heisseste Zeit für eine Safari aussuchen, wenn man es bei 40°C nur mit geschlossenem Fenster im Auto aushalten kann.

CD's oder einen MP3 Player mitzunehmen lohnt sich hier weniger, da man fast überall einen guten Radioempfang hat und nette Sender wie KFM oder Radio Algoa mit viel Musik hören kann. Das Programm und die Werbung sind abwechselnd auf englisch und Afrikaans. In den Tierreservaten hört man keine Musik, daher lohnt sich die Mitnahme nur für längere und langweilige Fahrstrecken von A nach B.

Südafrikaner lieben Stoppschilder, oft gibt es mitten auf dem platten Land Kreuzungen mit einem Stoppschild in jeder Richtung. An solchen 4-Way-Stops gilt: Wer zuerst zum Stehen kommt, fährt zuerst weiter.


Die Fahrbahn

Das Straßennetz in Südafrika ist sehr gut ausgebaut, auch die kleinen Nebenstrecken haben Nummern, die mit einem R beginnen. Die mit N gekennzeichneten Straßen sind die Hauptverbindungswege durchs Land und oft zur Autobahn ausgebaut.

Egal ob im städtischen Bereich oder auf der Landstraße, weit ab von jeder Zivilisation, ob auf Autobahn oder Feldweg - in Südafrika muss man immer und überall mit Fußgängern und Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Manchmal sitzt jemand im Schatten am Straßenrand und wartet auf ein Sammeltaxi, manchmal taucht ein Wanderer wie eine Fata Morgana am Straßenrand auf, obwohl weit und breit kein Hof oder Ort zu sehen ist.

Ein Großteil der schwarzen Bevölkerung muss ohne Auto zum Teil lange Märsche in Hitze und Staub auf sich nehmen, um zum Arbeitsplatz, zur Schule oder zum Einkaufen zu gelangen. Man sollte also immer mit erhöhter Vorsicht fahren. Auch mit diversen Tieren ist zu rechnen, ob Schildkröten, Antilopen oder Rinder. Das Verkehrschild für Wildwechsel zeigt ein springendes Kudu.

Wichtige zweispurige Straßen sind durch Standstreifen meist so breit, dass mühelos auch bei Gegenverkehr überholt werden kann. Beim Überholen muss man jedoch auch ebenfalls auf Personen achten, die auf dem Randstreifen laufen, Fahrradfahren oder Früchte verkaufen. Auch innerorts hält auf einmal ein Pickup vor einem und 12 Personen auf dem Weg zur oder von der Arbeit springen von der Ladefläche und wimmeln auf der Straße herum.

Es ist allgemein üblich, dass langsamere Fahrzeuge einem schnelleren Platz machen und so weit wie möglich nach links ausweichen. Der Überholende bedankt sich dann mit einem kurzen, zweimaligen Zwinkern mit der Warnblinkanlage, der Überholte antwortet mit einem Aufblitzen der Lichthupe.

Die Qualität der Landstraßen ist allerdings sehr Unterschiedlich. Viele sind wirklich gut und neu ausgebaut, auf einigen Strecken muss man daher mit Ampeln oder Signalgebern mit Fahne und längeren Verzögerungen rechnen. Andere Strecken sind eine Katastrophe und häufig von Schlaglöchern durchsetzt. Die sind teilweise so tief, dass sie garantiert das Auto zerlegen, wenn man nicht aufpasst. Vor allem im Norden und auf den Seitenwegen zum Kruger Nationalpark findet man so fiese Schlaglochstzrecken.

Zusätzlich zu den Hauptsrecken gibt es zahlreiche unasphaltierte Nebenstrecken, die Gravel Roads. Keine Angst, die sind meist gut ausgebaut und problemlos auch mit einer Limousine zu befahren. Bisher hatten wir nur in den Cedarbergen einen Platten, weil wir zu nah an den steingen Rand gefahren waren, wo der Grader all die spitzen Steine hingeschoben hatte. Wenn man ein Allradfahrzeug gemietet hat, dann kommt man in einigen Nationalparks auch noch ein Stückchen weiter in den Busch. Es gibt oft eigens ausgewiesene Allradstrecken, die mit einem normalen Auto nicht befahren werden dürfen.

Leshiba WildernessAllrad in der Tankwa Karoo

Tankstellen

Tankstellen gibt es überall entlang der National- und Landstraßen. Viele haben 24h geöffnet. Ab 2013 haben wir an vielen Tankstellen auch mit Kreditkarten bezahlen können, was vor 10 Jahren gar nicht möglich war. Noch gilt das aber nicht an allen! Also immer genug Bargeld dabei haben. Benzin ist für unsere Verhältnisse preiswert und kostete 2013 um die 12 Rand pro Liter.

Anfangs etwas ungewohnt ist der Fullservice an den Tankstellen. Man kommt dort an, kurbelt die Scheibe runter und sagt dem herbeieilenden Servicepersonal was man will. Das Benzin wird mit aller Sorgfalt eingefüllt, bis der Tank wirklich voll ist. Dabei kann man beobachten, wie auch noch der letzte Tropfen hereingepresst wird, auch wenn der Pegel schon am Anschlag ist und der Tank eigentlich schon randvoll. Am besten nach dem dritten Pumpstopp "OK" signalisieren, sonst zählt die Pumpe mehr als reingeht...

Die Scheiben werden auch mal mehr und mal weniger gut, manchmal sogar rundum geputzt und das Wechselgeld wird gebracht. Man braucht sein Auto also gar nicht zu verlassen. Der Tankwart freut sich über 4-5 Rand Trinkgeld, mehr sollte es nicht sein - die einheimischen Autofahrer beklagen schon ein zunehmendes Anspruchsdenken.


Polizeikontrollen und Parken

Die südafrikanische Polizei ist allgegenwärtig mit Geschwindigkeitskontrollen und man sollte sich eigentlich immer an die Vorgaben halten. Dabei wird man dann meist von wesentlich schnelleren Einheimischen überholt, denn Rasen ist hier eine Art Volkssport. Deshalb kommen bei zahlreichen Unfällen auch immer wieder Personen zu Schaden.

Innerhalb der Ortschaften darf man 60 km/h fahren, auf der Landstraße 100 km/h und auf den Nationalstraßen 120 km/h. Vor Ortschaften wird die Absenkung von 100 auf 60 mit Schildern angekündigt: "60 ahead!" Niemand kann sich im Ort herausreden, er wäre nur ausgerollt. Es gibt sehr viele Kontrollen, man sollte sich auf jeden Fall daran halten und kommt so auch zum Ziel. Hier und da stehen ein paar stationäre Blitzer, aber vor allem gibt es überall mobile Radarkontrollen.

Oft steht die Polizei auch kurz vor einer Ortseinfahrt und winkt Fahrzeuge zur Kontrolle heraus. Es gibt regelrechte Aktionstage: Mal wird speziell die Fahrerlaubnis verlangt, ein andermal die Fahrzeugpapiere oder der Versicherungsnachweis, bei Touristen natürlich der Mietvertrag. Alles läuft sehr ruhig und professionell ab, manchmal muss man zur Fahrerlaubnis etwas erläutern. Also besser im Voraus mal trainieren, wie man jemandem in Englisch die Eintragungen im Führerschein erklären kann.

Blinken die entgegenkommenden Fahrzeuge einmal kurz auf, so ist mit so einer Polizeikontrolle zu rechnen. Das kann unter Umständen auch 50 Kilometer weiter sein, die warten dann gut getarnt im Schatten eines Baumes. Man sollte sich allerdings nie sicher sein, selbst wenn gerade einer da stand, dass hinter der nächsten Kurve nicht schon wieder gemessen wird.

Es herrscht totales Alkoholverbot und Anschnallpflicht. Fahren unter Alkoholeinfluss wird ebenfalls strikt geahndet.

Wie könnte es anders sein: Auch das Parken funktioniert in Südafrika ein bisschen anders als bei uns. Parkplätze gibt es eigentlich immer. Wenn man in einer Stadt eine Parklücke ansteuer, wird sich gleich ein “Car Guard” für das Auto verantwortlich fühlen. Meist hat er eine Warnweste an und zeigt so, dass er vermeintlich offiziell handelt und diese Parklücke zur Betreuung gepachtet hat. Es gibt aber manchmal auch Männer, die sich einfach irgendwo hinstellen, sich als Aufpasser aufspielen und Mondpreise verlangen oder gleich das Auto waschen wollen. Das kann durchaus auch mal nerven. Wer sicher gehen will steuert in grösseren Orten Parkhäuser an. Auch auf den Parkplätzen von Shopping Centern und Supermärkten gibt es Car Guards, die sind selbstständig und leben nur vom Trinkgeld. Dafür kann man dann zusammen einkaufen gehen und das Auto wird bewacht, ein kleines Trinkgeld ist dieser Service auf jeden Fall wert. Immer zu beachten: Nirgendwo etwas offen sichtbar im Fahrzeuginneren liegen lassen, schon gar keine Wertgegenstände. Nicht überall gibt es Car Guards, und selbst wenn es sie gibt, werden sie im Zweifel jemanden vom Einbruch abhalten? Wenn wir mit Sack und Pack unterwegs sind und zum Beispiel unsere Fotorucksächen hinten im Auto haben, dann schließen wir sie entweder vor dem Einkauf schon hinten in den Kofferraum, damit man vor Ort nicht vor aller Augen rumkramt. Oder einer bleibt einfach lesend im Auto sitzen, während der andere schnell ein paar Kleinigkeiten einkauft.


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