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AN DER N9

Die N 9 ist die einzige Verbindung, wenn man aus der Region um Oudtshoorn in Richtung Graff-Reinet fahren möchte. Sie führt durch trockene, karge Landschaften und vorbei an wenigen kleinen Orten, die touristisch nicht besonders interessant sind und nur eine minimale Infrastruktur bieten. Der Reisende sieht das Land meist vom Autofenster aus vorbeiziehen, trockene Grassebenen, Kakteen und Aloe und nur selten eine leichte Kurve im Stassenverlauf.

Weit entfernte Bergketten verändern als Antwort auf das Spiel von Wolken, Sonne und Himmel ihre Farbe und nur selten kommt ein Auto oder ein Truck vorbei, denn viel Verkehr gibt es hier nicht. Unglaublich, dass man selbst in dieser Einöde ab und zu einen Menschen im Schatten eines Buschs am Straßenrand hocken sieht. Unter anderen Schattenspendern steht dann gut getarnt die Polizei mit mobilen Blitzgeräten und misst die Geschwindigkeit.

In der Ruhe und Weite dieser trockenen Halbwüstenlandschaft ist nichts von Industrie oder Stadtrummel zu bemerken. Hier scheint die Zeit langsamer zu vergehen und die der Lauf der Sonne bestimmt den Tagsablauf. Wir sahen an einer Stelle einen bizarren Autofriedhof am Straßenrand, hier entsorgten wohl die wenigen Bewohner der Region ihre alten Schrottkarren.

Auch die Tiere machen sich rar, man sieht höchstens Weidevieh in den riesigen umzäunten Flächen und auf den zahlreichen Strom- und Telefonmasten sitzen Raben und Raubvögel die auf Beute lauern. Oftmals haben Raben mangels Bäumen auf einem Telefonmast ihr Nest gebaut.


Willowmore

Ich stelle auf dieser Seite den Teil vor. Abzweigungen von der N 9 zwischen dem Ort Willowmore und dem Städtchen Graff-Reinet gibt es nur wenige, eine davon führt nach Beaufort West. Sonst zieht sich das Asphaltband schier endlos dahin.

In Willowmore gibt es nur wenige Unterkünfte, in der Villa D`Lokyer haben wir eine Nacht verbracht, nachdem wir die nahe Baviaanskloof durchfahren hatten. Der kleine Ort hat einige nette alte Häuschen und ist ansonsten ziemlich unspektakulär. Die Bedeutung als Handelplatz für Wolle und Schafe ist zurückgegangen, da eine rentable Schafzucht wegen Überweidung kaum noch möglich ist. Man nüsste zu viele Schafe pro Hektar halten um wirtschaftlich zu sein. Einige Farmer habe schon damit begonnen, in geringerer Zahl anspruchslosere Wildtiere wie Antilopen und Zebras anzusiedeln, eher als Hobby denn als Einnahmequelle.

Die typische Karoolandschaft rund um Willowmore lässt sich am besten am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang fotografieren, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist. Es gibt einige malerische Hügel, über die kurz hinter Willowmore der Perdepoort Pass führt.

Beervlei Damm

Einer der Höhepunkte der ansonsten relativ langweiligen Fahrt entlang der N 9 ist der Beervlei Dam, eine kleine Oase in der Kleinen Karoo. Neben dem Kouga Dam bei Patensie ist er einer der wichtigsten Wasserspeicher der Region. Ein großer Stausee mit einer gewaltigen Staumauer. Unterhalb befindet sich ein Picknickplatz und man kann auch von der Straße aus ein Drittel der Breite oben auf der Staumauer entlanggehen.

Diesen Ort haben wir zweimal besucht und ihn sehr unterschiedlich erlebt. Im Januar 2002, also im Hochsommer, wimmelte es am Damm voller Leben. Der Stausee war gefüllt, auch wenn nur halb, mit breiten Rändern. Viele Enten und andere Wasservögel tummelten sich auf dem See. Wenn man an der Staumauer entlanglief und nach unten blickt, sah man zahlreiche Klippschliefer zwischen den Steinen. Sie sind hier scheuer als in Gebieten, in denen es viele Touristen gibt und die Tiere sich schon eher an den Menschen gewöhnt haben und ließen sich auch mit Teleobjektiv kaum erwischen.

Unterhalb der Kante an der Staumauer, dort wo es steil hinunter geht, wächst üppiges Grün: stachelige Akazienbüsche, Bäume und Sträucher. Im Januar nisteten Hunderte von Schwalben auf den Simsen unterhalb der gewölbten Mauerkrone. Ständig waren welche in der Luft und wenn man sich über die Brüstung beugte, scheuchte man eine ganze Kolonie auf.

Im November im gleichen Jahr war der Stausee trocken, die Schwalben waren verschwunden und die scheuen Klippschliefer ließen sich auch kaum sehen. Dafür schwirrten zahlreiche bunte Vögel im Grün am etwas verwahrlosten Picknickplatz, denen man allerdings nie nah genug kam um sie zu fotografieren.

Die Weiterfahrt führte dann entlang am diesmal ausgetrockneten und öden Stausee und weiter in Richtung Aberdeen. Das Bild unten entstand am trockenen Ufer mit Blick auf die imposante Staumauer, die normalerweise im Wasser verscheindet. Der See war schon seit vielen Jahren nicht mehr so trocken wie 2002, alles wartete gespannt auf den Anfang der Sommerregenzeit.

Zwischen dem Beervlei Damm und Aberdeen gibt es nur einen benannten Punkt auf der Landkarte namens Kaapse Poortjie. Eine kleine Ansammlung einsamer und etwas armseliger Hütten und einige Kakteenfelder auf einem Hügel. Die Bewohner der Hütten leben scheinbar von der Ernte der Früchte. Im Kakteenefeld machte ein Habicht Jagt auf einen Mungo, allerdings vergeblich. Dahinter wird die Landschaft wieder öde.

Aberdeen selbst ist keinen Abstecher touristischer Natur wert, ein staubiges kleines Nest mit einem Minimum an Infrastruktur. Von Aberdeen sind es dann nur noch gut 50 km bis zum hüschen Städtchen Graff-Reinet und je naäher man kommt, um so abwechslungsreicher wird die Landschaft mit hübschen Hügeln und Felsgipfeln. Die Gegend wird auch fruchtbarer. Mit dem blossen Auge erkennt man das kaum, aber ab Aberdeen gibt es viel mehr Raubvögel auf den Telegrafenmasten als vorher.

Google Map zum Thema

Beervlei Damm


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