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PATENSIE

Die Hankey off-ramp (R 331) führt den Besucher von der vielbefahrenen N 2 ins touristisch wenig erschlossene Hinterland. Die Straße windet sich durch grüne Landschaft mit Blick auf die Elandsberg und die Groot Winterhoek Berggketten. Die höchste Erhebung ist der 1.759 Meter hohe Cockscomb, der höchste Berg des Eastern Cape. Die Ureinwohner nannten ihn T'numkwa, das heißt so viel wie Berg der Wolken.

Die Dörfer Loerie, Hankey und Patensie im Tal sind berühmt für Ihre Orangen. Erntesaison der leckeren Zitrusfrüchte ist hier von April-Oktober. Die Landschaft hier im fruchtbaren Gamtoos Valley ist bekannt als "Pantry of the Eastern Cape".

Außer für saftige Orangen rühmt sich die Senke auch für die große Vielzahl ihrer Bauernhoferzeugnisse wie Kartoffeln, Tabak und Gemüse. Für eine stete Bewässerung sorgt der mächtige Kouga Damm. Die Staumauer ist 365 Meter lang und 94 Meter hoch und hält 130 Millionen Kubikmeter Wasser.

1876 wurde die Farm "Patentie" mit 3.000 Morgen von David Keyser jun. gegründet, 1856 wurde dann Patensie zur Stadt erklärt. Der Name kommt aus der Sprache der Hottentotten und bedeutet so viel wie "Wo die Rinder liegen".

Die ersten Orangen wurden im Jahr 1907 exportiert und im Jahr 1929 wurde die Patensie Citrus Genossenschaft gegründet, heute die PSB Company : http://www.citrus-fruitpsb.co.za.

Die fruchtbare Senke mit interessanter Geschichte ist außerdem die Einfahrt zur wunderbaren Baviaanskloof Wilderness Area, die wir durchfahren haben und die eine der landschaftlich faszinierendsten Highlights und das wildeste Abendteuer unserer Reise war. Aber dazu mehr auf eigenen Seiten.

Für Touristen haben die kleinen Orte selbst nicht so viel zu bieten, denn Reisende tummeln sich lieber an den nahen Stränden von Jeffreys Bay und Cape St. Francis. Es gibt einige B&B's im Tal, der Patensie Country Club betreibt ein à la Carte Restaurant und Backpacker Unterkünfte. Shumba Safaris und das Droëkloof Bush Camp bieten Unterkunft und Wildbeobachtung an und die unberührte Wildnis der Umgebung wird in Zukunft die Bedeutung des Tourismus für diese Region mit Sicherheit aufwerten.

Bergfenster

Auf der Durchfahrt zur Baviaanskloof wartete aber noch ein Stück vor Patensie eine Überraschung auf uns. Irgendwo in einem Prospekt hatten wir davon gelesen, von der Wanderung zum "Bergfenster".

Entgegen verbreiteten Beschreibungen liegt dieses Bergfenster nicht kurz hinter Patensie, sondern an der Ortsgrenze von Hankey, etwa 13 km davor. Direkt am Ortsausgang von Hankey in Richtung Patensie geht es links ab zwischen zwei Wohnsiedlungen hindurch und über die Eisenbahnlinie. Die Straße führt in Richtung Berge. Von einigen Stellen kann man das Bergfenster schon erkennen - aber erst auf dem Rückweg, wenn man weis, wo man zu suchen hat...

Nach wenigen Kilometern überquert die Straße den Fluss, dann beginnt eine Gravel Road. Kleine, leicht zu übersehende Schilder weisen den Weg. Einige Häuser liegen noch am Straßenrand, auf freilaufende Tiere muss man achtgeben. schließlich kommt ein schattiger Abzweig nach rechts, ein kurzer Feldweg führt einem kleinen Park- und Grillplatz. Üppiges Grün rundum, nur die Geräusche der Traktoren von den benachbarten Feldern und Vogelgesang war zu hören. Es erübrigt sich fast zu erwähnen, das wir die ganze Zeit alleine waren.

Am Grillplatz liegt direkt der Eingang Phillip's Tunnel, der 1844 von William Philip erbaut wurde, um Wasser vom Gamtoos River zum Land der Londoner Missonsgesellschaft umzuleiten. Er brauchte für den 228 Meter langen Tunnel über ein Jahr. Damit wurde eine relativ dünne, steile Felswand durchbrochen, die zu Urzeiten einmal zwei Flussschleifen getrennt hat. Heute ist der Tunnel nicht mehr in Gebrauch und nur ein dunkles, stinkendes Loch mit Gedenkstein davor, nicht besonders sehenswert.

Am Anfang des Feldwegs, ein Stück vor dem Grillplatz, beginnt der Aufstieg zum Bergfenster. Dieses liegt ganz oben in dem schon erwähnten Felsstreifen, ein großes Loch im Konglomeratgestein. Diese bröselige Zusammensetzung aus Lehm, Sand, Schotter und Kieseln findet sich auch bei Aufstieg. Er ist sehr steil und anstrengend, vor allem bei strahlendem Sonnenschein und über 30°C, die wir hatten. Hut und viel Wasser sind dringend zu empfehlen, außerdem festes Schuhwerk.

Es gibt beim Aufstieg meist Wurzeln oder Baumstämme, an denen man sich hochziehen kann. An besonders steilen Stellen, also auf gut 2/3 des Weges, sind Eisenstangen mit Ketten und Stahlseilen ins Gestein gehauen. Allerding ist der Weg nicht sehr gut gepflegt und einges ist auch schon recht locker und eigenet sich nicht mehr zum fest halten. Teilweise macht man einen Schritt nach vorn und rutscht dann wieder ein Stück runter...

Endlich oben angekommen entschädigt die Aussicht für den verlorenen Schweiß. Im Schatten des Bogens kann man herrlich relaxen und hat dabei eine schöne Aussicht auf den Fluss und das Gamtoos-Valley. Tief unten arbeiten die Bauern auf den akkurat angelegten Feldern. Auf der anderen Seite sieht man in einigen Kilometern Entfernung Hankey und kann die winzige Eisenbahn beim Rangieren beobachten. Es ist zu vermuten, dass dieser Bogen aus lockerem Gestein der Erosion nur noch wenige Jahrzehnte standhalten wird.

Selbst mit 20 mm Weitwinkel ließ sich das große Felsenfenster kaum in seiner Gesamtheit ablichten. Angesichts der Kontraste bewährte sich auch der große Blitz. Der Weg hier herauf lohnt sich auf jeden Fall. Wir wollten gar nicht wieder von da oben weg, im Schatten sitzend umschmeichelte uns ein kühles Lüftchen. Doch der steile Abstieg wollte auch noch bewältigt werden, war aber weniger schlimm als erwartet und bald waren wir wieder am Auto, um unseren Weg in die Baviaanskloof fortzusetzen.

Google Map zum Thema

Bergfenster von Patensie


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