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NATURSCHUTZ

Jeder Tourist in Südafrika wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der zahlreichen Schutzgebiete besuchen, sei es ein National Park, ein Nature Reserve oder eine private Game Lodge.

Um zu verstehen, was es mit dem südafrikanischen Naturschutz von heute auf sich hat, muss man zuerst einmal weit zurück in die Vergangenheit blicken.

Es war einmal der Süden von Afrika, den dichte Urwäldern bedeckten. Darin lebten viele Tiere, kleine Tier wie Insekten und Vögel und große Tiere wie Elefanten, Löwen, Büffel und Leoparden. Die Urweinwohner des Landes, Familien vom Stamme der San zogen aus dem wüstenähnlichen Norden des südlichen Afrika bis hinunter ans Meer. Ihr Leben war fein abgestimmt auf ihren Lebensraum, sie hatten detaillierte Kenntnisse über Umwelt und Ressourcen. Sie erlegten Tiere nur für den Eigenbedarf, horteten keine Vorräte und lebten im Einklang mit der Natur. Diese Menschen hinterließen in den Höhlen ihre typischen Felszeichnungen, die von den Tieren der Wälder und Savannen erzählten.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts kamen dann die ersten weißer Siedler in ihren Lebensraum und von da an änderte sich das gesamte Land durch radikale Urbarmachung. Jahrhunderte alte Wälder wurden einfach abgeholzt, das Wild abgeschossen, Lebensräume vernichtet, Blumen gepflückt und die natürlichen Ressourcen von Anfang an rücksichtslos ausgebeutet - wie überall in der Welt, wo Europäer ankamen.

Als Folge dessen starben mehrere Arten aus, wie das Quagga und der Blaubock. Elefanten gab es nur noch bis Mitte 1800 und der letzte Löwe am Kap starb 1879 durch die Kugeln eines Farmers.

Naturschutz war fast zwei Jahrhunderte ein Fremdwort in der Region, das Land wurde von den weißen Siedlern nur in möglichst großem Stil als Acker und Weideland ausgenutzt. Drei Jahrzehnte Überweidung und Monokultur schufen schließlich weite, erodierte Landstriche aus denen die ursprünglich Tierwelt schon lange verschwunden war und der Boden eignet sich bis heute teilweise nur noch zur Merino-Schafzucht.

Die Wende

Den Schutz der natürlichen Ressourcen gab es schon in vorkolonialer Zeit, oft über tabuisierte Bäume, Wasserstellen und Wildarten. Das ist bei Naturvölkern weltweit eine lang erpropte Strategie der Existenzsicherung für die Menschen.

Die Weißen kamen erst spät, wie so oft natürlich viel zu spät, auf die Idee, das die herrliche Nautur erhaltenswert sei.

Die ersten Schutzgebiete der Neuzeit entstanden zur Sicherung reicher Jagdgründe für die Kolonialherren, der für die Wirtschaft wichtigen Waldbestände oder von Gebirgslandschaften in ihrer Funktion als Wassereinzugsbereiche. Also durchaus zum Eigennutz und nicht, wie so oft verklärt beschrieben, zum Schutz der Natur.

Über Gründungen von Orten und Farmen in der Kolonialzeit wurde ohne Befragung der örtlichen Bevölkerung willkürlich entschieden. Angesichts diverser gesetzgeberischer Tricks, mit denen die Landbevölkerung zur Arbeit in den Minen gebracht werden sollte, gehörte vielleicht auch die Ausweisung von Schutzgebieten am Ende des 19.Jahrhunders zu einer groß angelegten Umsiedlungsstrategie.

Das erste Naturschutzgesetz Afrikas war die 1846 erlassene Ordinance zum Schutz der Ebenen und Hügel vor Erosion in der Kapkolonie. 1858 wurde hier der Forest and Herbage Preservation Act wirksam, der als umfassendstes Naturschutzgesetz aller britischen Kolonien des 19. Jahrhunderts gilt.

Bis 1914 wurden insgesamt 15 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 km² ausgewiesen. Wie auch in anderen britischen Kolonien waren das die Kerne heutiger Großschutzgebiete.

Beispiele

Die St. Lucia Wetlands am Indischen Ozean zum Beispiel sind Afrikas ältestes Naturreservat, das bereits 1895 durch weiße Einwanderer begründet wurde. Doch auch schon unter den Zulukönigen war das Gebit geschützt, Wilderei war ein schweres Tabu und auch schon damals gab es Schonzeiten. Das gesamte Gebiet bedeckt eine Fläche von rund 2.500 km², bestehend aus Sümpfen, Dünen und Savannen.

Vor zehn Jahren war das Paradies extrem bedrohnt, einer der mächtigsten Bergbaukonzerne der Welt kam mit Baggern bis an die Grenzen zum Greater St. Lucia Wetland Park. Riesige Tagebaukrater hatten sich bereits bis auf wenige Kilometer herangefressen und nichts schien sie aufzuhalten. Die Kampagne der Bevölkerung und diverser Naturschutzverbände zum Schutz der Region war zugleich die Geburtsstunde der Umweltbewegung in Südafrika. Nach Aufhebung der Apartheid beschloss die südafrikanische Regierung einstimmig, dass in St. Lucia kein Tagebau eindringen dürfe. Nun folgt wohl bald die Anerkennung durch die Vereinten Nationen als Weltnaturerbe.

Eine knappe Autostunde nördlich von Port Elizabeth liegt das Shamwari Game Reserve, das sich über 22.000 Hektar ausdehnt und ein gutes Beispiel für private Naturschutzinitiative ist, finanziert durch Luxustourismaus.

Shamwari heißt Freund und hier versteht man sich als Freund der Natur. Das Gelände von Shamwari ist wildes Land, der Bushman River schlängelt sich durch die hügelige Landschaft. Das Engagement der Shamwari-Betreiber liegt nicht allein in der Inbesitznahme des Landes und dem öko-freundlichen Betrieb von vier teuren Lodges. Vielmehr liegt das Bestreben darin, alle ehemals hier lebenden Tierarten erneut anzusiedeln.

Diese Methode hat schon viele Nachahmer gefunden, auch entlang der Küste und in anderen Regionen entstehen private Game Farms mit großem Landbesitz, die heimische Tiere ansiedeln und ihre Einnahmen aus dem Tourismus beziehen.

Hier ist eine hervorragende Linksammlung zu allen Seiten der diversen Naturschutz-Organisationen in Südafrika.

Kruger National Park

Der Kruger National Park ist nach wie vor das Vorzeige-Naturreservat Südafrikas und einer der ältesten Wildparks des Kontinents mit der weltgrößten Ansammlung von Tierarten. Das ursprüngliche Ziel des Parks war weniger die Arterhaltung, sondern der Aufbau einer dichten Population an Raub- und Beutetieren für die Großwildjagd. Ein Park der Superlative und ein must see für jeden Besucher.

Burenpräsident Paul Kruger erklärte 1894 ein großes Areal von 17.400 ha in Pongola im Transvaal zum Naturschutzgebiet. 1898 stellte er ein weiteres Gebiet im Lowveld unter den Schutz der Regierung. Später erhielt dieser Teil den Namen Sabie Game Reserve und bildete den Ursprung des heutigen, nach ihm benannten, Kruger National Park.

Von allen Reservaten im Land ist es heute vor allem der weltbekannte Kruger Nationalpark, der mit seinem großen Artenreichtum dem südafrikanischen Bemühen um die Natur ein hervorragendes Image verleiht. Er steht weltweites als gelungenes Beispiel zum Schutz bedrohter Arten an Vorbildposition. Entsprechend groß ist der Andrang, und jedes Jahr werden zunehmende Besucherzahlen registriert.

Fast alle Großsäuger und Vogelarten Südafrikas haben im Küger Park ein ungestörtes und vor Wilderern geschütztes Zuhause gefunden. Der Park hat ca. 1.500 Angestellte, die über ein hohes Maß an Organisation und technischem und wissenschaftlichen Know-How verfügen.

Mit der Unterzeichnung des Vertrages am 9. Dezember 2002 durch die Präsidenten von Südafrika, Mosambik und Zimbabwe zum Great Limpopo Transfrontier Park ist ein historisches Werk gelungen, das von den Organisatoren der Peace Parks Foundation großes politische Geschick erforderte.

Verbunden zu einem großen, greznüberschreitenden Park sind nun der südafrikanische Kruger Park mit grenznahen Nationalparks in Zimbabwe und Mosambik. Am 24. April 2003 wurde symbolisch ein 20 Kilometer langer Teil des Grenzzauns im Osten niedergerissen. Tiere können sich bald grei zwischen den Ländern bewegen.

Mehr zum Thema findet Ihr auf eigenen Seiten. Folgt einfach diesem Link zum Kruger National Park.

Video zum Thema

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