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KLEINE TIERE

Jeder Besucher des Kgalagadi Transfrontier National Park sieht mit Sicherheit Oryx-Antilopen, Gnus oder Springbockherden. Auch Strauße oder Löwen sind oft zu entdecken. Schwieriger wird es da schon mit den kleineren Tieren, denn diese verstecken sich gerne im Gras und sind meist auch scheu. Außerdem muss man bei einigen Exemplaren auch wissen, wonach man schaut, denn sie sind gut getarnt.

Die meisten Besucher der semi-ariden Region werden aber weder eine Elefantenspitzmaus (Elephatulus intufi) noch einen Pangolin, ein Stachelschwein (Hystrix africaeaustralis) oder ein Steppenschuppentier (Manis temmincki) sehen. Wir leider auch nicht, auch ein Erdferkel (Orycteropus afer) oder einen Honigdachs (Mellivora capensis) suchten wir bisher vergeblich. Da wir bisher auch immer nur nach einer guten Regenzeit im Park waren hatten wir auch wesentlich geringere Chancen auf eine Sichtung als in der trockenen Jahreszeit, wenn die Tiere zu den künstlich angelegten Wasserlöchern in den Trockenflusstälern zum Trinken kommen müssen und nur wenig Grass zum Verstecken vorhanden ist.

Auch der Inbegriff der Kalahari, die Erdmännchen (Suricata suricatta), trifft man nicht so oft am Wegrand wie vermutet. Wir haben bisher nur ein einziges Exemplar dieser Gattung im Norden des Nationalparks gesehen, es stand als Wächter auf einem Termitenhügel und schaute so als einziges Tier der Gruppe aus dem hohen Gras hervor. Noch dazu war es ziemlich weit weg, zu sehen is als auf dem ersten Foto auf der Seite Unions End.

Mehr Glück hat man dagegen mit Kap-Borstenhörchen (Xerus inauris). Die niedlichen Nager mit den Puschelschwänzen sind sehr weit verbreitet und lassen sich an vielen Stellen beim Gruppenleben rund um ihre Erdlöcher gut beobachten. Auch in der Nähe der Unterkünfte lebt meist eine kleine Gruppe, so wie im Wilderness Camp von Urikaruus. Ihr Lebensraum kann weitgehend ohne Vegetation, grasbewachsen oder strauchbestanden sein, denn die kleinen Nager können Außentemperaturen von über 39°C und Bodentemperaturen von bis zu 62°C vertragen. Der buschige Schwanz dient den Tieren bei der Nahrungssuche als Sonnenschutz.

Insekten und Reptilien sind auch klein, aber die lassen sich eigentlich sehr gut beobachten: Egal ob Schlange, Dünengrille oder Echse, oft leben sie rund um die Unterkunft.




Augen auf

Klein sind auch die Fledermäuse, von denen es drei verschiedene Arten in der Kalahari gibt: Die Ägyptische Faltlippenfledermäuse (Tadarida aegyptica), die Schlitznasen-Fledermaus (Nycteris thebaica) und die Breitflügelfledermaus (Eptesicus capensis). Die sieht man zwar nur als vorbeihuschenden Schatten, aber in einigen Unterkünften leben sie in der Zwischendecke und man hört sie nachts scharren und fiepen. Unangenehm wird es, wenn sie sich im Schlafraum hingehängt haben und ihre Hinterlassenschaften tropfen nachts auf das Kopfkissen, so wie wir es im Camp von Twee Rivieren erlebten. Die Tiere stören an sich nicht und durch ein zusammenschieben der Betten in der Raummitte kann man die eklige Dusche umgehen. Man muss es nur vorab wissen.

Wenn man im Auto durch die aride Landschaft des Parks fährt, dann huschen schon mal kleinere Tiere über die Straße. Meistens sind sie schnell verschwunden und für ein Foto reicht die Reaktionszeit kaum aus. So sahen wir zwar Kaphasen (Lepus capensis), Springhasen (Pedetes capensis) oder Buschhasen (Lepus saxatilis), es gelang aber nur selten ein guter Schnappschuss. Und in der Kürze der Zeit ist eine Bestimmung für Laien auch so gut wie unmöglich.

Aufmerksam sollte man sein, wenn man Löcher am Wegrand sieht. Oft wohnen dort Kap-Borstenhörnchen, aber auch Brants Pfeifratten (Parotomys brantsii) leben in de Region. Die hübschen Tiere mit den Knopfaugen sind sehr scheu und man braucht ein wenig Geduld, bis sie sich wieder aus ihrem Bau trauen. Der hat viele Eingänge, meist sitzt irgendwo ein Wächter. Wenn das gerade gesichtete Tier in der Höhle verschwindet, so taucht meist einige Meter weiter der neue Wachposten aus einem anderen Loch auf - also auch die Umgebung im Auge behalten. Die Nahrung dieser Tiere besteht aus Gräsern, Samen und Stängeln.

Im Urikaruus Wilderness Camp entdeckten wir nachts auf dem Baum neben der Terrasse einen weiteren kleinen Bewohner: eine Baumratte (Thallomys paedulcus). Mit den kleineren Verwandten, den zahlreichen Mäusearten, hatten wir hingegen weniger Glück. Ab und zu sahen wir mal eine Maus über die Straße laufen, die war aber immer zu schnell verschwunden für ein Foto. In größeren Löchern wohnen oft die weniger scheuen Fuchsmangusten (Cynictis penicillata). Die Fellfarbe wechselt mit dem Verbreitungsgebiet, im Kgalagadi sind sie meist gelblich. Fuchsmangusten sind tagaktive Tiere, die nachts in ihren Bauen bleiben. So kann man sie gut beobachten, so wie die unten auf dem Foto, die den Eingang zum Bau bewachte und uns neugierig betrachtete. In Südafrika ist die Fuchsmanguste der häufigste Überträger der Tollwut, auch wenn sie noch so niedlich sind, füttern oder sonstwie an sich herankommen lassen sollte man sie nicht. Die Tiere kann man besonders gut an den Campingplätzen der Hauptcamps beobachten, das Video unten entstand in Nossob.




Eigenes Video zum Thema

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