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ANFAHRT

Swaziland ist für den Großteil aller Besucher nur ein Transitland, auf dem Weg vom Kruger National Park nach KwaZulu-Natal oder umgekehrt. Dieser Route sind auch wir gefolgt, allerdings haben wir beschlossen eine Nacht im Land zu verbringen. Die schnellste Durchfahrt ist die östliche Route, die von Komatipoort auf der R571 zur Grenzstation Mananga führt. Doch wir wollten nicht nur schnell durchfahren und hatten auch Zeit. Da wir mit einen SUV mit ausreichender Bodenfreiheit unterwegs waren, beschlossen wir an einem der kleineren Grenzübergänge einzureisen und dann auf einer Panoramaroute in Richtung Mlilwane Wildlife Sanctuary und somit zu unserer gebuchten Unterkunft, der Reilly's Rock Hilltop Lodge, zu fahren. So weit der Plan, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Am Morgen starteten wir vom Biyamiti Bushcamp im Krüger in Richtung Malelane Gate. Nach den vielen Tagen mit Geschwindigkeitsbegrenzung im Nationalpark mussten wir uns erst einmal an den schnellen und recht dichten Verkehr auf der N4 gewöhnen. Doch schon nach wenigen Kilometern konnten wir sie in Richtung Barberton wieder verlassen. Die malerische und grüne Route führt durch ein hügeliges Tal, von dem aus man schon die ersten Blicke auf höhere Berge und die Sondera Range im Hintergrund werfen kann. Da mussten wir hoch, denn die Bergkette bildet die Grenze zu Swaziland.

Das malerische Barberton liegt im De Kaap Valley. Der Name des Ortes erinnert an Graham Barber, der hier 1884 Gold entdeckte, den Ort selbst haben wir aber nicht besucht.

Unsere Fahrt führte uns noch vor dem Ort links ab auf die R40, die sich durch grüne Hügel mit schönen Ausblicken immer weiter in die Höhe schraubt. Sie schlängelt sich hier durch dichte, künstlich angelegte Wälder, es dominiert die Holzwirtschaft, dennoch ist die 42 Kilometer lange Anfahrt von Barberton hoch zum Saddleback Pass auf 1.500 Metern Höhe traumhaft schön und unbedingt empfehlenswert. Die Straße wurde 2009 bis zum südafrikanischen Grenzübergang Belembu nach Swaziland breit ausgebaut und neu geteert und ist sehr gut befahrbar.

Die Transportseilbahn der Havelock-Asbestmine in Belembu kreuzt immer wieder die Straße. Die Mine wurde Anfang des 21. Jahrhunderts aufgrund sinkender Weltmarktpreise für Asbest und einem Abkommen afrikanischer Staaten, kein Asbest mehr zu exportieren, geschlossen.

Am Horizont türmten sich sehr dunkle Wolken und wir freuten uns, weil an unserem Standpunkt noch die Sonne schien. Allerdings schoben sich beeindruckende hellere Wolkenberge schon durch die Lücken der Berge in unsere Richtung.



Grenzstationen

Am südafrikanischen Zollposten mussten wir ein paar Formulare ausfüllen, die Ausreise aus Südafrika wurde in den Pass gestempelt und wir konnten weiterfahren. Wichtig zu wissen, dass der Grenzübergang Josefsdal schon um 16 Uhr schliesst, wir waren aber schon um die Mittagszeit herum dort oben und hatten reichlich Zeit.

Nach dem Grenzübergang Josefsdal fährt man dann ein Stück etwas schmalere, mit allerlei Schlaglöchern versetzte und von Erdrutschen heimgesuchte Apshaltstraße durch das Niemandsland zwischen Südafrika und Swaziland. "Die Sraßen in Swaziland sind aber schlecht" dachten wir. Hier fuhren wir plötzlich in den Wolken und auch am plötzlich auftauchenden Grenzposten Bulembu herrschte fast Null Sicht.

Die Formalitäten waren auch hier erstaunlich schnell erledigt. Wir hatten natürlich das Autorisierungsschreiben unseres Autovermieters zur Überführung des Mietwagens nach Swaziland parat. Zusätzlich mussten wir wieder ein Formular mit Fahrzeugdaten vom Steuer-Aufkleber hinter der Frontscheibe ausfüllen und noch 50 Rand Straßensteuer bezahlen, dann waren wir im Königreich Swaziland angekommen. Die nette Dame hinter der Theke drückte uns noch eine Zeitschrift mit Werbung und einer symbolischen Straßenkarte von Swaziland in die Hand mit der Bemerkung: "You need this".

Die folgende Strecke ist bis auf das kurze Stück hinunter in den Grenzort Bulembu für die nächsten 20 Kilometer nicht geteert und unbefestigt und damit bei Regenfällen mit normalem Auto sicherlich der reinste Horror. Jetzt wurde es erst richtig schlecht. Wir hatten wirklich Glück, dass wir hier oben noch im Nebel fuhren und es nicht stark regnete. Unser Navi zeigte in schlechter Qualität digitalisiert eine Abfolge von geraden Streckenteilen als pinkfarbene Linie mit einigen Knicken - der tatsächliche Straßenverlauf schlängelte sich aber irgendwie rechts und links davon in vielen Serpentinen herum.

Kurz nach der Grenze fährt man an der Bulembu Lodge vorbei, dann folgt hinter dem Ort nur noch dichter Wald mit zahlreichen Wirtschaftswegen, die von der kaum als solche erkennbaren Hauptstraße abzweigen. Piggs Peak ist das Holzfällerzentrum von Swaziland und die meisten der umliegenden Hügel im Nordwesten des Landes sind mit dichten Pinienwäldern bepflanzt, gezirkelte Plantagen mit schnurgeraden Stämmchen und kurvigen Forstwegen.

Am Anfang ist die Strecke noch relativ griffig, dann folgen auch lehmige und matschige Passagen. Bei Regen sicher nur mit Allrad zu bewältigen, aber mit unserem SUV kamen wir ganz gut voran. Ausgeschildert ist hier gar nichts und die Sicht war fast Null. Immer wieder steht man an Abzweigungen und muss entscheiden: Rechts oder Links? Meist folgten wir der Strecke mit den meisten Fahrspuren, doch plötzlich entdeckten wir, dass wir uns von der pinkfarbigen Linie im Garmin-Navü weiter entfernt hatten als uns lieb war. Wir fragten einen Waldarbeiter, der uns mit einem Truck entgegen kam, nach der Strecke in Richtung Pigg´s Peak. Er überlegte einen Moment und entschied dann: "This way is ok!". Wir waren richtig, wahrscheinlich führen hier durch den Wald irgendwann alle Wege hinunter in den Ort. An einigen Sammelplätzen kamen wir an wartenden Waldarbeitern vorbei, schließlich waren wir dann auch wieder in an der im Navi ausgewiesenen Strecke angelangt.

In Pigg`s Peak hatten wir die holperige Piste mitten durch den Wald dann hinter uns und kamen wieder auf Asphalt. Die Straße endet auf dem Mswati III. Highway. Leider verbesserten sich die Fahrbedingungen nicht wirklich, weil hier dann der Regen einsetzte. Die Straße führt von Pigg`s Peak durch eine schöne Wald- und Bergregion in Richtung Mbabane, der 60 Kilometer entfernten Hauptstadt von Swaziland. Vorbei an der Geisterstadt Forbes Reef und mit wunderschönen Ausblicken. Jedenfalls laut Reiseführer, denn gesehen haben wir hier schon bald gar nichts mehr, auch den grossen Maguga-Staudamm nur im Nebel. Ein fürchterliches Gewitter setzte ein, man konnte gerade noch die Rücklichter vom Auto vor einem sehen.

Mit Tempo 30 und eingeschalteter Warnblinkanlage fuhren wir etwa eine Stunde langsam hinter einem LKW her, währen um uns herum senkrecht die Blitze einschlugen. Dicke Wassertropfen schlugen auf das Auto, auch die vorher zahlreichen Menschen am Straßenrand wurden weniger.

Wir kamen an der Glasfabrik Ngwenya Glas vorbei, deren Produkte weit über die Landesgrenzen Swazilands bekannt sind. Auf einen Stopp und Austeigen bei dem Regen hatten wir aber keine Lust und fuhren weiter auf einer Autobahn ähnlichen Strecke durch die Hauptstadt Mbabane, die auf ca. 1.150 Metern Höhe liegt. Zum Glück regnete es nur noch, der Nebel hatte sich aufgelöst. Aber auf Grund der Witterungsbedingungen war ein kleiner LKW in die Begrenzung gerutscht und hatte sich auf die Fahrbahn gedreht, so standen wir ein kurzes Stück sogar im Stau.



Ezulwini Tal

Mit 17.000 km² Staatsfläche ist das Königreich Swaziland kleiner als der Kruger National Park und eine der drei letzten verbliebenen Monarchien in Afrika. Mswati III. herrscht hier als Regent, ganz in den Fussstapfen seines Vaters: traditionell und als absoluter Monarch. Weltweit Schlagzeilen machte der junge König 2002, als er entgegen allen internationalen und nationalen Protesten einen königlichen Jet für 45 Millionen US Dollar kaufte. Zu einer Zeit als viele Swazis darum kämpften, nicht zu verhungern. Auch 15 Ehefrauen sind für ihn eher normal. Vorbild Papa Shobuza II. regierte immerhin 60 Jahre lang (1921-1982), war verheiratet mit 70 Frauen und hatte 210 Kinder. Trotz aller Vorbehalte ist der König aber für viele Untertanen immer noch eine starke Vorbildsfigur und trägt den Beinamen "Löwe". Dennoch gehört Swaziland zu den ärmsten Staaten der Welt und ein Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem Euro pro Tag.

Wir fuhren an der modernen Hauptstadt auf der Stadtautobahn mit bis zu 6 Fahrspuren vorbei ins Ezulwini Valley, das gut ausgeschildert ist. Es regnete immer noch. Diese Stadtautobahn ist schon eine Schau für sich, über dutzende von Kilometern schlängelt sie sich ziemlich steil nach Nord-Westen bergauf bzw. nach Süd-Osten hinunter durch der Hauptstadt.

Das "Tal des Himmels" ist eine eher kuriose Touristenstrecke, die von Verkaufsständen, Hotels, Spas, einem Casino, Restaurants, einem 18-Loch par 72 Championship-Golfplatz und Nachtclubs flankiert wird. Eines der Luxushotels wirbt mit dem Slogan: "Das Ezulwini Sun empfängt seine Gäste mit einer einzigartigen Mischung aus karibischer Atmosphäre und der Gastfreundschaft Swasilands...". Karibik in Afrika, ist doch logisch, oder?

Durch das Tal verläuft die MR3 zwischen Mbabane und Manzini und die Grenze zum Nachbarbezirk, flankiert von den Mdzimba Mountains im Osten und den Lupholo- und den Lugogo Mountains im Westen. Dort befindet sich das Naturschutzgebiet Mantenga Nature Reserve und das Wildschutzgebiet Milwane Wildlife Sanctuary, dem Ziel unserer Reise. Mitten drin unsere Unterkunft für die nächste Nacht, die Reilly's Rock Hilltop Lodge.

Der bedeutendste Ort im Ezulwini Valley ist Lobamba, denn dort befindet sich Ludzidzini, das königlichen Dorf. Hier lebt König Mswati III. zusammen mit seiner Mutter und seinen zahlreichen Frauen und Kindern.


Google Map zum Thema

Grenzübergang bei Barberton


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