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VARSCHFONTEIN COTTAGE

Die folgende Seite sollte eigentlich gar nicht geschrieben werden, denn diesen Geheimtipp sollten wir lieber für uns behalten. Allerdings ist die Unterkunft in der Einsamkeit nun wirklich nicht jedermanns Sache und sehr speziell. In dieses Cottage haben wir uns im Jahr zuvor auf der Rundfahrt spontan verliebt. Im Tankwa Karoo National Park gibt es verschiedene Unterkünfte und alle sind ausschließlich für Selbstversorger. Wer in diesen abgelegenen Park kommt, der muss alles mitbringen was er zum Leben braucht. Einen Shop, eine Tankstelle, ein Restaurant oder ein Handynetz sucht man hier vergeblich. Im Office kann man Feuerholz kaufen, das war es schon. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind fast 100 Kilometer entfernt.

Check-in ist ab 14:00 und Check-out bis 10:00, den erledigt man im Zentrum des Nationalparks, im Roodewerf Office (S32°14'27.9"/ E20°05'44.5"). Dort zahlt man auch den Eintritt und holt sich die Schlüssel für die gebuchte Unterkunft. Infomaterial liegt dort ebenso aus und man bekommt eine einfache Karte und Tipps für die Pisten innerhalb des Parks.

Einsamkeit, das ist das Hauptmerkmal der Unterkünfte in diesem Nationalpark. Familien und kleine Gruppen können einsam und alleine in einem der renovierten ehemaligen Farmhäuser wohnen. Diese heissen Paulshoek Cottage (4 Personen), Varschfontein Cottage (6 Personen) oder De Zyfer Cottage (4 Personen) und sie liegen weit ab von allem. Wer campen möchte, der kann sich von der Parkverwaltung einen der ausgewiesenen einsamen Plätze zuteilen lassen und fast sicher sein, dort alleine zu stehen. Dann gibt es noch das Tankwa Guesthouse und die Gannaga Lodge.

Beim ersten Besuch haben wir uns im luxeriösen Elandsberg Wilderness Camp mit eigenem Pool eingemietet, sehr zentral nur 18 Kilometer vom Office entfernt und auch für normale Autos erreichbar. Beim zweiten Besuch wollten wir es noch einsamer haben und mieteten zu zweit das Varschfontein Cottage. Es bietet Platz für 6 Personen und 3 Kinder und ist am besten mit Allrad zu erreichen, vor allem wenn es regnet geht hier nichts ohne.

Strom gibt es hier nicht, so wie in allen Unterkünften des Parks, aber in allen Räumen stehen ausreichend Petroleumlampen und Kerzen zur Verfügung. Wer heisses Wasser haben möchte, der entfacht am Abend den Donkey mit dem dort gelagerten Holz. Es handelt sich dabei um einen einfachen Ofen draussen an der Hauswand, über den ein Fass mit Wasser erhitzt wird. Wir hatten bei der Hitze im November nicht das Bedürfnis danach und haben gerne mit kaltem Wasser geduscht.

Das alte ehemalige Farmhaus wurde aus natürlichen Materialen wie Stein und Holz und dicken hellen Lehmwänden optimal an die herrschenden Klimaverhältnisse angepasst. Kühl im Inneren im Sommer und warm durch den einen offenen Kamin im Winter. Das Auto parkt man draussen direkt am Haus unter einem Schattendach und in der näheren Umgebung gibt es noch ein paar verlassene und verfallene Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Farm.

Einen Kilometer bevor man das Cottage erreicht beginnt an der "Hauptstrasse" eine 4x4 Route, die sehr steil hoch auf den Leeuberg führt. Dort oben hat man eine schöne Aussicht auf diesen Teil des Nationalparks. Bilder, Videos und Bericht darüber findet Ihr auf der Seite Leeuberg 4x4 Track.




Im Inneren

Im Cottage von Varschfontein ist viel Platz vorhanden, denn es ist für 6 Person plus 3 Kinder eingerichtet. Von den drei Schlafzimmern mit jeweils drei Betten kann man sich eins aussuchen, wir haben uns für das Zimmer direkt gegenüber vom Bad entschieden. Dieses bietet eine Dusche mit viel Platz und eine Toilette.

Von der Terrasse schaut man auf den stets gefüllten Wassertank und zwischen den Baumen hindurch auf das Wasserloch. Beides wird von einem Windrad betrieben, das sich bei Wind leicht quietschend dreht. Das ist neben dem Wind, dem Piepen der Vögel und dem Summen der wilden Bienen das einzige Geräusch am Tag. Nachts verstummen Vögel und Bienen, nur die beiden Kapuhus (Bubo capensis), die in den üppigen Palmen wohnen, lassen ab und zu ihren Ruf hören. Am nächsten Tag haben wir sie dann auch entdeckt, sie sitzen dort im Schatten und schauen hinunter. Am Überlauf des Tanks wohnen süsse Grasmäuse, die man dort hin- und her flitzen sieht. An der Zuwegung zum Wasserrad entdeckten wir nachts sogar eine dicke Kröte.

Das Cottage bietet sehr viel Platz, vom Auto aus steht man erst einmal direkt in der Küche. Hier gibt es einen offenen Kamin und einen Tisch, alles was man an Besteck und Gläsern braucht ist vorhanden. Es folgt ein großes Esszimmer mit riesigem Tisch und eine kleine Sitzecke. Nur wenige Schritte aus der Seitentüre und man steht auf einer halb überdachten Terrasse mit schwerem Eisentisch, Stühlen und einem Grillplatz davor.

Der Rand des von hier aus gut einsehbaren Wassertanks, in dem man natürlich auch schwimmen kann, wird den ganzen Tag von trinkenden Webervögeln belagert. Zum Wasserloch dahinter kommen grössere Tiere wie Springböcke, Oryx-Antilopen und viele Vögel und lassen sich gut beobachten, sogar Trappen und Sandflughühner konnten wir hier fotografieren. Auch die wilden Bienen, die tagsüber kamen, waren eher am Wasser als an uns interessiert.

Eine Warnung diesbezüglich: Wenn man die Straße einige Kilometer nach Westen in Richtung Zaun fährt steht auf der rechten Seite eine kleine Ruine, die im Abendlicht fotogen leuchtet. Als wir uns näherten, entdeckten wir darin ein Nest mit wilden Bienen und haben sofort nach einem Foto den Rückzug angetreten. Zu spät, eine hatte Michael bereits in den Arm gestochen, eine andere hatte sich in meinen Haaren verfangen und in die Kopfhaut gestochen. Zum Glück sind wir nicht allergisch gegen Bienengift. Diesen ehemaligen Stall sollte man auf jeden Fall meiden. Auch wenn die Insekten bei uns nur je einen Warnstick plaziert haben, der ja auch gewirkt hat: Es hätten sich auch gleich 50 Bienen auf jeden von uns stürzen können, das wäre nicht mehr so harmlos gewesen.

Insgesamt ein Haus, in dem man es bei ausreichenden Vorräten auch gut 1 Woche aushalten könnte. Die Einsamkeit und Stille sind berauschend, hier sind im Umkreis von 50 Kilometern so gut wie keine Menschen. Für Notfälle gibt es ein Funk-Telefon zur Rezeption. Im November waren auch die wenigen Stellplätze für Camper in diesem Teil des Parks nicht besetzt.





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Varschfontein Cottage


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