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NEUES AUS ITHALA

Unser erster Besuch im Ithala Game Reserve fand im Jahr 2004 statt und erst 2016 kamen wir wieder nach KwaZulu-Natal. Fast genau nach 12 Jahren besuchten wir auch das Ithala Game Reserve wieder, dieses Mal hatten wir uns das Thalu Bush Camp gemietet. Bei der Anfahrt durch den Ort Louwsburg hatte sich in all den Jahren nicht viel verändert. Diesmal kamen wir über eine Strecke mit vielen Schlaglöchern aus Swaziland nach Piet Retief, wo wir erst einmal unsere Einkäufe erledigten. Dann fuhrten wir über Paulpietersburg zum Parkeingang, wo noch immer der fröhliche Gate-Keeper Dienst hatte, den wir vom ersten Besuch in guter Erinnung hatten.

Die Fahrt zum Ntshondwe Camp brachte auch alte Erinnerungen und auch im Camp hatte sich nicht viel geändert. Das Dach wurde gerde neu mit Reet gedeckt, daher war die Rezeption verlegt und wir meldeten uns an für das Thalu Bush Camp. Dort hatten wir zwei Nächte gebucht.

Im Mai 2016 war es auch im Ithala sehr trocken, allerdings nicht ganz so schlimm wie im Kruger oder an der Küste im uMkhuze. Die Landschaft mit ihren Ngotshe Mountains, den tiefen Tälern und dem Phongolo River hatte sich auch wenig geändert.

Was sich verändert hatte, das waren die Wege: wir hatten den Eindruck in den letzten 12 Jahren war hier nicht viel repariert worden. Damals hatten wir keine Probleme mit einem kleinen Hyundai Elantra den ganzen Park zu erkunden - und wir sind damals jede Strecke gefahren, die nicht für 4x4 reserviert war. Da nur die zufahrt bis zum Main Camp asphaltiert ist, hat man heute ohne ein Auto, das wenigstens über erhöhte Bodenfreiheit verfüht, kaum eine Chance die meisten Schleifen im Park zu befahren. Zu schlecht sind einige Teilstrecken, es gibt tiefe Schlaglöcher und ausgewaschene Felskanten überall.

Dazu hat man jetzt fast überall im Park an den Einfahrten zu den meisten Schleifen einfach Schilder aufgestellt, die auf Schlaglöcher hinweisen und 4x4-Fahrzuege oder High Clearance Vehicle empfehlen. Mit anderen Worten: Wenn man auf den ungepflegten Strecken mit einem einfachen Fahrzeug einen Schaden hat, dann ist man selbst schuld. Man kann ja eine Rundfahrt im Hauptcamp buchen. Wir hatten mit unserem Nissan X-Trail aber nirgends Probleme.

Abgesehen davon, dass ich von einem Sturz in Swaziland starke Schmerzen im Rücken hatte und wirklich jedes Schlagloch spürte, machte aber auch Michael das Fahren hier wenig Freude. Wir sind schon einige schlechte Allradstrecken gefahren, aber hier ist uns der mutwillig verschlechterte Strassenzustand so auf die Nerven gegangen, dass dieser Park uns wahrscheinlich nicht wieder sieht. Man soll ja nie nie sagen, aber wir haben hier ja schon alles gesehen, was es zu sehen gibt.




Rundfahrt

Das Thalu Bush Camp liegt weit ab im westlichen Teil des Ithala Game Reserve, so muss man ziemlich weit fahren, um von dort aus die anderen Schleifen zu erreichen. Die auf der Seite Rundwege durch die Berge beschriebene Strecke sind wir nicht noch einmal gefahren, auch hier war 4x4 empfohlen und wir hatten in zwei Tgaen nicht genug Zeit für alles. Wir haben dann einen Tagesausflug zum Dakeneni Loop gemacht. Tiere haben wir leider nicht viele gesehen an dieser Schleife und dann am Phongolo Picknickplatz eine Pause gemacht. Dort waren weite Teile des Geländes abgesperrt, weil dort viel wild im Busch geparkt wurde und die Vegetation jetzt wieder eine Chance zur Regeneration bekommen soll. Da ist wohl in der Vergangenheit einiges falsch gemacht worden.

Bis auf ein paar Kudus und Affen war hier nicht viel los und wir haben kaum angehalten zum Fotografieren. Wesentlich mehr Tiere waren an der kleinen Schleife am Gate zu sehen, die wir vor der Ausfahrt aus dem Park gefahren sind. Hier waren Zebras, Gnus, Warzenscheine und Impalas zu sehen.

Der Nghubu Loop, der zum Thalu Bush Camp führt, bietet landschaftlich die schönsten Ausblicke. Man fährt durch das gleichnamige Basin mit Blick auf die umliegenden Berge. Hier konnten wir sogar eine grössere Gruppe Eland-Antilopen beobachten. Ausserdem sahen wir an dieser Schleife Raubvögel, Zebras, Rhinos und es gibt einige nette Aussichtspunkte an der Strecke für eine kurze Pause. Da es keine Raubtiere im Park gibt kann man ja an den markierten Stellen auch austeigen. Für Besucher endet die Strecke am Ngubhu Picknickplatz. Dahinter liegt dann noch das Mbizo Bush Camp, die Doornkraal Campsite, das Thalu Field Office und ganz am Ende nach ca. 2 Kilometern ab Picknickplatz das Thalu Bush Camp. Alle genannten Camps liegen Ufer des Thalu oder seine Nebenflüsse. Am Field Office beginnt auch ein Wandertrail, für den man sich einen Schlüssel an der Rezeption im Main Camp holen muss. Er ist 8,6 Kilometer one way lang und führt zum Phongolo River, der die Nordgrenze des 30.000 Hektar umfassenden Parks bildet. Ein schöner Tagesausflug von Thalu aus, wenn man fit ist.




Elefanten im Park

Ein weiterer Grund, warum wir den Park wohl nicht mehr besuchen werden ist die Unberechenbarkeit der Elefanten. Schon an der Rezeption bekommt man ein Faltblatt mit Hinweisen, wie man sich den Tieren gegenüber zu verhalten hat. Man soll eine minimale Distanz von 30 Metern einhalten, den Weg nicht blockieren, nur mit maximal drei Autos die Tiere beobachten und das Auto nicht verlassen. Dazu gibt es Informationen zur Musht und eine Aufzählung, wie ein Elefant in einer Stresssituation sein Unbehagen signalisiert. All dies wussten wir nach 12 Besuchen in Südafrika und nach zahlreichen Begegnungen mit Elefanten, egal ob einzelne Bullen oder Herden mit Jungtieren. Wir halten stets Abstand, fahren zurück und warten.

Die Elefanten in Ithala wurden als Waisen vom Kruger Park hierher gebracht. Damals wurden dort noch Herden abgeschossen, um den Bestand zu dezimieren. 50 der überlebenden Waisen hat man Anfang 1990 in den Ithala gebracht, traumatisiert von der Abschlachtung ihrer Herde. Mittlerweile leben ca. 150 Tiere hier. Sie werden als "elusive" bezeichnet und man soll laut Parkverwaltung froh sein, wenn man die scheuen Tiere hier doch mal sieht. Das Blatt mit Verhaltensregeln bekommt man aber hier nicht ohne Grund und wir hätten gerne weniger davon gesehen. Denn die Waisen wuchsen hier ohne ältere Bullen und Leitkühe auf und entwickelten sich daher nicht normal. Sie sind agressiver als anderswo, unberechenbar und gefährlich. Mehr dazu in diesem Artikel.

Natürlich halten sich Elefanten bei Trockenheit meist in der Nähe von Flüssen auf. Direkt in unserer ersten Nacht im Thalu Bush Camp hörten wir die grauen Riesen auch durch den Fluss kommen. Eine große Herde mit vielen Jungtieren, die sich um unser ganzes Camp herum verteilten. Sie liefen unten am Ufer entlang, standen um die Toilette herum und blieben rund um unsere Hütte zum Fressen stehen. Wir genossen die Szene im Schutz unserer Hütte. Es war stockdunkel, der Vollmond war noch nicht aufgegangen, und überall um uns herum hörten wir Äste brechen, ein tiefes Grummeln und ab und zu mal ein empörtes Tröten. Am nächsten Tag fanden wir rund um das Camp ihre Hinterlassenschaften: Elefantendung und abgebrochene Äste überall.

Am nächsten Morgen wollten wir den Park erkunden, doch die Ranger warnten uns vor der 4x4 Abkürzung, über die wie am Nachmittag zuvor ein Stück der Schleife abgeschnitten hatten: dort würden sich die Elefanten aufhalten. So mussten wir den Umweg fahren. Am Nachmittag wollten wir etwas früher zurück im Camp sein, um den Fluss noch bei Tageslicht zu genießen. Wir vermieden wieder den 4x4 Track, denn dort hat man keine Möglichkeit zum Wenden, wenn man auf Elefanten trifft. Leider hatten sich die Tiere zur anderen Seite der Hauptstrecke fortbewegt und kurz hinter dem Picknickplatz sahen wir die ersten am Weg stehen. Das erste Foto unten zeigt die Gruppe, mit Tele aufgenommen. Da dies direkt hinter einer Kurve passierte haben wir sofort reagiert und sind ein Stück zurück gefahren, denn vor uns waren Elefantenkühe mit Jungen und ein riesiger Bulle auf der Strasse. Mit einigem Abstand haben wir dann gehalten und den Motor ausgestellt, um eine mögliche Annäherung von der Seite aus dem dichten Busch zu hören.

Nach einer Weile querte plötzlich hinter uns ein junger Bulle die Straße, lief durch den Busch um uns herum, stellte sich direkt vor uns wieder auf die Straße und schaute uns an. Etwa eine Minute lang stand er da und spielte mit seinem Rüsselende Kurven in die Luft malen. Während wir noch überlegten, ob es ihn erschreckt wenn wir den Motor anlassen und rückwätrts wegfahren wurde uns die Entscheidung abgenommen. Der junge Bulle hatte über Infraschall den riesigen Bullen herbei gerufen, der langsam um die Ecke geschritten kam und deutliche Anzeichen von Unmut über unsere Anwesenheit zeigte. Der Jungbulle verschwand sofort im Busch, der Alte schwang seinen Vorderfuß und rollte de Rüssel ein und aus. Was nun? Motor an und rückwärts fahren, verfolgt von dem Bullen, um die Kurve, runter zum Bach und dann rückwärts durch die Furt und auf der andern Seite den Hügel wieder hoch. Zwischendurch ging es einmal volle Kanne in einen Busch. Die Kratzer am Auto waren uns egal, der Bulle blieb unten am Ufer stehen und schaute uns nach. Hätte er uns richtig angreifen wollen, so hätte er auch viel schneller luafen können - bei uns hat er nur im lockeren Trab den Abstand gleich gehalten. Uns hat es aber voll gereicht, so ein Riese kann einen in Angst und Schrecken versetzen. Die vier Fotos unten stammen aus einem sehr verwackelten Kurzvideo, das mit Tele durch die Windschutzschiebe gefilmt wurde.

Was jetzt? Die Elefanten waren zwischen uns und dem Camp. Wir haben gewendet und sind erstmal weggefahren, damit der Bulle hört, das wir uns wirklich entfernen. Nach einige Kilometern haben wir dann über eine Stunde gwartet und in unseren Ebooks gelesen. Kein Auto war zu sehen, die ganze Zeit waren wir hier alleine. Als es langsam dunkel wurde wollten wir dann doch ins Camp und sind wieder bis zum Fluss vorgefahren. Da die Strecke kurvig und unübersichtlöich ist, mit viel Buschwerk rechts und links, mussten wir hinter jeder Kurve mit elfantöser Überraschung rechnen. Immer noch ängstlich sind war dann jeweils einen halben Kilometer gefahren, haben den Motor ausgemacht und gelauscht, ob es im Busch knackt oder trötet. Dann weiter und wieder gehalten. Die Elefanten waren scheinbar zum Fluss gezpogen, einen haben wir auf dem Abzweig zum Mbizo Bush Camp noch gesehen und sind mit Schwung an ihm vorbei. Kurz vor dem Camp wurden wir von einem Truck mit Angestellten überholt. Sie waren über die 4x4 Strecke gekommen und hatten keinen einzigen Elefanten gesehen. Wie man es macht, ist es verkehrt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit waren wir dann endlich im Camp und am nächsten Tag sahen wir die Herde dann nicht mehr.




Google Map zum Thema

Ithala und Louwsburg


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