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CASTLE OF GOOD HOPE

Bei unseren ersten Besuchen in Kapstadt haben wir Sehenswertes wie die Waterfront, die Weingüter in Constantia und den Tafelberg besucht, seitdem waren wir noch mehrmals in Afrika, aber nicht mehr in Kapstadt. Im November 2011 haben wir uns dann für zwei Nächte auf der Jacana Guest Farm in Stellenbosch einquartiert, und da das Wetter schön war, entschlossen wir uns spontan für einen Besuch auf dem Tafelberg.

Schließlich war es 10 Jahre her, dass wir dort oben waren. Leider hatte sich an diesem Sonntag auch endlich der seit etlichen Tagen wütende Sturm gelegt und es war strahlend blauer Himmel. So waren wir nicht die einzigen, die auf diese Idee kamen. Zunächst dauerte es im Stop und Go eine ganze Zeit, bis wir uns über haupt der Talstation nähern konnten. Dann standen gefühlt hunderte Leute unten an der Talstation in einer merhreihigen Schlange, die über die Aussentreppen ins Gebäude führte und noch auf der anderen Strassenseite weiterging. Parkplätze waren auch nicht mehr zu bekommen, also machten wir nur ein paar Fotos von der Table Mountain Road aus und fuhren wieder nach unten in die Stadt. Dort fanden wir dann auch direkt einen Parkplatz an der Strasse und besuchten eine Sehendwürdigkeit, zu der wir es noch nicht geschafft hatten: Das Castle of Good Hope. Obacht: Es wurden in der Innenstadt überall eifrig und streng Parkgebühren eingenommen, also auf die bezahlte Ticktetzeit achten!

Auf Afrikaans heißt die Festung Kasteel de Goede Hoop, erbaut wurde sie in den Jahren 1666 bis 1679 und sie ist immerhin das älteste europäische, noch im Original erhaltene Gebäude in Südafrika. Der hölzerne Vorgängerbau wurde 1652 von Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) gebaut. Der aktuelle fünfeckige Bau wurde aus Stein und nach europäischen Vorbildern dieser Zeit errichtet. Am 26 April 1679 wurden die fünf Festungsecken nach den Titeln von Willem, Prince of Orange benannt. Der westlichste Anbau Leerdam - gefolgt im Uhrzeigersinn von Buuren, Catzenellenbogen, Nassau und Oranje. Die mächtigen Steinblöcke, die verbaut wurden, stammen hauptsächlich von Robben Island, der berühmten Gefängnisinsel vor der Küste. Damals schufteten dort Sklaven aus Hinterindien und nach Kapstadt wurden die Brocken dann mit dem Schiff transportiert. Es gab aber auch am Tafelberg und am Signal Hill ein paar Steinbrüche.

1936 wurde das Gebäude zum Nationaldenkmal erklärt. Nach dem das Castle of Good Hope dann Mitte des 20. Jahrhundert fast abgerissen werden sollte, wurde es von 1969 bis 1993 aufwendig restauriert und touristenfreundlich umgestaltet. Der Standort der Festung an dieser Stelle bot schon damals sicherlich keinen sehr guten Schutz vor Feinden, heute befindet sich das Gebäude mitten in der Innenstadt. Im Laufe der Jahrzehnte fanden aber keinerlei Angriffe auf die Burg statt, so dass dessen Wehrhaftigkeit und somit sein eigentlicher Zweck nie wirklich getestet wurde.

Zu Beginn des 20 Jahrhundert lag die Festung aber auch noch wesentlich dichter am Meer. Der ursprüngliche Nordeingang musste wegen häufiger Sturmfluten nach Westen verlegt werden. Nach einigen Landgewinnungsprojekten in den 1940er Jahren und dem Ausbau des Hafens verschob sich die Lage etwa einen Kilometer landeinwärts.



Rundgang

Von der Straße her näherten wir uns dem eindrucksvollen Gebäude durch gepflegte Gartenanlagen. Das Castle ist heute noch Headquarter des Western Cape Military Command, also Hauptquartier der südafrikanischen Armee. Dabei ist es aber täglich als Museum für Besucher geöffnet. Zur vollen Stunde finden Führungen statt, nur an Sonntagen nicht. Dann besteht noch die Möglichkeit mit einer Pferdekutsche zu fahren, was sicher besonders Kindern viel Spaß macht. Infos dazu auf dieser Webseite: http://www.ctcco.co.za

Am Ticket Office zahlten wir 28 Rand pro Person. Schon beim Eintritt ist man beeindruckt von der Weitläufigkeit, direkt links kann man in einem kleinen Bistro namens "De Goewerneur Restaurant" bei einem Snack im Schatten entspannen und die Szenerie auf sich wirken lassen. Eine sehenswerte Wachablösung, in historisch nachempfundenen Uniformen, findet Wochentags um 12:00 Uhr statt. Leider waren wir an einem Sonntag vor Ort, aber immerhin konnten wir einen kleinen Vortrag über Kanonen verfolgen. Es sammelte sich schnell eine kleine Menschenmenge um den Vortragenden und der Höhepunkt war dann das Abfeuern der kleinen Signal-Kanone, die aber erstaunlich viel Krach machte und auch rauchte. Unten ist ein Video davon zu sehen.

In den Seitenflügeln des Castle befinden sich einige kleine Museen, mit passenden Themen wie Militärgeschichte, Uniformen- und Waffensammlung. Man kann aber auch Möbel und Malereien sehen. Die William Fehr Collection ist eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Südafrikas. Der Geschäftsmann William Fehr vermachte seine Sammlung im Jahr 1965 dem Staat und die Ausstellung umfasst Gemälde, Glas, Möbel und Porzellan aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

In einem Seitenflügel des Castle ist ein kleines Theater untergebracht, in dem Komödien aufgeführt werden. In anderen Teilen kann man noch die alten Zisternen sehen und auf Höhe der Grundmauern in die Keller steigen. Sehenswert ist aber auch der Dolphin Pool, der hinter dem Block C liegt. Dieser hübsche Hof mit einem Brunnen in der Mitte wurde 1982, nach den Skizzen von Lady Anne Barnard aus dem Jahre 1805 restauriert. Die Frau des Kolonial-Sekretärs Andrew Barnard lebte Ende des 18. Jahrhundert in Kapstadt und hinterließ unzählige zeitgenössische Berichte und Skizzen über das Leben in der Stadt.

Wer noch nicht genug Infos hat, der sollte auf jeden fall noch die informative offizielle Webseite ansehen: http://www.castleofgoodhope.co.za.




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