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| Treppen mit Aussicht | Der Leuchtturm |

Die kürzeste Anfahrt von Kapstadt hat man über die malerische Aussichtsstraße entlang der False Bay über Muizenberg, Fish Hoek und Simonstown bis zum gut ausgeschilderten Eingangstor des Cape of Good Hope Nature Reserve. Hier zahlt man seinen Eintritt und bekommt einige Faltblätter mit Informationen in die Hand gedrückt. Die breite Straße, mehrere Kassen und die Professionalität hier lassen schon gleich auf größere Massen an Besuchern schließen.
Vom Eingang aus sind es noch 13 km bis zum Cape Point, aber schon auf dem ersten Parkplatz auf der linken Seite sollte man anhalten und die Aussicht auf die Smitswinkel Bay genießen. Busse fahren hier vorbei und die Insassen verdrehen sich im Vorbeifahren den Hals.

Der letzte Bergrücken nördlich des Nationalparks zeigte uns ein grandioses Naturschauspiel. Auf dem Bild unten sieht man es zusammen mit der Straße, auf der wir gekommen sind. Es war am Vormittag eines klaren Tages, doch hier konnte man gut die Wolkenbildung beobachten. Das Wasser verdampft über dem warmen Ozean, der Südostwind treibt die feuchten Luftmassen die steile Bergflanke hoch und oben am Gipfel kondensiert sich dann eine Wolke aus, die als Windfahne dem Höhenzug folgt. Die Windgeschwindigkeiten sind so hoch, dass das Aufquellen und Treiben der Wolken wie im Zeitraffer erscheint.
Am Nachmittag, bei der Rückfahrt aus der Region lag alles schon unter einer ziemlich kompakten Wolkenschicht verborgen, jedenfalls bei unserem besuch im Januar. Im November hatten wir mehr Glück mit dem Wetter und die Wolken entstanden nicht so schnell.


Am Ende der Straße erreicht man einen großen Parkplatz, auf dem sich einige Affen tummeln. Mehr dazu und zu dem allgegenwärtigen Wind könnt ihr auf ainer anderen Kapseite nachlesen.
Den Berg am Cape Point kann man per Cable Car erklimmen, Fahrkarten gibt es an einem Schalter. Den Hin- und Rückweg mit dieser Bahn ist fast so teuer wie der Eintritt in das Nature Reserve selbst, ein One-Way-Ticket aber nur geringfügig preiswerter. Die meisten fahren hoch und gehen zu Fuß über die 120 Treppenstufen zurück. Dazu hatten wir allerdings in Anbetracht des starken Windes, der mit zunehmender Bewölkung unangenehmer wurde, wenig Lust.

Auf halben Wege begegnen sich die aufwärts und abwärts fahrenden Wagen. Die Busspur neben den Gleisen ist nur für Notfälle gedacht, oder wenn die Kabelbahn repariert werden muss. Ansonsten müssen auch Bustouristen mit dem Cable Car fahren. Zum Glück für die anderen Besucher müssen sie aber nicht in der Schlange anstehen, wenn der Reiseleiter die Tickets für alle holt.
Oben angekommen steht man noch etwas unterhalb des großen Leuchtturms auf einer Besucherterrasse. Das Treppensteigen bis ganz oben oder auf die anderen Ausichtsplattformen bleibt einem also nicht ganz erspart.
An der oberen Bahnstation befindet sich ein großer Souvenirladen, an der unteren ein stets volles, wenig angenehm riechendes, großes Restaurant und weitere Curio Shops.
Bei schlechtem Wetter ist hier alles von Gischt umhüllt, wir hatten bei jedem Besuch Glück und freie Sicht auf türkises Meer und weiße Sandstrände. Aber oft fegen hier die gefürchteten, anscheinend kaum einmal nachlassenden Stürme die kalten Fluten des Atlantik an den schroffen Felsen empor: Nur die Kormorane trotzen dem Wind und den Stürmen und nisten in den steilen Felshängen unterhalb der Aussichtsterassen. Auf dem Weg zu den Fischen und zurück zu ihren Nestern schiessen sie hier oben nur wenige Meter vor den Ausichtsplattformen vorbei.


Der alte Leuchtturm, der seit 1860 in 249 m Höhe thront, hat aber seinen eigenlichen Zweck nie erfüllt: Gerade dann, wenn die Wetterlage für die Schiffe eine Hilfe erforderte war der Gipfel der Klippen hier oben immer in Wolken gehüllt, das Licht nicht sichtbar. Also hat man am Anfang des 20. Jahrhunderts einen zweiten, kleineren Leuchtturm gebaut. Dieser liegt auf einer nach Südosten hinausragenden Klippe um einges tiefer am Diaz Point. Seine kräftigen Strahlen sind auch noch bei dem oft sehr schlechtem Wetter noch in 63 km Entfernung zu sehen.
Die Kaphalbinsel kann gleich mit zwei benannten Landzipfeln aufwarten, dem Cape of Good Hope und dem noch etwas weiter östlich gelegenen Cape Point, auf dem sich der Leuchtturm befindet.
Dennoch ist keine dieser zwei Klippen, wie so oft fälschlich angenommen, der südlichste Punkt Afrikas. Denn der liegt etwa 150 km weiter in Richtung Südosten. Erst dort, am Cape Agulhas, treffen dann die beiden Weltmeere, der Atlantik und der Indische Ozean, in geografischer Sicht aufeinander.

Zum Leuchtturm hinauf führen 120 Stufen. Bei unserem zweiten Besuch war es ebenso windig wie beim ersten Mal. Direkt am Leuchtturm bekam ein Besucher einen Herzinfakt, ein Helikopter landete unten am Restaurant und die Ambulanz konnte mit dem Rettungswagen bis zur Bergstation der Bahn fahren. Von dort aus ging es dann nur noch zu Fuß weiter nach oben.
Am alten Leuchtturmwärterhaus (Historical Lighthouse Cottage) beginnt ein weiterer Fußweg, der nördlich der Häuschen über den Kamm des Cape Point herüberführt. Dort auf der Ostseite der Halbinsel geht dieser Weg dann hinunter zum neuen Leuchtturm und noch weiter bis zum Diaz Point, dem letzten Ende des Kaps. Für den Weg braucht man eine gute Stunde. Hier war es wirklich extrem windig und ein Schild am Eingang weist auf die Gefahren hin. Betreten nur auf eigenes Risiko. Bei starkem Sturm oder schlechter Sicht sollte man darauf verzichten.
Während ich wartete, lief Michael ein wenig herum, um den Leuchtturm auch von der anderen Seite zu fotografieren. Wie das Bild rechts zeigt hat es sich gelohnt. Allerdings kam er gegen den Wind kaum über den Kamm. Ab dort war es dann fast windstill.



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