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ROUTE 62

Route 62 In Südafrika? Der Name erinnert natürlich an die legendäre Route 66, der Highway, der Chicago mit San Francisco verbindet und die durch überwiegend sehr ländliche Gebiete führt.

Genau das trifft auch auf die ursprüngliche Route 62 zu, die vor der Inbetriebnahme der N 2 der wichtigste Verbindungsweg zwischen Kapstadt und Port Elisabeth war. Nach Bau der modernen Schnellstraße im Jahr 1958 entlang der Küste und der "Erfindung" der grünen Garden Route wurde der Verkehr umgeleitet. Die Küstenstrecke kennt heute jeder Tourist, doch die wenigsten nehmen sich die Zeit für das aride und "langweilige" Inland, oder sie brettern auf dem Weg nach Oudtshoorn nur schnell hier durch.

Die R 62 ist in einem sehr guten Zustand und dabei ziemlich leer, der reguläre Verkehr fährt woanders. Diese Fernstraße führt über atemberaubende Gebirgspässe, vorbei an grünen Tälern mit Obst- und Weinanbau und durch die einsamen Landschaften der Halbwüste der Kleinen Karoo. In regelmäßigen Abständen erreicht man idyllische kleine Orte, die zu einer Pause einladen.

Die Weiden rechts und links werden flankiert von mächtigen Gebirgen am Horizont. Die Gipfel sind im Winter sogar mit Schnee bedeckt. Immer wieder sind steile Pässe zu überwinden, dabei bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die weite Landschaft.

Für eine Reisroute von Kapstadt nach Port Elizabeth ist dies Sicherheit eine interessante und entspannende Alternative zur stark frequentierten N 2. Noch schöner ist es, wenn man mit Kapstadt als Ausgangspunkt einer Rundreise in einer Schleife beide Routen miteinander kombinieren kann.



Heisses Land

Man kann die R 62 in zwei Tagen fahren oder sich viel Zeit lassen. Die Gesamtstrecke der Route 62 ist indgesamt 850 Kilometer lang.

Zu sehen gibt es genug und eine gute touristische Infrastruktur ist ebenfalls vorhanden. Die Dörfer entlang der rund 500 km langen Strecke zwischen Kapstadt und Oudtshoorn sind durchwegs wohlhabende Gemeinden mit freundlichen Einwohnern, guten Ünterkünften und exzellenter Gastronomie.

Ausgangspunkt der Fernroute ist Kapstadt, von dort aus führt die Touristen der Weg über Paarl und dann weiter östlich über die Bergkette der Hottentots-Holland Mountains, die früher eine regelrechte Barriere zwischen der Ebene um Kapstadt und dem Landesinneren darstellte. Erster Haltepunkt nach etwa 100 Kilometern ist Worcester, die Übergangszone zwischen der Cape Flora und der Halbwüstenvegetation der Kleinen Karoo.

Der schönste Teil der Strecke beginnt, aus Richtung Worchester und Robertson kommend, in Montagu nach Passieren der Cogman's Kloof hinter Ashton. Von hier stammen auch die meisten beeindruckenden Bilder, die man in Katalogen und Zeitungen von der R 62 findet. Jenseits dieser engen Gebirgsschlucht ist man dann in den weiten Ebenen der Kleinen Karoo. Ab Montagu trägt die Straße auch offiziell die Nummer R 62.

In Barrydale, dem Ort hinter Montagu, kann man deutlich die Entwicklung des Tourismus in den letzten 15 jahren sehen. An der Abzweigung von der R 62 in den Ort haben sich etliche Shops und kleine Restaurants angesiedelt. Weiter in Richtung Oudtshoorn wird die Landschaft immer karger und arider. Hier wächst fast nichts mehr. Ein kleiner Pub am Wegesrand kurz hinter Barrydale wirbt mit der Aufschrift Ronnies Sex Shop um die Gunst der Besucher. Innen ist eine kleine Bar, man fragt sich unwillkürlich wo und vor allem wie wie die Besucher hierherkommen und nach durchzechter Nacht auch wieder wegkommen. Die Geschichte des Lokals findet Ihr auf der Seite www.ronniessexshop.co.za.

Schräg gegenüber ist eine Abzweigung zu den radioaktiven Quellen von Warmwaterberg. Wir sind kurz mal hingefahren um zu gucken, die ganze Anlage sah allerdings ein wenig trostlos aus.

Kurz vor dem Ort Ladismith kommt man den Swartbergen näher, ein Berg fällt hier auf, der von den Einheimischen "Zahnlücke" getauft wurde. Offiziell heißt er Towerkop. Der kleine Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in den umliegenden Bergen. Ladismith wird mit i geschrieben, um einer Verwechslung mit dem Ort in der Provinz Natal vorzubeugen.



Calitzdorp

Die beiden nun folgenden kleinen Dörfer auf der R 62 heissen Zoar und Amalienstein, beide sind ehemalige Missionsstationen. Über den spektakulären Huisrivier Pass erreicht man Calitzdorp, den nächsten größeren Ort. Er liegt in einem wunderschönen Tal am Fuße der Swartberge und ist ein Zentrum für den Obstanbau sowie das Herz der Portwein-Produktion Südafrikas. Daher trägt der Ort stolz den Beinamen "Portwein-Metropole Südafrikas". Im Süden führt der malerische Tradouws Pass durch die Berge in Richtung Küste.

25 km entfernte Mineralquellen im heutigen Gamkasberg Nature Reserve machten Calitzdorp bereits vor 100 Jahren zu einem begehrten Touristenort. In 3 Weinkellereien kann man hier den berühmten Port probieren: Boplaas, De Krans und Calitzdorp Wine Cellar. Ende der 1990er Jahre gab es eine heiße Diskussion wegen des Namensschutzes mit Europa. Vor allem die Ports von Boplaas fanden wir Klasse. Hier darf natürlich ein jährliches Portwein-Fest nicht fehlen.

Ebenfalls noch zu den Höhepunkten der Route 62 wird Oudtshoorn gezählt, Zentrum der Straußenzucht in Südafrika und mit einer eigenen Webseite bei mir vorgestellt.

Für weitere Informationen zur Route 62 gibt es natürlich auch eine eigene Webseite: www.route62.co.za

Im März 2017 waren wir noch einmal in der Region unterwegs, auf dem Weg von Franschhoek nach Prince Albert. Nach einigen Stunden Fahrzeit machten wir eine Pause in Calitzdorp.Giovanni's Italian Country Kitchen neben der Voortrekerstraat war der perfekte Ort dafür.

Hier konnten wir auf einer schattigen Veranda mit Blick auf Weinreben und blühende Bougainvillea-Hecken sitzen und den schönen Sommertag genießen. Gemütliche Sofas gibt es hier und sogar einen Buddha, wahrscheinlich war das ein Italienischer.

Es gab eine kleine Tageskarte mit Pasta und drei Sorten Pizza. Michael und ich bestellten eine unterschiedliche Pizza, beide schmeckten hervorragend. Und weil wir nicht alles schafften, wurden uns die Reste noch eingepackt. Die diente uns dann am Abend als kurz aufgewärmte Vorspeise. Die Bilder sprechen doch sehr für diese Location, oder?

Ab Oudtshoorn führt die Straße weiter über De Rust, Uniondale und Joubertina bis nach Port Elizabeth.




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