| Weltreisen | Südafrika | Western Cape | Great Karoo | Site-Map | HOME |

| Hochplateau | Pässe |

GAMKASKLOOF 1

Von der Passhöhe des Swartberg Pass führt eine Straße in die Gamkaskloof, ein abgelegenes Tal, das im Volksmund auch als "Die Hel" bezeichnet wird. Auf Afrikaans mit einem l geschrieben. Doch die wenigen Bewohner hören diesen Namen nicht gerne. Sie nennen sich "Kloovers". Gamkas ist der Khoi-Name für Löwe und Kloof bedeutet Schlucht, heute gibt es hier aber leider keine Großkatzen mehr.

Etwa nach 16 km von Prince Albert aus gerechnet kann man nach Westen von der Passstraße abbiegen, es gibt nur eine einzige Abzweigung und die ist auch gut ausgeschildert. Diese Straße führt dann parallel zur Bergkette der Swartberge in das entlegene Tal hinein. Allerdings sollte man viel Zeit mitbringen, man braucht für den Ausflug mindestens einen ganzen Tag. Es sind zwar nur 50 km hin- und wieder zurückzufahren, aber für diese Strecke muss man ein robustes Auto, am besten mit Allrad, haben.

Sogar ein bekanntes Mountainbike Rennen "To the Hell and Back" wird hierher jährlich veranstaltet.

Wir sind von unserer Unterkunft auf der der Weltevrede Fig Farm 30 Km jenseits von Prince Albert gestartet und das waren hin und zurück insgesamt 9 Stunden reine Fahrzeit. Eigentlich ein Sakrileg, man sollte sich mehr Zeit nehmen und im Tal übernachten. Außerdem sind wir an einem Samstag gefahren, da war das Verkehrsaufkommen, gemessen an der Abgeschiedenheit, doch relativ hoch. Das macht das Fahren gefährlicher, denn Gegenverkehr ist an vielen Stellen kompliziert.

Wer etwas länger bleiben möchte, der kann im Tal einfache Übernachtungsmöglichkeiten in den alten Farmhäusern mieten. Sie werden verwaltet von Cape Nature oder von Privat, es gibt hier auch einen Campingplatz. Wer wandern möchte oder eine Karte zur Orientierung braucht, dem empfehle ich die schön gezeichnete Karte im Maßstab 1:125.000 der Region Baviaanskloof von Kartograf Peter Slingsby. Zu kaufen über www.namibiana.de.

Im Tal wohnen noch eine Handvoll Menschen im Dienste der Naturpark-Verwaltung und Annetjie Joubert, die letzte hier geborene und aufgewachsene Gamkasklooferin. Mehr zu den Übernachtungsmöglichkeiten auf Seite 4 zur Kloof

Als wir am frühen Morgen starteten mussten wir erst einmal die 30 Kilometer durch das malerische Weltevrede Tal zurücklegen, das hat man sich gespart, wenn man direkt in Prince Albert wohnt. Dann fuhren wir weitere 25 Kilometer hoch auf die Passhöhe des Swartbergpasses. Diese malerische Strecke mit steilen Felswänden waren wir vorab schon gefahren und hatten dabei alles ausgiebig fotografiert, zu sehen auf der Seite Swartbergpass 2. So hielt uns nichts auf und wir konnten durchfahren.




Hochplateau

Ab der Abzweigung auf der Passhöhe kam dann für uns unbekanntes Terrain. Ein Schild weist auf eine reine Fahrzeit von 2 Stunden hin, man sollte aber eher mehr einkalkulieren, da sich unterwegs viele Möglichkeiten zum Anhalten und Staunen ergeben. Zwar sind es von hier aus bis ins Tal nur 37 Kilometer, aber die haben es in sich. Das nächste Schild zeigt auch gleich 48 Kilometer an, das ist dann wohl bis zum Gamkas selbst am Westende des Tals.

Wer hier vorbei kommt, der sollte auf jeden Fall einfach mal die ersten Kilometer der Strecke fahren. Die sind noch einfach zu fahren ohne Kurven und Steigung, man erreicht dabei aber ein Plateau mit einer Fülle an einheimischen Gewächsen. Üppige Büsche mit Proteen säumen die Straße, wir zählten mindestens 5 verschiedene, blühende Sorten im März und fotografierten begeistert. Von der Abzweigung selbst aus ist diese Pracht nicht zu erahnen. Wahrscheinlich waren es noch viel mehr Sorten, einiges war im Spätsommer ja auch schon verblüht und vertrocknet.

Vögel lassen sich hier natürlich gut beobachten und die Szenerie der Berge im Hintergrund ist atemberaubend. Als wir am Morgen hier ankamen, schoben sich weiße Wolken über die Berggipfel, ähnlich dem berühmten Tischtusch am Tafelberg in Kapstadt. Das war besonders malerisch, sonst war der Himmel strahlend blau.

Auf den ersten 15 Kilometern gibt es schon 52 Kurven und Biegungen. Man kommt an einem kleinen Wasserfall vorbei und neben der Straße gibt es je nach Jahreszeit einige kleine Bäche. Die Straße folgt dem Tal und den Swartbergen in ost-westlicher Richtung, insgesamt ist sie zwar Gravel, aber sehr gut ausgebaut. Sie wurde im Jahr 1962 von einer Handvoll Straßenarbeiter und einer einzigen Planierraupe gebaut. Einige kleinere Steinbrüche, in denen damals Kies für den Straßenbau gewonnen wurde, sind noch zu erkennen.



Pässe

Nach 6 Kilometern erreicht man den ersten von mehreren kleinen Pässen. Hier gibt es eine Haarnadelkurve, ein paar S-Kurven, dann ein Wasserfall in einem Nebental und auf der anderen Seite geht es dann gleich wieder bergauf. Wenn die Strecke ein Flüsschen kreuzt sind das einfache Furten mit minimaler Betonunterstützung, wenn überhaupt. Im März war es trocken, wenn es hier aber regnet, dann haben normale Autos hier schon die ersten Probleme. Wir haben uns gerade mal die Reifen nass gemacht.

Nach 10 Kilometern kommt man an einem einzeln herumliegenden und beschilderten Felsen vorbei, der wird "Oom Koos se Klip" gennant. Koos war der Fahrer der Planierraupe, der für den Ausbau der Straße verantwortlich war.

Die Landschaft auf beiden Seiten der Straße ist absolut atemberaubend. Für geologisch interessierte ändern sich die Felsformationen ständig. Das ist der Swartberg, eine der ältesten Bergketten der Welt. Wissenschaftler haben berechnet, dass diese Berge ursprünglich einmal mehr als 7.000 Meter hoch waren, aber die Erosion hat sie im Laufe der Jahrmillionen auf die aktuelle Höhe abgetragen.

Nach 15 Kilometern Fahrt erreicht man eine tiefe Schlucht, in der man den vierten Fluss überquert. Weiter geht es auf der zweiten Seite.





Video zum Thema

Google Map zum Thema

Gamkaskloof

| Weltreisen | Südafrika | Western Cape | Great Karoo | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google