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KAROO NATIONAL PARK 1

500 km nördlich von Kapstadt und 1.000 km südlich von Johannesburg am berühmten Highway N 1, der die beiden Metropolen miteinander verbindet, liegt der interessante Karoo National Park. Es ist direkt am Fuß der Nuweveld-Berge gelegen, das Rest Camp ist 12 Kilometer von der Stadt Beaufort West entfernt. Hier kann man Einkaufen und Tanken.

Der Park hat das gesamte Jahr über geöffnet. Die Sommer sind hier meist sehr heiß und trocken, während die Winter kalt, und besonders in höheren Lagen sehr kalt werden können. Dann fallen hier die Temperaturen oft unter 0°C und auf den Bergen rundum liegt bei Minustemperaturen regelmäßig Schnee. Die beste Reisezeit in dieser Region ist von März bis Oktober.

Einst weideten große Wildtierherden in der Karoo, noch im Jahr 1823 berichteten Reisende davon. Die gibt es leider heute nicht mehr und für viele ist die Karoo eine langweilige, aride Landschaft. Nicht für uns, wir lieben die Weite und die kargen Flächen, im Jahr 2002 waren wir zum ersten Mal hier.

Im März 2017 war es dann an der Zeit, dem Park noch einmal einen Besuch abzustatten. Hatten wir beim ersten Mal noch in auf der anderen Seite der Stadt in Lemonfontein gewohnt so buchten wir diesmal ein Chalet im Main Camp mitten im Park.

Der Karoo National Park liegt westlich der Siedlungsgrenze von Beauford West, nur wenige Kilometer abseits der N 1. Da dies die Hauptroute zwischen Johannesburg und Kapstadt ist bietet sich die Region als ideale Zwischenstation an. Die Stadt Beaufort West ist touristisch eher unattraktiv, ein Straßenort mit heftigem Durchgangsverkehr. Überall gibt es hier Imbissbuden, Motels, Tankstellen, Autowerkstätten und Speditionshöfe. An einer Kontrollstation werden die Trucks durchgecheckt, Technik und Ladung geprüft. Die örtliche Polizei ist mit Geschwindigkeitskontrollen auch sehr präsent.

Ein Informationszentrum ist in der Nähe des Parks im On Shuur Farmhouse zu finden. Das Eingangstor zum Nationalpark ist täglich zwischen 5 Uhr morgens und 22 Uhr abends geöffnet. Wir bezahlten den Eintritt aber nicht hier am Tor, sondern wir bekamen nach Kontrolle unserer Buchung einen Meldezettel, der nach dem Bezahlen an der Rezeption des Rest-Camp quittiert wird.



Der erste Besuch im Jahr 2002

Wie man unschwer an der Qualität erkennen kann entstanden die ersten vier Bilder auf dieser Seite im Jahr 2002. Damals waren wir Tagesbesucher und da wir an einem Nachmittag noch ein wenig Zeit hatten, sind wir die R 381 in Richtung Loxton gefahren.

Dies ist eine sehr empfehlenswerte Strecke mit bizarren Felsformationen am Straßenrand und dem Molteno Pass als Höhepunkt mit schöner Aussicht auf die umliegenden Berge.

Das Rest Camp war damals noch kleiner, es sind mittlerweile einige Chalets hinzu gekommen. Das Foto lasse ich aus historischen Gründen noch online, neuere Fotos davon auf der Seite Karoo Main Camp.




Flora, Fauna und Fossilien

Der Park wurde im Jahr 1979 eingerichtet, nachdem auf seinem Gebiet eine Vielzahl von Fossilien gefunden worden waren. Manche dieser Funde sollen mehr als 310 Millionen Jahre alt sein. Die Funde stammen hauptsächlich aus dem erdgeschichtlichen Mittelalter, dem Mesozoikum. In dieser Zeit war die Karoo von einem riesigen Binnensee bedeckt. An den sumpfigen Ufern lebten riesige Reptilien. Ihre Skelette verfielen, doch die Tiere, die im Sumpf starben, wurden vom Morast eingeschlossen und ihre Knochen versteinerten.

Auf dem Meeresboden lagerten sich im Laufe der zeit große Mengen Sand und Schlamm ab und nachdem das Meer ausgetrocknet war beherrschte der Vulkanismus die Ebenen. In weiteren Jahrmillionen verwitterten die weichen Sandsteine und das härtere Vulkangestein blieb zurück. Als Ergebnis sieht man heute die fotogenen Kegel- und Tafelberge im Schutzgebiet und auch an anderen Orten in der Karoo.

1827 entdeckte man die ersten Versteinerungen in Beaufort West, seitdem gilt die Karoo als eine der reichsten Fundstellen für Reptilienfossilien der Erde. Am meisten war der kleine, pflanzenfressende Dicynodon verbreitet, von dem man einige Prachtexemplare auf dem Fossil Trail findet. Im Informationszentrum sind zu den erdgeschichtlichen Zeitaltern einige interessante Bildwände gestaltet worden.

Im neu gegründeten Nationalpark wurde seitdem auf mittlerweile 50.000 ha Fläche versucht, die ursprüngliche Vegetation dieser Region wenigstens teilweise zu renaturieren. In dem Schutzgebiet mit der reichhaltigen Fauna leben heute zur Freude der Besucher wieder zahlreiche Tiere.

Der Nationalpark liegt in der Trockensavanne, ein sehr fragiles Ökosystem mit einer jährlichen Niederschlagsmenge die sehr selten 260 mm überschreitet. Daher findet man hier auch nur eher spärliche Vegetation, die auf Hügeln, Kuppeln und in den Schluchten wächst. Einige der als "Bossies" bezeichneten Pflanzen tragen seltsame Namen wie Biltongbos, Daggapit oder Ganna, sie sind auf einem 800 Meter langen Spaziergang namens Bossie Trail zu bewundern.

Das rundum eher flache Land steigt zu den Nuweveldbergen hin an, ein typisches Fotomotiv sind die Kegelberge. Es gibt kaum Oberflächenwasser, trotzdem leben hier wieder Tiere, die man 2 Jahre, bevor es ein Nationalpark wurde, in diesem Gebiet neu ansiedelte. Damals wurden zum Beispiel 26 Springböcke und 8 Weißschwanzgnus aus dem Mountain Zebra National Park umgesiedelt. Dann kamen nach und nach andere Arten hinzu, 1993 setzte die Parkverwaltung auch 3 Spitzmaulnashörner aus. Heute findet man hier wieder Zebras, die großen Pantherschildkröten, Kudus, Kuhantilopen, Oryx Antilopen, Eland Antilopen, Rehböckchen, Bergriedböcke, Paviane und Schakale sowie zahlreiche Vogelarten. Man zählte insgesamt 64 Säugetierarten, 59 Reptilienarten und alleine 8 Froscharten.

195 Vogelarten vervollständigen die Liste, darunter auch schwarze Kaffernadler (Aquila verreauxii), die hier mit 20 Brutpaaren nisten und die größte Kolonie dieser Art in Südafrika bilden. Unten auf dem Film ist ein Video davon zu sehen.

Achtung, 2017 gab es etwa ein Dutzend Löwen im Karoo National Park, von denen wir leider keinen einzigen gesehen haben. Beim Verlassen des Fahrzeugs ist dennoch immer Vorsicht angebracht.




Eigenes Video zum Thema

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