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KAMBERG N.R.

Das Kamberg Nature Reserve liegt im Tal des Mooi River in der Nachbarschaft von Giants Castle und 42 km westlich des kleinen Orts Rosetta. Das 2.232 ha große Reservat bietet für jeden etwas, ob mit viel oder wenig Zeit und für Leute mit unterschiedlichen Interessen.

Bekannt ist das Reservat vor allem für Angler, denn hier befinden sich die Forellenzuchtanlagen des Natal Parks Board. Von Zeit zu Zeit werden Vorführungen in Bezug auf Forellenangeln geboten und gegen Gebühr kann sich jeder in einem der 7 Forellenteiche seinen eigenen Fisch fangen.

Ausserdem gibt zahlreiche Wanderwege, einer von ihnen ist sogar für Behinderte in Rollstühlen angelegt.

Für Wanderer ohne Räder gebaut sind der 9 km lange, einfache Weg zur Cypress Cave, der 4-6 km lange Mooi River Trail, der 8 km lange Gladstone's Nose Trail und natürlich der Weg zum Game Pass Shelter mit der berühmten San Rock Art, den man nur mit einem Führer gehen darf.

Die früher hier lebenden Buschmänner wurden von europäischen Siedlern bis in die Kalahariwüste vertrieben. Sie hinterließen in der Region Kwazulu Natal Hunderte oder Tausende von Höhlen und Felsüberhängen mit Felszeichnungen, die zum Teil sehr schwer zu erreichen sind. Die ältesten dieser Bilder sind mindestens 800 Jahre alt.

Hier im Kamberg Reserve in der Shelter Cave befinden sich die wohl am besten erhaltenen Felsmalereien der Region und sie sind mit einer relativ einfachen Wanderung mit Führer erreichbar.

Leider hatte sich Michael den Abend zuvor böse am Fuß verletzt und die mehrstündige Wanderung zu den Höhlen kam für uns daher leider nicht in Frage. Doch in Kamberg sind auch Fußfaule, Verletzte und Leute mit wenig Zeit gut aufgehoben, die hier etwas über die San und ihre Malerei erfahren wollen. Im Besucherzentrum stehen alle Infos auch ohne lange Wanderung zur Verfügung.

Der namensgebende Kamberg liegt verblüffenderweise nicht mitten im Reservat als Teil der Abbruchkante der Drakensberge, sondern ist ein einzeln stehender Berg ein Stück vor dem Gebirge, angeblich ein wenig wie ein Hahnenkamm geformt. Das Parkgelände formt hier extra einen langen Zipfel, um den Berg selbst mit einzuschließen. Zugang zu dem heiligen Berg hatten früher nur die Sangomas, die Heiler, denn bei Dürre wurden auf diesem Berg die Götter um Regen angefleht - um die Wolken zu animieren wurden im Ritual jugendliche Knaben mit Zweigen geschlagen, bis ihnen die Tränen herunterliefen.

Besucherzentrum

Das neue Besucherzentrum ist wenige Gehminuten vom Parkplatz entfernt und mutet futurstisch an. Es gibt einen kleinen Curio Shop und ein Kino. Das kleine nette Restaurant war bei unserem Besuch im Mai 2003 leider noch nicht geöffnet. In einigen Wochen sollte es soweit sein, dann hat man hier von der Terrasse einen wunderbaren Blick auf die Berge, wie ganz unten auf dem Foto zu sehen.

Wenn man die Wanderung zur Höhle gebucht hat, wird einem in dem kleinen Kino zuerst ein Film über die Geschichte der Buschmänner, über ihre Kultur und über die Vertreibung durch die Weißen gezeigt. Der supermoderne und klimatisierte Vorführraum hat an den Enden zwei Fenster mit schöner Aussicht - sie zeigen auf heilige Berge der Zulu, auf die nicht mit gestrecktem Finger, sondern nur mit der Faust gedeutet werden darf. Auf der einen Seite ist das der schon erwähnte Kamberg, auf der anderen die Spitzen des Giants Castle. Zur Vorführung des Films von DVD werden sie perfekt verdunkelt.

Der Film über die San ist wirklich gut gemacht und sehr sehenswert, danach erklärt ein Ranger noch kurz die folgende Wanderung. Die Felszeichnungen können nämlich nicht auf eigene Faust, sondern nur in Begleitung eines Führers besichtigt werden. Es gab in der Vergangenheit leider zu viele mutwillige oder dumme Zerstörungen an dem Weltkulturerbe. Die Wanderung bis zur Höhle und zurück dauert ca. 3 Stunden.

Reguläre Führungen finden um 8:30, um 11:00 und um 13:30 statt, nach Vereinbarung sind auch andere Zeiten möglich. Telefonisch ist das Center unter 033 263 7251 erreichbar, auch mit Fax, ansonsten per Email unter kamberg@kznwildlife.co .

Instant-Wanderung

Da wir, wie schon erwähnt, nicht mitlaufen konnten, zahlten wir weniger und im Anschluss an den normalen Film wurde extra für uns noch eine zweite DVD eingelegt, die aus der Sicht einer Führerin aus dem benachbarten Dorf alle Stationen der Wanderung zeigt. Sehr interessant und lehrreich, im kühlen, verdunkelten Raum auch weniger schweißtreibend als die Wanderung in praller Sonne.

Vom Besucherzentrum aus geht die Wanderung auf schmalen Trampelpfaden erstmal entlang des Tals am Berghang entlang. Unterwegs werden auch verschiedene Nutz- und Heilpflanzen erklärt, welche die Zulu auch heute noch nutzen. Wenn es zu warm wird kann man unbedenklich aus Brunnen oder Bächen trinken und sich abkühlen.

Nach einer Strecke Weg mit wenig Steigung geht es auf den letzten paar hundert Metern ziemlich steil hinauf bis zur Abbruchkante. Dort formte die Natur entlang des Steilhangs eine Reihe mehrerer hintereinanderliegender Felsüberhänge, wo die San früher Schutz suchten. Dort haben sie dann vielfältige und künstlerisch beeindruckende Felsmalereien hinterlassen. Etwas unterhalb passiert man noch die schöne waterfall cave. Wenn es genug Wasser gibt, dann bildet ein kleiner Wasserfall oberhalb des Felsüberhangs einen rauschenden Schleier vor der Höhle, sehr romantisch und inspirirend.

Diese Felsbilder sollte man sich nach Möglichkeit nicht entgehen lassen. Gerade die Zeichnungen im Kamberg Game Shelter sind nicht nur schön und vielfältig, sondern sie waren auch ein Meilenstein für die Archäologen, da hier die Symbolik der San-Malerei erstmalig entschlüsselt werden konnte. Noch heute kommen als Sangomas ausgebildete Zulu hierher, um aus dem Erbe ihrer Vorfahren spirituelle Kraft zu schöpfen.

Auf der weiteren Fahrt in Richtung Lotheni, direkt am markanten Kamberg Mountain, sahen wir noch das imposante Gnu, welches auf dem kleinen Bild zu sehen ist.

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